Zitat/Isabel Allende

„Erfahrung ist das, was man erlangt,  kurz nachdem man es hätte gebrauchen können.“

Isabel Allende

Isabel Allende ist meine Lieblingsschriftstellerin. In meinem Besitz befinden sich leider noch nicht alle ihrer Bücher  (nur 12), was sich jedoch noch ändern wird.

Das bekannteste Buch von Isabel Allende ist „Das Geisterhaus“. 1993 wurde es verfilmt (u. a. mit Meryl Streep, Glen Close, Winona Ryder und Antonio Banderas in den Hauptrollen).

Mich beeindruckte vorallem das Buch „Paula“, in welchem Isabel Allende die Krankheit und den Tod ihrer ersten Tochter Paula beschreibt und verarbeitet. Mir imponiert die Genauigkeit, mit der Allende die Personen in ihren Romanen zeichnet ebenso wie ihr Einfühlungsvermögen. Sie lässt den Leser an vielen eigenen Etappen ihres Lebens und Denkens teilhaben.

Als Frau wird sie wohl nicht nur mir sympathisch sein, bringt sie in einigen ihrer Werke die alltäglichen, kleineren und größeren Schwierigkeiten des Daseins als weibliches Wesen zur Sprache.

Was mir auch gefällt: Sie kreiert ihre Schwächen mit Feingefühl und auch einer Nuance Humor. Sie beschrieb sich in einem Roman als zu klein. Als sie mit dem Älterwerden einige Pfunde „zu viel an sich bemerkte“, quittierte sie das nicht etwa mit Depressionen, sondern gewann diesen neuen „Formen“ positive Seiten ab und nahm sich selbst nicht allzu ernst damit. Ihr Fokus lag auf den Menschen, die sie liebte und auch politisch hat diese Frau Einblick, den sie mit Verstand kondensiert – ohne den Menschen dabei aus dem Blick zu verlieren. Ihre Liebe zu  ihrer Familie und den Menschen in Chile (gerade durch die politischen Folgen unter dem Pinochet-Regime) spielen in einigen ihrer Werke eine entscheidende Rolle.

In ihren Romanen hinterlässt sie keineswegs den Eindruck einer „verbohrten Feministin“, wenn sie auch als solche durch ihre journalistische Tätigkeit wirkt. Auch dem männlichen Geschlecht zollt sie genügend Respekt und Aufmerksamkeit. Das muss gesagt werden.

Diese Frau an sich ist schon ein Meisterwerk – mit allen ihren Facetten.

Sylvia Kling

Weiteres zur Schriftstellerin (Quelle: Wikipedia)

Isabel Allende Llona [isaˈβel aˈʝende] (* 2. August 1942 in Lima, Peru) ist eine chilenischUS-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin.[1] Ihre Werke wurden bislang in 27 verschiedene Sprachen übersetzt und sie konnte über 51 Millionen Exemplare verkaufen. Sie ist die Nichte 2. Grades des früheren chilenischen Präsidenten Salvador Allende und die Großcousine von dessen Tochter, der gleichnamigen Politikerin Isabel Allende.

Der Vater von Isabel Allende, Tomás Allende, war chilenischer Diplomat in Lima. Ihre Mutter Francisca Llona, genannt „Doña Panchita“, ist die Tochter von Agustín Llona Cuevas und Isabel Barros Moreira. Sie heiratete einen zweiten Mann, als ihre Tochter elf Jahre alt war: Ramón Huidobro, für Isabel „Tío Ramón“ (Onkel Ramon). Allendes Vater ist der Cousin von Salvador Allende (1908–1973). Dieser wurde mit seiner Unidad-Popular-Regierung 1970 Präsident von Chile, bis er bei dem blutigen Putsch in Chile 1973 ums Leben kam, der Augusto Pinochet als Diktator an die Macht brachte. Isabel Allende sagt über Salvador Allende, dass er ihr Leben nicht sehr beeinflusst hat, sie aber großen Respekt für ihn empfindet.

Leben

1945 trennten sich ihre Eltern, und die Mutter kehrte mit den mittlerweile drei Kindern nach Santiago de Chile zurück. So verbrachte Isabel Allende den größten Teil ihrer Kindheit mit ihren Geschwistern bei der Mutter und dem Großvater.

