Ich muss euch enttäuschen!

Ich muss euch enttäuschen!

Welch ein Lichterglanz!
Weihnachtliches Regen,
soll es mich bewegen
so tief in mir und ganz?

Ach, Bäume leuchten, blenden
im reichen Lichterblitzen,
selbst in den kleinsten Ritzen
ihr Flammen lieblich senden.

Und ach, verlockender Duft
aus manch bürgerlichem Reich,
es hungert mich sogleich
hier aus der kalten Luft.

Wie fällt auf uns der Segen,
er hat uns heimgesucht,
als hätten wir ihn gebucht
und könnten ihn zeitlich bewegen.

Und welche schönreichen Gaben!
Mir ist in diesem Jahr
noch mehr als jeher klar:
wir zu viel davon haben.

Ich habe keinen Schalter
um Gefühle umzulegen,
ich könnte werden verwegen
zum HeuchelgutVerwalter.

Doch all das Elend, die Kriege
die lassen mich traurig blicken
und eins, zwei, drei mal klicken
Auf das ich mich nicht verbiege.

Welch eine LichterSpende!
Weihnachtliches Schmücken
manch lächerliches Verzücken –
ohne geistiger Wende.

Copyright Sylvia Kling/Gelesen zu meiner Lesung in der Marienkirche Dessau am 10.12.2016

Entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten, auf diesem Blog nur Artikel zu schreiben, ist es mir aus aktuellem Anlass ein Bedürfnis, dieses Gedicht heute zu veröffentlichen.

Ich möchte auch noch einmal auf meinen Artikel hier verweisen, der für mich auch an diesem, sehr traurigen Tag Gültigkeit hat!

https://wiedaslebenklingt.wordpress.com/2016/07/23/warum-koennen-wir-nicht-einfach-still-sein/

Ich wünsche den Angehörigen der gestern in Berlin Getöteten und Verletzten viel Kraft in dieser schweren Zeit. Keine anderen Worte wären für mich angebracht!

Trotz allem – oder gerade deshalb – wünsche ich meinen Freunden, Lesern und Besuchern ein schönes Weihnachtsfest und für uns alle vor allem  Frieden, der bekanntlich in unserem Herzen und in unserer unmittelbaren Nähe beginnt! Frieden fängt bei uns selbst an, geht damit weiter, den anderen zu respektieren, dem anderen die Hand zu reichen.

Frieden ist Liebe und Liebe ist nicht verhandelbar.

Eure Sylvia Kling

Das Kopieren und die Weiterverwendung von Text und Foto sind nicht gestattet!

Beitragsfoto:

URL: http://piqs.de/fotos/115653.html

Lizenz: Creative Commons License

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Fotograf: Reinhard Sandbothe
Titel: Frieden stiften …
Tags: versöhnung, frieden, entschuldigung, vergebung, forgiveness, peace

Künstler im Ruhe(zu)stand? Zeigt endlich Kante!

(Ent)Huldigung

Mancher Künstler
wirkt recht starr
in diesen
schleppend Zeiten,
wie treu und frei
ist ein Narr,
der spielt auf
rostgen Saiten?

Verloren scheinen
die verkreuzten Queren,
die Wahrheit noch
verkünden,
die Gefühltes klar
gebären,
beim Empfänger
Verstande zünden?

Da säuselt hier
im deutschen Lande,
als wärs ein
Paradiese
eine große
Künstlerbande
und huldigt gar
der Krise.

Copyright Sylvia Kling

Es ist nicht gestattet, Texte ohne Angabe des Urhebers und ohne Genehmigung desselben zu kopieren und weiterzuverwenden!

Wie meinte Udo Lindenberg, den ich seit meiner Jugend verehre:

„Zwar gebe es Musiker, die Haltung zeigten – wie etwa Herbert Grönemeyer, die Toten Hosen, Jan Delay oder Clueso. „Aber es gibt viele, die äußern sich prinzipiell gar nicht, die sagen, wir sind reine Entertainer, wir machen nur Unterhaltung nach dem Motto: Mach dir ein paar schöne Stunden, geh ins Kino, vergiss die Welt da draußen.“ Es wäre besser, so Lindenberg, wenn sich mehr Künstler politisch positionierten.“

Seit zwei Jahren stelle ich besorgt fest, dass es immer weniger Künstler gibt, die sich positionieren. Ist es die Angst um Einbuße bei den Honoraren, die Angst, Fans zu verlieren? Immerhin scheint ein nicht geringer Anteil der deutschen Bevölkerung fremdenfeindlich eingestellt zu sein. Woran liegt es, dass unsere Künstler immer leiser werden, wenn es darum geht, Kante zu zeigen?