Allendes Mutter heiratete 1953 wieder einen chilenischen Diplomaten, Ramón Huidobro, sodass ihre Tochter in lateinamerikanischen, europäischen und arabischen Hauptstädten zur Schule ging und schon in jungen Jahren die Welt kennenlernte. Zunächst zogen sie in die bolivianische Hauptstadt La Paz, wo Allende eine amerikanische Privatschule besuchte. Von 1956 bis 1958 wohnten sie in Beirut im Libanon, Allende besuchte dort eine englische Privatschule. Dann kehrte sie nach Santiago de Chile zurück, wo sie auf einer weiteren Privatschule ihre Schulzeit beendete und ihren ersten Ehemann, den Bauingenieur Miguel Frías, kennenlernte, den sie 1962 heiratete.

Von 1959 bis 1965 arbeitete sie als bekannte Fernsehjournalistin für den Informationsdienst der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Sie moderierte eine wöchentliche Fernsehsendung über die Weltkampagne gegen den Hunger.

Nachdem Allendes erstes Kind Paula 1963 geboren wurde, bereiste die Familie ganz Europa und lebte zeitweise in Brüssel und Genf. 1966 kehrte die Familie erneut nach Chile zurück, wo Allende ihren Sohn Nicolás zur Welt brachte.

Inzwischen entwickelte sich Allende zu einer engagierten Journalistin und Frauenrechtlerin; sie gründete mit anderen Frauenrechtlerinnen die Zeitschrift Paula, welche die bis dahin einzige feministische Zeitschrift Chiles war. Darin schrieb sie auch für die linke Volksfront-Regierung ihres Onkels Salvador Allende. Außerdem war sie verantwortlich für die humoristische Kolumne The Impertinence, Herausgeberin der Kinderzeitschrift Mampato in Santiago de Chile und schrieb 1973 für die Filmzeitschrift Maga-Cine-Ellas. Des Weiteren war sie für Kanal 7 und 13 des chilenischen Fernsehens tätig und moderierte verschiedene Sendungen, die sich allesamt großer Beliebtheit erfreuten, unter anderem Conversando con Isabel Allende (Gespräch mit Isabel Allende) sowie Interviews, Reportagen und Diskussionsrunden.

Sie veröffentlichte zwei Kindergeschichten La abuela Panchita und Lauchas y Lauchones, gleichfalls eine Sammlung von Kurzgeschichten, Civilice a su troglodita. Daneben arbeitete sie für Kanal 7 und 13 des chilenischen Fernsehens.

1973 wurde ihr Stück El embajador in Santiago uraufgeführt. 1975 ging Isabel Allende ins Exil nach Venezuela, da General Augusto Pinochet durch einen Putsch an die Macht kam, dabei wurde der mit ihr verwandte Präsident getötet. Während ihrer Zeit dort arbeitete sie für die Zeitung El Nacional in Caracas und als Lehrerin an einer Schule für Schüler zwischen 11 und 18 Jahren.

1981 starb ihr Großvater im Alter von 99 Jahren. Sie begann, ihm einen Brief zu schreiben. Daraus entwickelte sich das Manuskript für ihren ersten Roman Das Geisterhaus. Dieses Buch wurde ein Welterfolg. Der dänische Regisseur Bille August hat es 1993 mit Jeremy Irons, Meryl Streep, Winona Ryder, Glenn Close und Antonio Banderas unter dem gleichen Titel verfilmt.

1988 während eines Besuches in Kalifornien traf sie ihren jetzigen Ehemann Willie C. Gordon, ehemaliger Rechtsanwalt in San Francisco und Romancier, der drei drogensüchtige Kinder in die Ehe brachte.[2] Seither lebt Isabel Allende in San Rafael. 2003 erhielt sie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Allendes Roman Paula aus dem Jahr 1994 ist ein Gedenken an ihre Kindheit in Santiago und ihre Jahre im Exil. Sie schrieb es in Form eines Briefs an ihre Tochter, die im Koma im Krankenhaus lag und 1992 an Porphyrie starb.

Werke

Neben ihren vielfach mit Auszeichnungen bedachten Romanen arbeitete Isabel Allende auch noch als Journalistin, schrieb Theaterstücke und lehrte Literatur an verschiedenen Universitäten. Durch ihre journalistische Tätigkeit setzte sie sich vor allem für die Frauenemanzipation und die Gleichberechtigung der Geschlechter ein und wurde als sozialkritische und auch feministische Autorin bekannt. Auch viele Jugendliche lesen gerne ihre Jugendbuchromane, wie z. B. Die Stadt der wilden Götter. Mitte der 80er Jahre stieg sie dann zur international anerkannten und gefeierten Schriftstellerin auf und profilierte sich mit Erfolgsromanen wie Das Geisterhaus, Liebe und Schatten und Eva Luna als spezifisch lateinamerikanische Schriftstellerin.

Allende weiß in ihren Romanen Kultur, Geschichte und Leid ihrer Heimat auf eindrucksvolle Weise zu vermitteln. Ihre eigene Biografie – vor allem auch die ihrer Familie – spielt für viele ihrer Werke eine große Rolle. Dabei beansprucht sie auch, stellvertretend für jene die Stimme zu erheben, die etwa unter dem Pinochet-Regime in Chile zum Schweigen verurteilt waren.

Sie avancierte weltweit zur literarischen Vermittlerin der lateinamerikanischen Geschichte, Kultur und Politik und gewann zahlreiche Literaturpreise, u. a. den Premio Nacional de Literatura de Chile im Jahr 2010. Im September 2012 wird Isabel Allende in der dänischen Stadt Odense der Hans-Christian-Andersen-Literaturpreis überreicht. Über sich selbst sagt sie jedoch, dass der bedeutsamste Erfolg in ihrem Leben nicht etwa ihre Schreibkunst und die Bestseller sind, sondern die Liebe, die sie mit ihrer Familie teilt.“

Quelle: Wikipedia

 

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Zitat

„Je kälter, berechnender und vorsichtiger wir sind, desto weniger setzen wir uns den Angriffen des Spottes aus. Der Egoismus kann abscheulich sein, aber er ist nicht lächerlich, weil er sehr vernünftig ist.“

Alexander Sergejewitsch Puschkin (1799 – 1837), russischer Dichter, Erzähler, Dramatiker und Romanautor

Zitat

Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.

Aber die Dankbarkeit verwandelt
die Erinnerung in eine stille Freude.

Man trägt das vergangene Schöne
nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk
in sich.

Dietrich Bonhoeffer
heiligenlexikon.de

heiligenlexikon.de

Quelle Wikipedia:

„Dietrich Bonhoeffer (* 4. Februar 1906 in Breslau; † 9. April 1945 im KZ Flossenbürg) war ein lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt.

Mit 24 Jahren habilitiert, wurde Bonhoeffer nach Auslandsaufenthalten Privatdozent für Evangelische Theologie in Berlin sowie Jugendreferent in der Vorgängerorganisation des Ökumenischen Rates der Kirchen. Ab April 1933 nahm er öffentlich Stellung gegen die nationalsozialistische Judenverfolgung und engagierte sich im Kirchenkampf gegen die Deutschen Christen und den Arierparagraphen. Ab 1935 leitete er das Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Finkenwalde, das, später illegal, bis 1940 bestand. Etwa ab 1938 schloss er sich dem Widerstand um Wilhelm Franz Canaris an. 1940 erhielt er Redeverbot und 1941 Schreibverbot. Am 5. April 1943 wurde er verhaftet und zwei Jahre später auf ausdrücklichen Befehl Adolf Hitlers als einer der letzten NS-Gegner, die mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 in Verbindung gebracht wurden, hingerichtet.“

Zitat – Immanuel Kant

 

„Immanuel Kant wurde am 22. April 1724 in Königsberg als viertes Kind einer traditionsreichen Handwerkerfamilie geboren. Von seinen acht Geschwistern erreichten nur drei weitere das Erwachsenenalter. Seine Mutter legte großen Wert auf Bildung und erzog ihre Kinder im streng pietistischen Glauben. Dank guter Förderung kam er 1732 an das Friedrichskollegium, und begann bereits als Sechzehnjähriger das Studium an der Albertina, der Königsberger Universität. Kant interessierte sich sehr für die Naturwissenschaften und studierte unter anderem Philosophie, klassische Naturwissenschaften, Physik und Mathematik. Martin Knutzen, sein Professor für Logik und Metaphysik, lehrte die Theorien von Leibniz und Newton, die Kant maßgeblich beeinflussten.