Auch im Bereich der Kleinkunst – wir müssen nicht zwingend zu den Prominenten schauen – ist die Tendenz zum schweigenden Verharren besorgniserregend! Warum? Ihr seid diejenigen, die unter das Volk gehen! Hier ist es so wichtig, den Menschen zu zeigen: Es geht auch anders.

Ich kann Euch sagen: Es geht! Ich lese in und um Dresden – nicht gerade leicht, in Sachsen unter die Leute zu gehen und kritische Texte zu lesen, die teilweise den Leuten „paar auf die Fresse hauen“ (wie ein Gast in Klingenberg wortwörtlich zu mir sagte und er fand das gut!).

Angst, liebe Künstler, ist ein schlechter Ratgeber.  Die Angst vor der Wahrheit ist nicht so schlimm, als die Angst, die eintreten wird, wenn diese Wahrheit Formen annimmt!

Habt Mut und zeigt Gesicht. Wenn es zu spät ist, habt auch ihr genau das verloren!

Über ein Teilen und Rebloggen würde ich mich sehr freuen – in unserer aller Sinne.

Wir sehen uns ausgeschlafen.

Sylvia Kling

Auf Facebook schrieb der Künstler Axel Kliment-Feuerberg als Kommentar unter diesen Artikel:

„Die Kunst hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr entpolitisiert. Viele Künstler sind geradezu stolz darauf unpolitisch zu sein. Sie benutzen häufig sogar politische Symbolik und Bilder von Kriegsopfern bewusst nicht wertend als Versatzstücke ihrer Kunst. In der bildenden Kunst sind Künstler wie Neo Rauch oder Meese typisch dafür. Und wo die Kunst sich noch eindeutig politisch artikuliert, da kommt sie meist als Vehikel für Ideologien daher. Es ist höchste Zeit, dass sich Künstler wieder engangieren. Gegen Unrecht und für Menschenrechte. Für mich ist das eigentlich erst ihre Existensberechtigung. Aber leider sehe ich das wenige vorhandene Engagement zerbrechen an ideologischen Differenzen. Wie Wecker einmal gereimt hat: „Und mein Onkel lacht sich eins, denn das weiß auch er: Gegen diese Linke hat er es nicht schwer.“

Mein  Artikel ist auch hier zu finden:

http://wemeze.eu/enthuldigung/

Pegida – Busen, Bier und Islamismus

Bitte lest diesen Artikel:

http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/15/pegida-kathrin-oertel-lutz-bachmann

Auszug:

„Die Facebook-Seiten von Bachmann und seinen Freunden taugen für ein Sittengemälde des deutschen Prolls. Man sieht Bachmann dort auf Partys, mit glasigem Blick, auf den Kopf hat er sich einen Pümpel gesetzt, eine Saugglocke, mit der man eigentlich verstopfte Klos wieder freibekommt. Man kann nachlesen, dass die Bachmanns sich bei der Facebook-Aktion „Deutschlands schönste Paare“ bewarben und dass sie ihre Wohnung die „Königliche Residenz Derer Von Und Zu Bachmann“ nannten. Auch ihre Hochzeit präsentierten Vicky und Lutz komplett im Internet: ein Fest mit Pomp und Pumps. Weißes Kleid, weiße Blumen, weißer Schirm, weiße Krawatte, weißes Hemd. Viele von denen, die später zu Pegida-Anführern wurden, waren nicht nur bei Hochzeit oder Polterabend anwesend, sondern kommentierten auch fleißig mit, wenn die Bachmanns aus ihrem Leben berichteten. Das taten sie, über Jahre, für alle einsehbar. Wer sich heute noch einmal durch ihre Profile klickt, der stellt fest: Pegida, ein Phänomen, das die Republik über Monate in seinem Bann hielt, hat seine Wurzeln im Allerbanalsten.