Die Arbeit als Hauslehrer

Kants erste Veröffentlichung beschäftigte sich mit den Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte und wurde im Jahr 1746 publiziert.  Professor Knutzen erkannte diese jedoch nicht als Abschlussarbeit an. Nach dem Tod seines Vaters im selben Jahr unterbrach Kant sein Studium und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer. Die ersten vier Jahre arbeitete er in bei dem reformierten Prediger Daniel Ernst Andersch in einer Schweizer Kolonie größtenteils französisch sprechender Siedler. Danach wirkte er bis etwa 1753 als Hauslehrer auf dem Gut des Majors Bernhard Friedrich von Hülsen bei Mohrungen. Seine letzte Stelle fand er nahe Königsberg bei der Familie Keyserlingk auf dem Schloss Waldburg-Capustigall. Hier erhielt er Zugang in die höheren Kreise der Königsberger Gesellschaft.

Die wissenschaftliche Laufbahn Kants

1754 nahm Kant sein Studium in Königsberg wieder auf. Bereits ein Jahr danach veröffentlichte er mit Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels seine erste wichtige Schrift. Noch 1755 habilitierte er mit dem Thema Die ersten Grundsätze der metaphysischen Erkenntnis (Nova dilucidatio) und wurde Privatdozent in den Fächern Logik, Metaphysik, Anthropologie, Moralphilosophie, Natürliche Theologie, Mathematik, Physik, Mechanik, Geographie, Pädagogik und Naturrecht.

Seine Vorlesungen waren sehr gut besucht, so schrieb beispielsweise einer seine Studenten, der Literat und Theoretiker Johann Gottfried Herder:

Mit dankbarer Freude erinnere ich mich aus meinen Jugendjahren der Bekanntschaft und des Unterrichts eines Philosophen, der mir ein wahrer Lehrer der Humanität war […] Seine Philosophie weckte das eigne Denken auf, und ich kann mir beinahe nichts Erleseneres und Wirksameres hierzu vorstellen, als sein Vortrag war.

Das bis heute überlieferte Bild des Philosophen als steifer, professoraler Mensch, der Wert auf einen streng geregelten Tagesablauf legte, ist stark überzeichnet. So war er zwar pflichtbewusst und konzentrierte sich auf seine Arbeit, galt aber als guter Karten- und Billardspieler und war sehr gesellig. Er putzte sich gern mit modischen Kleidern heraus, genoss große Gesellschaften und trug mit seiner Belesenheit und seinem trockenen Humor sehr zu deren Unterhaltung bei. Erst als Kant ins Alter kam und es mit seiner Gesundheit nicht mehr zum Besten stand, begann er einen regelmäßigen Tagesablauf zu pflegen. Morgens um 4:45 Uhr ließ er sich von seinem Hausdiener, dem ehemaligen Soldaten Martin Lampe, mit den Worten „Es ist Zeit!“ wecken und ging um 22 Uhr zu Bett. Zum Mittagessen lud er meist Freunde ein und pflegte die Geselligkeit, vermied dabei aber philosophische Themen. Außerdem machte er täglich zur gleichen Zeit einen Spaziergang.

1794 wurde Kant der „Herabwürdigung mancher Haupt- und Grundlehren der heiligen Schrift und des Christentums“ bezichtigt.

Am 12. Februar 1804 starb er. Beigesetzt wurde er in Königsberg, wo er fast sein gesamtes Leben verbrachte hatte.

Er zählt heute zu den bedeutendsten Philosophen der abendländischen Philosophie. Sein Werk Kritik der reinen Vernunft kennzeichnet einen Wendepunkt in der Philosophiegeschichte und den Beginn der modernen Philosophie. Nicht nur in der Erkenntnistheorie, sondern auch in der Ethik mit dem Grundlagenwerk Kritik der praktischen Vernunft und in der Ästhetik mit der Kritik der Urteilskraft sowie bedeutenden Schriften zur Religions-, Rechts- und Geschichtsphilosophie schuf Kant eine neue, umfassende Perspektive in der Philosophie, welche die Diskussion bis ins 21. Jahrhundert maßgeblich beeinflusst.“

Quelle: http://www.immanuel-kant.net/biografie/

Psychoanalytiker beruflich und privat – Die Metaebene

 

  • „Das, was wir selbst durchschauen, macht uns nicht krank, es kann in uns Empörung, Zorn, Trauer oder Ohnmachtsgefühle wecken. Was uns krank macht, ist das Undurchschaubare, die Zwänge der Gesellschaft, die wir durch die Mutteraugen in uns aufgenommen haben und die wir durch keine Lektüre oder Bildung loswerden können.“ – Das Drama des begabten Kindes“

Über Alice Miller:

„Alice Miller wurde 1923 in Polen geboren. 1946 emigrierte sie in die Schweiz und studierte dort Philosophie, Psychologie und Soziologie. 1953 promovierte sie. 20 Jahre lang arbeitete Miller als Psychoanalytikerin bis sie sich von den psychoanalytischen Theorien vollständig abwandte, ihre Praxis aufgab und 1979 zu schreiben begann. Das „Drama des begabten Kindes“ war ihr erstes Buch. Weitere zehn Bücher folgten, die auf die Folgen von destruktiven Erziehungsmethoden für das spätere Leben hinweisen.

Miller vertritt bis heute, dass Erkennen und Verstehen der eigenen Erfahrung notwendig sei, um Wiederholungen zu vermeiden. Ihrer Meinung nach liegen psychischen Störungen beim Erwachsenen unverarbeitete Traumen der Kindheit zugrunde. Sollen die leidvollen Erfahrungen im Erwachsenenleben nicht blind weiter gegeben werden, seien Rückführungen in das emotionale Kindheitserleben, also in die kindliche Wahrheit wichtig. Mitte der neunziger Jahre kam es zu einem Skandal um sexuellen Missbrauch, als der von ihr sehr unterstützte J. Konrad Stettbacher, sich entsprechend dafür verantworten mußte.“

Werke:

 

Quelle: http://www.alice-miller.com

 

Leider musste ich feststellen, dass in deutschen Kliniken für Psychotherapie kaum mit den Grundlagen der Psychoanalyse Millers gearbeitet wird. Nur selten findet man heute noch eine Psychotherapie, die sich auf die Erkenntnisse Millers stützt. Auch hier hinkt Deutschland weit hinterher.

Heilung setzt immer Selbstdisziplin voraus. Es gibt in der Tat Menschen, denen einige Therapiestunden ausreichen, um zu einer Heilung zu finden. Ihnen reichen die Denkanstöße, um weiter konseqent an sich arbeiten zu können. Sicher kommt es hier auch auf die Schwere der Erkrankung an.

Menschen, die an einer gewissen Stelle ihrer Therapie stehen und offen gegenüber einer Eigenanalyse sind, sehr gut mit der Lektüre Millers umzugehen wissen. Mir persönlich sind einige Menschen begegnet, die durch ihre Bücher ihr Leiden erkannten und begannen, selbst in Aktion zu treten. Oftmals ist es nicht zwingend der Gang zum Psychologen, der eine systematische Heilung der Seele erwirkt, sondern eben jene Selbstdisziplin und Eigenbeobachtung.

Im psychologischen Sinne spricht man hier von einer „Metaebene“. Was ist das? Man löst sich aus einer bestehenden oder vorherigen Situation, geht in die Beobachter-Postition. Damit kann man sich sehr gut aus negativen Situationen herauslösen, bekommt einen Abstand von der Situation. Eigentlich kann man sich vorstellen, man ist über sich und beobachtet sich von oben. So manches mal ist man erstaunt, was man da zu sehen bekommt (oft auch erschrocken). Diese Strategie ist in jeder Lebenslage, auch im Beruf, gut geeignet.

Nach dem Beobachten kehrt man wieder in die Situation zurück und ist imstande, sie differenzierter zu beurteilen sowie Schlüsse daraus zu ziehen. Ich praktiziere das noch immer häufig (gerade, wenn im Alltag Konfliktsituationen auftreten, denen ich mich im ersten Augenblick nicht gewachsen fühle). Es ist erstaunlich, wie wir unser Bewußtsein auch positiv manipulieren können.

Miller analysiert nicht nur, sondern zeigt Wege auf. Der Schreibstil ist verständlich und einfühlsam. Sie holt den Leser ab, nimmt ihn an die Hand und läßt keine Quereleien in ihren Ausführungen zu. „Wischiwaschi“ gibt es in ihren Büchern nicht. Sie läßt den Leser die eigene Seele regelrecht zärtlich erkunden, andererseits fordert sie den Leser auf (ohne dass dies direkt spürbar ist), sich auf der „Seelenachterbahnfahrt“ anzuschnallen und erst dann wieder aufzustehen, wenn der Schwindel nach dieser Fahrt vergangen ist.