Siegfried Däbritz, ein Waffennarr aus Meißen, setzte sich mit Lutz Bachmann zusammen Pümpel auf den Kopf – Ewigkeiten vor Pegida.

Achim Exner, früher Sicherheitschef von Dynamo Dresden, lobte Vicky Bachmann, wenn sie Selfies mit Schmollmund und schwarz lackierten Nägeln postete.

Tom Balazs aus Dresden ließ sich mit Bachmann und Frauen auf Partys fotografieren – als nicht daran zu denken war, dass der mal einer der Erfinder von Pegida werden könnte.

René Jahn, Hausmeister, erklärte, Monate ehe er Pegida-Vizechef wurde, unter einem Foto von Lutz Bachmann und seiner Liebsten: „Ihr seht geilo aus.“

Und Frank Ingo Friedemann, Pegida-Planer der ersten Stunde, diskutierte mit Vicky Bachmann, ob man einen Pümpel auch als „Büstenheber“ verwenden könnte.

Von dem Dutzend Pegida-Organisatoren gehörten die meisten schon ewig zu den Bekannten oder Freunden von Bachmann. Sie diskutierten mit, wenn Bachmann auf Facebook erklärte, eine „gefährliche Männergrippe“ fessle ihn ans Bett. Oder wenn er das Dekolleté seiner Ehefrau fotografierte und fragte, ob es symmetrisch sei. Die Bachmanns und ihre Freunde auf Facebook, das waren Zeigefreude und Geltungsdrang. Immer wieder schrieben sie über ihre Liebe zum Reality-TV, und für den Betrachter sieht es aus, als hätten sie die Sendungen einfach nachgespielt. Für ihre Freunde gaben Lutz und Vicky Bachmann so etwas wie die ostdeutschen Geissens, ein Glamour-Couple, Tarzan und Jane aus 01723 Kesselsdorf bei Dresden. Und die Freunde feuerten sie dabei an.

Aber es waren Zufälle, die dazu führten, dass diese Clique, die sich für Busen und Bier interessierte, politisch aktiv wurde. Und auch dabei spielte Facebook eine Rolle.“

Ein weiterer Auszug:

„In Kesselsdorf, einem Vorort von Dresden, wohnen die Bachmanns in einem der vielen Neunziger-Jahre-Mehrfamilienhäuser, hellblau gestrichen. Vor dem Haus steht Bachmanns Würstchenanhänger, bedruckt mit „Das Original – Sächsische Rostbratwurst“, und dem Preis: 2,50 Euro, inklusive Brötchen. Bachmanns Vater ist Fleischermeister. Die Bratwurst, hergestellt nach Familienrezept, fertigen die Bachmanns bis heute. Lutz Bachmann soll vor Kurzem noch selbst mit dem Würstchenwagen die frisch Gegrillten unters Volk gebracht haben. Vielleicht tut er es auch heute noch, er verrät es nicht.

Nach dem Abi hatte Lutz Bachmann Koch gelernt, dann Anfang der neunziger Jahre eine Werbeagentur gegründet. Aber er geriet rasch auf die schiefe Bahn: Mit Anfang 20 begann er eine Serie von Einbrüchen, Körperverletzungen, Diebstählen. Schon damals schaffte er es in die Bild-Zeitung: als „Panzerknacker aus Dresden“. 1998 wurde er zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Er setzte sich nach Südafrika ab. Erst als ihm dort die Abschiebung drohte, habe er sich gestellt, gibt Bachmann zu . 2001 kam er ins Gefängnis, nach 14 Monaten war er auf Bewährung frei. 2009 wurde er mit Drogen erwischt, Kokain, er erhielt eine Bewährungsstrafe. Und weil er den Unterhalt für seinen Sohn aus einer früheren Beziehung schuldig geblieben sein soll, muss er sich bis heute mit der Justiz auseinandersetzen. Der Sohn immerhin scheint keinen Groll zu hegen, bei mindestens einer Pegida-Demo war er als Ordner aktiv. Auch Bachmanns Vater sah man schon in der ersten Reihe, er hielt das große Pegida-Banner bei der Kundgebung. Vicky mischt ja ohnehin mit. Pegida ist auch ein Familienbetrieb.“

(…)