Ob die Bücher Millers nun Ätiologien beinhalten oder nicht:

Jeder Mensch muss seine eigenen Erfahrungen machen. Ich bin vielen Menschen begegnet, die an „falsche Therapeuten“ gerieten, was einer Heilung nicht nur entgegensteht, sondern das Krankheitsbild verstärkt. Gerade seelisch geschwächte Menschen sind häufig nicht in der Lage, sich einen geeigneten Therapeuten zu suchen und sind diesen „schwarzen Schafen“ hilflos ausgeliefert.
Das ist für die Betreffenden weitaus schlimmer als Miller zu lesen.

Meine Meinung geht mit Psychotherapeuten oft nicht konform.  Es gibt viele Gründe dafür. Die Beobachtungen des Menschen, die Nähe zum Menschen und die Empathie für die Patienten sind erforderlich und sollten sich mit den Erkenntnissen aus dem Studium und Schulungen die Waage halten.

„‚Dein gerettetes Leben‘ stellt eine Art Vermächtnis Alice Millers dar. Es enthält die Quintessenz ihrer Forschungen und ist vielleicht das wichtigste ihrer Bücher, da es nicht nur ihre Erkenntnisse über die Ursachen und Folgen der Kindesmisshandlungen präsentiert, sondern auch die Möglichkeiten ihrer Bewältigung durch eine veränderte Form der Kommunikation aufzeigt, die sich eindeutig und kompromisslos auf der Seite des Kindes engagiert.

Da die Fakten hier ohne Umschweife benannt werden, können sich Menschen nach und nach ihren echten Gefühlen annähern und endlich Partei für das Kind ergreifen, das sie einmal waren und das sie so lange zum Schweigen verdammt haben. Das bringt sehr häufig die Krankheitssymptome zum Verschwinden, weil deren Funktion (der Schutz der Eltern, um der eigenen Angst zu entgehen) nicht mehr benötigt wird.“

Quelle: http://www.alice-miller.com/bucher_de.php

DIE ANDERE SEITE

Aber es zeigt sich auch die andere Seite von Alice Miller. Gerade in dieser Berufsgruppe zeigt sich das „wahre Drama“ oftmals im eigenen Haus. „Das Ach unter dem Dach“ von Psychologen/Psychoanalytikern vervielfacht sich oft. Die Fähigkeit des Einfühlens wird oftmals in der Theorie gelebt, doch in der Praxis bleibt sie aus. Privat und Arbeit – wir sprechen hier über zwei verschiedene Paar Schuhe ….

Der folgende Artikel bringt ein wenig Licht ins Dunkel:

Hier ist der Auszug aus dem Tagesspiegel vom 17.09.2013:

„Martin Millers Buch über seine Mutter Alice Die Maske der Kinderrechtlerin

17.09.2013 11:38 UhrVon

Nach außen trat die Psychologin und Autorin Alice Miller für eine einfühlsame und gewaltfreie Erziehung ein, wurde damit zu einem Star der Pädagogik. Der eigene Sohn lernte eine ganz andere Frau kennen. Das Buch, das er, 63-jährig, nun darüber geschrieben hat, ist keine Anklage. Sondern ein Versuch, tief sitzende Traumata zu verstehen.

Dass sie sich in ihren Sohn nie einfühlen konnte, sagte sie selbst: die Schweizer Psychologin Alice Miller (1923–2010), Autorin unter anderem von „Das Drama des begabten Kindes“.Bild vergrößern
Dass sie sich in ihren Sohn nie einfühlen konnte, sagte sie selbst: die Schweizer Psychologin Alice Miller (1923–2010), Autorin unter anderem von „Das Drama des begabten Kindes“. – Foto: picture alliance / dpa

Der Sohn als Projektionsfläche für unbewussten Hass

„Ich musste meine ganze Biografie auslöschen“, hat Alice Miller ihrem erwachsenen Sohn einmal gesagt. Wie in einer Nussschale steckt die ganze „Tragödie Alice Millers“ in diesem Satz. Lakonisch, ohne Triumph über die Tote, nähert sich Miller den Ursachen der Verstrickung von Mutter und Sohn, die zeitweise ungeheuerliche, nahezu psychotische Dimensionen erreichte.