„Auch für Dresdens Rotlicht-König arbeitete Bachmann: Wolfgang „Wolle“ Förster. Förster betreibt Dresdens bekanntestes Striplokal Klax, außerdem wie Bachmann eine PR-Firma. Eine Zeit lang müssen Bachmann und Förster Geschäftspartner gewesen sein, noch bis vor wenigen Wochen lief die Website von Bachmanns Agentur auf Försters Namen – was der sich, sagt er, nicht erklären könne: „Wir gehen seit fünf Jahren getrennte Wege.“

Ich habe mit dem Kopf geschüttelt, gelacht, mich fremdgeschämt. Durchaus kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die Geschichte des Herrn Lutz Bachmann und dessen Gefolgsleuten signifikant für deren Rhetorik ist.  Eine gewisse Unbildung, gepaart mit kruder Skandierung – das kommt uns doch bekannt vor, oder?

Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich jetzt herzlich lachen!

Wir sehen uns ausgeschlafen.

Eure Sylvia Kling

Die Ereignisse in Köln – Der Aufschrei kommt zur „rechten Zeit“!

Fontane
Berichterstattungen genau abwägen. Überschriften lesen, Inhalte ansehen, Details sammeln, Ermittlungen abwarten.
Heute möchte ich zum Nachdenken, zum Lesen und Differenzieren (für alle, die dazu noch imstande sind und nicht dem Medienwahn verfallen) einige Artikel und Links empfehlen.

Ich beginne mit dem Bericht einer Augenzeugin in Köln:Regina Schleheck

„Ich erlebe nun seit drei Tagen die sich aufschaukelnde Hype um die Vorkommnisse am Kölner Hauptbahnhof. Ja, ich war mittendrin. An die drei Stunden. Im Bahnhof an der Seite zum Breslauer Platz. Zu dem, was auf dem Bahnhofsvorplatz am Dom vorgefallen ist, kann ich nichts sagen. Eine Menschenmenge wird sich überall unterschiedlich darstellen, sie ist nicht homogen. Ich stand eingekeilt in einer Menschenmenge von gefühlten neunzig Prozent Männern arabischen Ursprungs. Die Gleiszugänge waren gesperrt, weil die Bahnsteige überfüllt waren und weil sich Menschen auf den Gleisen befanden, so dass die DB alle Züge gestoppt hat. Ich vermute, nicht in allen Ländern unterliegt der Bahnverkehr so strengen Sicherheitsmaßnahmen wie hier, und es ist auch klar, wenn erst einmal alle Zugänge zu den Bahnsteigen gesperrt werden, wählt man den Weg über die Gleise, das schaukelt sich dann hoch.
Einzelne der Männer, die ich beobachtet habe, hatten zu viel getrunken und torkelten, einer saß vollkommen benommen in einer Ecke und übergab sich. Besoffene kennt man von Karneval in Köln in ungleich größerem Ausmaß, da wird in Horden gesoffen, gegrölt gegrapscht, uriniert und gekotzt, und es sind in erster Linie Einheimische, die vollkommen über die Stränge schlagen. Die ich in der Nacht gesehen habe, waren einzelne und sie wurden nicht alleingelassen, da waren andere, die sich um sie gekümmert haben und denen das augenscheinlich peinlich war. Alle Menschen um mich herum haben sich außerordentlich ruhig, geduldig und sehr achtsam verhalten. Ich habe immerhin Stunden dort zugebracht und keinen einzigen Übergriff beobachten können. Die Männer um mich herum – und das waren sehr, sehr viele -, haben sich sehr bemüht, mir trotz des Gedränges nicht zu nahe zu kommen, mehr noch, sie haben mich mit den Armen abgeschirmt gegen die Leiber, die von allen Seiten herangeschoben wurden. Sie waren sehr freundlich, haben die Situation bedauert, versucht, sich mit Händen und Füßen zu vermitteln, sich bei mir erkundigt, wohin ich wollte, haben andere gefragt, die weiter oben standen, ob die Bahn, die ich brauchte, möglicherweise am Bahnsteig stehe oder angeschlagen sei, radebrechten, um mir zu erzählen, woher sie kämen und was sie hier machten, während sie die ganze Zeit Ruhe bewahrt haben. Ich habe selten derart freundliche und geduldige Landsgenossen erlebt. Hier rasten die Leute oft schon aus, wenn bei Aldi an der Kasse ein paar Menschen vor ihnen stehen. Anderswo ist man vermutlich ganz andere Dinge gewohnt.
Natürlich wird es die Ausschreitungen am Bahnhof gegeben haben. Aber ich vermute, das Ausmaß wird gerade mächtig aufgebläht, weil es in die vorherrschenden Ängste passt. Ich habe die Situation vollkommen anders erlebt.
Bitte nehmt die Berichte ernst, aber nicht die Hysterie, die da gerade verbreitet wird.“

Regina Schleheck ist seit Veröffentlichung dieses Berichtes  einer Vielzahl von persönlichen Angriffen ausgesetzt. Hier ein Auszug:

„Ich erhalte derzeit eine Fülle an privaten Zuschriften, die es mir unmöglich macht, auf alle zu reagieren. Es gibt aber darunter einige, die, wie ich finde, in meinem Postfach nichts verloren haben, sondern öffentlich gemacht werden sollten. Ich zitiere:

„Hallo Du altes Gestell. Wie kommst Du denn auf die Ideem dir würde jemals jemand zu nahe kommen? Dein Artiikel in der Huff Post zum Arab-Auflauf am Kölner Dom ist total unnötig.
Muslime sind eine total problematische Gruppe und ab 10% Bevölkerungsanteil eine Gefahr. Als Staat ohne koloniale Vergangenheit sich freiwillig in eine Lage wie die Franzosen zu begeben, und das Muslimpack hier anzusiedeln ist Hochverrat. Jeder, der das unterstützt muss mit Maßnahmen rechnen.
Passen sie auf, was sie verharmlosen. Natürlich sind nicht alle so, aber selbst wenn es nur 5-10% wären wäre es einfach zu viel und zu teuer. Daher pauschal: Weg mit dem ganzen Dreckspack.“
<24990fc380a29ef751de141460cfe1baae66@guerrillamail.com>“

Seit heute erhält sie auch Anrufe, die ansatzweise auf nichts Gutes hindeuten. Was sehr positiv ist, sie erhält auch eine Menge Zuspruch und Solidarität.

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http://www.nachdenkseiten.de/?p=29932

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http://www.ksta.de/koeln/sote-faktencheck-zur-silvesternacht-am-koelner-hauptbahnhof,15187530,33054210.html

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http://www.prinzessinnenreporter.de/silvester-in-koeln-einige-anmerkungen/

Auszug aus diesem Link (ein sehr wichtiger Satz, der für viele Bürger offenbar nicht mehr primär zu sein scheint):

„5. Im Journalismus geht es nicht um Klicks, sondern um Fakten.“

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http://menschenrechte.eu/index.php/meldung-im-detail/items/sexualstraftaten.html

Auszug aus diesem Link:

„Betrunkene entblößen sich, fassen Frauen unters Dirndl und feuern sich gegenseitig an: Im Bierzelt auf dem Oktoberfest legen manche Männer sämtliche Hemmschwellen ab. Doch die meisten Übergriffe auf Frauen werden nie geahndet.“ So schrieb die Süddeutsche 2011. Mittlerweile werden umfangreiche Präventionsmaßnahmen gegen sexuelle Übergriffe auf dem Oktoberfest ergriffen, ohne dass aber ein Abstellen sexueller Übergriffe gelungen ist. So betreute ein spezielles Beratungsteam 2013 allein 156 Opfer, wobei es eine Sachlage ist, dass sich nur eine Minderheit derjenigen, die Opfer von sexueller Anmache, Übergrifflichkeit und Gewalt werden an Beratungsstellen wenden oder Anzeige erstatten. Entsprechend befasst sich auch ein Artikel aus der Süddeutschen noch im Jahr 2015 damit, wie sexuelle Übergriffe auf dem Oktoberfest besser verhindert werden können.“

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https://www.bka.de/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/pks__node.html?__nnn=true

Auszug aus dem letzten Link:

„Hinweis:
Die Nutzung der Daten (vollständig oder auszugsweise) ist nur mit Quellenangabe (PKS Bundeskriminalamt, Angabe des Berichtsjahres ) zulässig.
Es gilt die Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0
> https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0

Ab dem Berichtsjahr 2014 werden die PKS-Tabellen (Standard und BKA) sowie die PKS-Zeitreihen nicht mehr im PDF-Format, sondern als Excel- und CSV-Dateien angeboten.“