Vom Vorleben seiner Eltern, die nach dem Zweiten Weltkrieg als polnische Stipendiaten in die Schweiz kamen, ahnte der junge Miller wenig. Auch durch den Vater, einen 1999 verstorbenen Soziologen, in dessen katholischem Glauben er aufwuchs, erfuhr er nicht viel. Mit aller Macht einer starken, unerlösten Psyche projizierte Alice Miller ihren unbewusst weiterwütenden Hass auf die eigenen Eltern, ihre Abwehr der Vergangenheit als jüdische Verfolgte auf den Sohn.

Am fatalsten zeigte sich die Dynamik, als der junge Mann, inzwischen selber Therapeut, mit Ende 20 in eine Krise geriet und ihn die Mutter zur Behandlung bei ihrem Guru nötigen wollte, dem Berner „Primärtherapeuten“ Konrad Stettbacher. Der schwor darauf, seine Opfer etwa durch tagelanges Verharren in Dunkelzellen in die Regression zwingen zu können, um „Katharsis“ zu befördern. Verzweifelt willigte Martin Miller 1992 in die Behandlung bei einer Stettbacher-Schülerin ein. Die Tonbandaufzeichnungen der Sitzungen wurden hinter dem Rücken des Patienten an den „Guru“ weitergeleitet, der all das mit Mutter Miller besprach. Ultimativer Verrat. Stettbacher veranlasste Alice Miller sogar, die Approbation ihres „infantilen“ Sohnes zu hintertreiben. „Es war eine Zeit der Verfolgung“, schreibt Martin Miller, „ich bekam Drohbriefe, sie unterstellte mir Lügen, warf mir Versagen und Schlimmeres vor.“ In dieser Hölle war der Sohn nah am Suizid. Seine berühmte Mutter sah ihn als „Monster“.

Die Unfähigkeit, sich in den eigenen Sohn einzufühlen

Martin Miller verklagte Stettbacher und erhielt Recht. Der Guru, der auch Patientinnen sexuell missbraucht haben soll, wurde als Scharlatan entlarvt, und Alice Miller wies den Suhrkamp-Verlag an, die Hymnen auf den Mann aus ihren Büchern zu tilgen. In einem Brief vom 28. Mai 1998 entschuldigte sie sich bei ihrem Sohn, „eine besitzergreifende, hasserfüllte, gefährliche, destruktive Mutter“ habe sie nicht sein wollen. Sie sei nun aber alt genug, diese Wahrheit auszuhalten. „Ich habe mich in so viele Menschen einfühlen können, nur in meinen Sohn konnte ich es nicht.“ Warum, das könne sie nicht erklären. Vielleicht, weil sie sich auch in sich selber als Kind nie wirklich eingefühlt hatte? Weil Projektionen auf den geschiedenen Mann oder den Sohn ihr falsche Genugtuung verschafften? Weil der Ruhm ihre narzisstische Kompensation war?

Mit dem Schisma zwischen privatem Scheitern und öffentlichem Erfolg ist Alice Miller in der Avantgarde der pädagogischen Reformer jedenfalls nicht allein. Jean-Jacques Rousseau gab drei seiner Kinder im Waisenhaus ab, Maria Montessori schickte ihren unehelichen Sohn zu Pflegeeltern, Bruno Bettelheim, Autor der berühmten Studie „Kinder brauchen Märchen“, prügelte Schützlinge in seiner Reformschule und trug den Spitznamen „Benno Brutalheim“. Und die Zustände an der Odenwaldschule zu Zeiten des pädokriminellen Gerold Becker machten erst kürzlich Schlagzeilen.

Die Vermutung drängt sich auf, dass gerade die motiviertesten Anwälte der Kinder aus ihrer eigenen Kindheit extreme Traumata mit sich herumtragen – Erfahrungen, die sie zu ihrer Arbeit besonders befähigen, die sie aber zugleich als Übergepäck „abladen“, vor allem bei denen, die sie am meisten mit dem Eigenen identifizieren: den eigenen Kindern, Schülern, Schützlingen.

Martin Miller sieht das bei seiner Mutter ähnlich, betont aber, dass er die ersten drei Werke seiner Mutter weiter für wertvoll hält. In ihrem zweiten Buch „Am Anfang war Erziehung“ bedankte sich Alice Miller bei Siegfried Unseld, dem Verleger, der an sie glaubte, und bei ihrem Sohn, der sie durch „den reichen und klaren Ausdruck seiner Erlebnisse“ inspiriert habe. Dass es auch solche Phasen zwischen Mutter und Sohn gab, scheint ein Trost zu sein. In Martin Millers Buch bleibt von diesem Trost gleichwohl wenig Rest.