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Thomas Mohr, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Mannheim:

„Sehr geehrte Facebookgemeinde,
ich habe mir lange überlegt, ob ich mich hier zu den Vorfällen in Köln oder Stuttgart äußern soll, denn ich bin kein „Pressesprecher“ der verantwortlichen Politik. Die ist jetzt gefragt und muss handeln. Da sollte man sich als Gewerkschaft eher neutral verhalten.
Aber was mich unheimlich aufregt sind Äußerungen von einigen Politikern, die gleich den Schuldigen gefunden haben! Die Polizei!
Das ist unfassbar, dass gerade die Verursacher von stetigem Personalabbau bei der Polizei nun die ersten sind, die mehr Polizei fordern.
Ein Politiker aus Köln, ich nenne bewusst mal nicht seinen Namen, äußert, dass er nicht verstehen kann, dass die Polizei an Silvester so „schwach“ (seine Worte) aufgestellt war. Für ihn wäre es selbstverständlich und auch machbar gewesen, dass an „Silvester“ da „alle“ verfügbaren Polizisten Dienst hätten machen müssen. Das erwartet der Bürger.
Ich habe es mir dann nochmal angeschaut um sicher zu sein, das ich richtig gehört habe.
Unglaublich und völlig praxisfremd.
Fakt ist, dass gerade an Tagen, wie Silvester, die Mindeststärken auf den Dienststellen erhöht werden. Und bitte liebe Politik! Hört auf den Bürgerinnen und Bürgern hier eine heile Polizeiwelt zu verkaufen. Polizisten sind nur „verfügbar“ wenn sie auch tatsächlich vorhanden sind. In Baden-Württemberg wurden in den vergangenen Jahren, von der Vorgängerregierung, 1000 Stellen abgebaut. Bundesweit insgesamt soviel, wie die gesamte Berliner Polizei Personal hat. Das ist Fakt.
Aber sich vor die Kameras zu stellen und gleich mal klarstellen, obwohl die Ermittlungen noch andauern, dass die Täter nicht aus den Reihen der Flüchtlinge oder Asylbewerber stammen, ist nicht gerade professionell und nicht belegt. Auch ich gebe nichts auf schnelle und pauschale Vorverurteilungen, weil mir in erster Linie egal ist, welche Personengruppe die Frauen sexuell bedrängt, verletzt und beraubt hat. Hier geht es mehr um eine Verletzung der Rechtsnormen und massive Straftaten gegen Menschen.
Wenn man Zeugenaussagen und den Angaben der geschädigten Frauen (ca. 90 Anzeigen wurden alleine in Köln erstattet) zuhört, ist von überwiegend schwarzafrikanischen Männern und Arabern die Rede.
Aber wie gesagt, darum geht es mir in erster Linie nicht. Auch wenn es welche aus hiesiger Bevölkerung gewesen sind, ist eine solche Dimension und Respektlosigkeit gegenüber Frauen in unserem Rechtsstaat nicht zu akzeptieren. In unserer Gesellschaft sind Frauen gleichberechtigt und werden respektvoll behandelt, wie im übrigen alle anderen Menschen auch, egal welcher Religion oder Kultur sie angehören.
Aber wer hier mit unserer demokratischen Gesellschaftsform, mit all ihren Rechtsnormen und Gesetzen nicht leben kann oder will und dabei straffällig wird, muss die Konsequenzen innerhalb unseres Rechtssystems spüren, egal woher er stammt oder kommt.

Also liebe Politik. Bevor man erneut die Polizei wieder voreilig als „Sündenbock“ ausgewählt hat, wäre ein sachorientiertes und auf Fakten basierendes Handeln angebrachter. Die Bürgerinnen und Bürger schauen derzeit auf sie, die Politik, wie sie mit der Situation umgehen werden!

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mohr
Vorsitzender der
Gewerkschaft der Polizei Mannheim“

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 Cihan Sügür
Cihan Sügür

Cihan Sügür

„Das geht an die Populisten, die mit ihrer Wortkotze und Durchfallpolitik die überfallenen Frauen für ihren Kulturkampf missbrauchen.