Martin Miller: „Das wahre ,Drama des begabten Kindes‘. Die Tragödie Alice Millers – wie verdrängte Kriegstraumata in der Familie wirken.“ Kreuz-Verlag, Freiburg, 2013. 176 Seiten, 17,99 €. Martin Miller stellt sein Buch am Do, 19.9., um 20 Uhr im Theater Aufbau Kreuzberg vor, Aufbau-Haus, Prinzenstr. 85 F.

 

 Doch es geht auch anders, was uns die Biographie von Sigmund Freud deutlich aufzeigt:
(Sigmund Freud: „Unterdeß halten wir zusammen. Briefe an die Kinder“, herausgegeben von Michael Schröter, Aufbau Verlag, Berlin 2010, 686 Seiten)

„Der Soziologe Michael Schröter hat Briefe von Sigmund Freud an seine Kinder und Enkel zusammengetragen. Die meisten von ihnen werden zum ersten Mal veröffentlicht. Sie zeigen Freud als liebevollen und fürsorglichen Vater.

Sigmund Freud war nicht nur der Vater der Psychoanalyse, sondern auch Vater von sechs Kindern. Mathilde, Martin, Oliver, Ernst, Sophie und Anna wurden zwischen 1887 und 1895 geboren. Letztere ist die Bekannteste: das einzige Kind, das selbst als Psychoanalytikerin Ansehen erlangte. Ihr Briefwechsel mit dem Vater wurde vor ein paar Jahren ediert. Der nun von Michael Schröter herausgegebene Band enthält hingegen die Briefe Freuds an seine fünf älteren Kinder (und gelegentlich ihre Briefe an ihn), aus den Jahren 1907 bis 1938. Da war Freud über 50 Jahre alt, etabliert, und die Kinder waren schon erwachsen.

Sigmund Freud kümmert sich auch im Detail um das Wohl seines Clans – sei es, indem er alle seine Kinder und Schwiegerkinder bis weit ins Erwachsenenalter finanziell unterstützt, sei es, indem er sie in Gesundheits- oder Herzensfragen berät. Seinen beiden Töchtern Mathilde und Sophie rät er von zu frühen Ehen ab, akzeptiert aber beide Male ihre Entscheidungen. Seinen Sohn Martin warnt er vor freiwilligem Kriegsdienst, unterstützt aber auch dessen Entschluss.

Überhaupt zeigen die Briefe Freud nicht als autoritären Patriarchen, sondern als Vater, der sich bemüht, die Freiheit seiner Kinder zu unterstützen und ihren Entscheidungen zumindest nachträglich den väterlichen Segen zu geben. Auch wenn der berühmte Doktor Freud für seine Kinder ein Übervater blieb, aus dessen Schatten sie sich nur schwer lösen konnten – keiner seiner Söhne brachte es langfristig selbstständig zum Erfolg –, für das Zeitalter autoritärer Väter wirkt sein Tonfall bemerkenswert offen. Wie der Herausgeber in der Einleitung treffend bemerkt: auch der Privatmann Freud bemüht sich um jene Wahrhaftigkeit, die die Psychoanalyse als therapeutische Praxis so bahnbrechend gemacht hat.“

In this photo released by the Sigmund Freud Museum in Vienna former Austrian psychoanalyst Sigmund Freud is pictured in his working room in 1938. Austria and the world will be celebrating Sigmund Freud's 150th birthday on Saturday May 6, 2006. (AP Photo/Sigmund Freud Museum)

In this photo released by the Sigmund Freud Museum in Vienna former Austrian psychoanalyst Sigmund Freud is pictured in his working room in 1938. Austria and the world will be celebrating Sigmund Freud’s 150th birthday on Saturday May 6, 2006. (AP Photo/Sigmund Freud Museum)

Mein Lieblingszitat von Freud (und wegen diesem verehre ich ihn umso mehr 😉 ):

  • Die Kunst ist fast immer harmlos und wohltätig,
    sie will nichts anderes sein als Illusion.

    Sigmund Freud (1856 – 1939), eigentlich Sigismund Schlomo Freud,
    öster. Psychiater und Begründer der Psychoanalyse

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