Straftaten klar benennen, aufklären und mit voller Härte bestrafen. Individuell, nicht kollektiv. Argumentativ, nicht affektiv. Nach Recht und Gesetz, nicht Lust und Laune.“

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Betül Ulusoy:

„Man denkt fast: Endlich! Endlich wird über Frauen, Frauenrechte, sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt gegen Frauen in Deutschland gesprochen – und dann reden doch wieder alle nur über Männer.
Allerdings andere Männer, nordafrikanische Männer, fremde Männer. Und während wir wieder einmal damit beschäftigt sind, mit dem Finger auf vermeintlich andere zu zeigen, zeigen erneut drei Finger auf uns zurück. Dabei hätte das eine so gute Chane sein können, um endlich ernst und nachhaltig über reale, deutsche Probleme zu sprechen. Ja, sexuelle Gewalt gegenüber Frauen ist ein deutsches Problem, auf Festivals, in Diskotheken, im Haushalt. Der Übergriff in Köln zu Silvester ist ein Fall, aber lange kein Einzlefall.

Jede siebte Frau erfährt in Deutschland laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums sexuelle Gewalt. Bei Weitem höher sind diese Zahlen innerhalb der Ehe. Jede vierte Frau erfährt häusliche Gewalt. 27 % der Frauen tragen gar schwere bis lebensbedrohliche körperliche Verletzungen davon.

Höhere Bildung oder sozialer Status schützen dabei nicht. 66 % der Täter aus der Studie des Bundesfamilienministeriums lebten in Haushalten mittlerer bis hoher Einkommenslagen. 70 % der befragten Frauen bezogen ein eigenes Einkommen, 38 % hatten ein Abitur oder einen Hochschulabschluss.

Nur zwei Eigenschaften haben fast alle Täter gemeinsam: 99 % von ihnen sind männlich und erwachsen. Religion, Herkunft, Bildung und sozialer Status sind hingegen nicht ausschlaggebend. Bitte den letzen Satz erneut lesen – am besten laut – und merken.

Wem nutzen die Diskussionen heute also wieder? Den Frauen jedenfalls nicht.
Wir tun uns und vor allem Frauen keinen Dienst, indem wir das Thema Gewalt gegen Frauen von uns weg und anderen zu schieben. Auf ihrem Rücken werden erneut heuchlerische Debatten über fremde Männer geführt. Dabei müssen wir in Deutschland eigentlich wirklich reden – über Frauen.“

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ARD Tagesschau:

„Nach den Übergriffen in Köln gibt es hier auf unserer tagesschau-Facebook-Seite eine kaum noch beherrschbare Flut an Kommentaren. Neben sachlichen Anmerkungen und Kritik auch eine Unmenge rassistischer Pöbeleien und wilder Spekulationen, obwohl längst noch nicht abschließend geklärt ist, was genau in Köln oder Hamburg passiert ist und wer die Täter sind.

Unsere Antworten sind Fakten, nicht Spekulationen oder Unterstellungen.

Was wissen wir bis jetzt? –> www.tagesschau.de/inland/koeln-uebergriffe-101.html

Wie reagieren Politik und Polizei? –> www.tagesschau.de/inland/uebergriffe-koeln-107.html

Was sagen die User im Netz? –> http://www.tagesschau.de/…/uebergriffe-koeln-hamburg-101.ht…

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Ich denke, diese Artikel sind vorerst ausreichend für eine differenzierte Meinungsbildung. Es ist für mich absolut unstrittig, dass Sexualdelikte bestraft werden müssen und es an der Zeit ist, adäquat zu handeln. Damit meine ich auch die Ausweisung von nichtdeutschen Bürgern, die gegen das Gesetz verstoßen. Der Aufschrei kommt jedoch zur
„rechten Zeit“ (wie doppeldeutig), denn die deutsche Rechtsprechung ist hinsichtlich des Strafmaßes bei Sexualdelikten nicht gerade akzeptabel. Das ist schon seit Längerem so, nicht wahr?

Meine Frage jedoch lautet:

Wo war der Aufschrei vor diesen Ereignissen? Ich kann Birgit Kelle (Autorin, Kolumnistin)  leider nicht in allen Punkten zustimmen. Frauen müssen geschützt werden, ja. Egal welcher Herkunft: Sexualdelikte sind zu ahnden, ja. Doch der Aufschrei ist jetzt laut genug, Frau Kelle! Wo war er nach den Oktoberfesten? Wie werden unsere Frauen von deutschen Behörden nach Vergewaltigungen durch deutsche Männer behandelt?

WER instrumentalisiert jetzt was?

Ich weigere mich, diesen wiederholten Polarisierungen und Pauschalisierungen zu folgen. Mir ist Wissen lieber als eine Ahnung und eine Verteufelung von Personen.

Momentan warte ich noch auf den Beitrag eines Flüchtlingshelfers, der in Köln vor Ort war und einen wichtigen Beitrag zu den Vorfällen geschrieben hat. Sobald mir dieser vorliegt, werde ich ihn ergänzen oder als neuen Beitrag bringen.

Noch einige Worte zu dem Rat der Frau Reker:

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Nach-Angriffen-in-Koeln-veraergert-OB-Reker-mit-Verhaltensregeln

Eine Armlänge Abstand zu halten ist im Kölner Karneval äußerst unproduktiv und führt nicht zum gewünschten Ergebnis.

Es ist ein allgemeiner Hinweis, den ich im Übrigen schon als junge Frau von meiner Schwester erhalten habe! Diesen Ratschlag gibt man nicht erst seit heute! Meine ältere Schwester gab ihn mir, nachdem ich zwei Mal von deutschen Männern (muss man heute betonen) angegriffen wurde – mit der Intention einer Vergewaltigung.

Des Weiteren soll man auch, wenn man im Bekannten- oder Familienkreis von einem betrunkenen Mann bei der Abschiedszeremonie nicht umarmt werden will, die Hand mit ausgestrecktem Arm hinhalten. Dadurch kann keine Umarmung stattfinden. Einerseits ist die Körpersprache hier ein essenzielles Thema, andererseits wehrt man damit die körperliche Annäherung ab.

Im Deeskalationstraining für Mitarbeiter deutscher Ämter mit dem Schwerpunkt „Arbeit mit Bürgern“ wird bereits seit Jahrzehnten auf Grund tätlicher Angriffe deutscher (!!!) Bürger auf Mitarbeiter des Sozialamtes schon das gelernt, was Frau Reker empfiehlt.

Lasst also mal die Kirche im Dorf! Lasst Euch doch nicht dauernd so hochschaukeln. Denkt nach und versucht, Euch nicht benutzen zu lassen. Es scheint mir auch, dass alles, was die Menschen – egal, in welchen Positionen – von sich geben, zu Hetzerei und Hasstiraden führt.

Es ist beängstigend zu beobachten, wie sich die Menschen untereinander beschimpfen und sich diskreditieren. Bitte versucht, sachlich zu bleiben und beim Medienkonsum zu filtern. Bitte bewahrt den Respekt vor anderen Menschen und lasst Euch nicht vom Hass vereinnahmen, sondern handelt schon im Kleinen menschlich!

Wer weitere Artikel und Links empfehlen kann, setzt sie bitte als Kommentar. Ich werde sie gern einsetzen, wenn sie zu einer Differenzierung beitragen. Heute bin ich auf diesem Blog sehr häufig online.

Eure Sylvia Kling

Dresden am 16.12.2015 – Erster großer Bürgerdialog

 

Dresden – Erstmals seit Beginn der PEGIDA-Demos ist ein großer Bürgerdialog zustande gekommen. Etwa 1000 Dresdner, darunter auch Vertreter des Anti-PEGIDA-Lagers und PEGIDA-Demonstranten selbst, redeten am Mittwochabend in der Kreuzkirche miteinander.

Der Chef der Landeszentrale für Politische Bildung, Frank Richter, war der Moderator.

Bis auf einen Zwischenfall blieb es friedlich: Ein Pegida-Anhänger und ein Redner gerieten verbal aneinander. Es wurde laut in der Kirche (siehe im Video oben). FDP-Politikerin Barbara Lässig (re. im Video) und Pfarrer i.R. Hanno Schmidt (links, hinter dem Zwischenrufer) schlichteten.

Eingeladen hatten OB Dirk Hilbert (44, FDP) und Superintendent Christian Behr. Hilbert sagte: „Wir, die Bürgerschaft dieser Stadt, wir alle stecken fest.“ Er schließe sich ausdrücklich ein.

Jeder habe inzwischen eine Meinung zu allem. Aber die Wortmeldungen würden immer frustrierter. Daher müsse der Kreislauf aus Standpunkten und Gegenstandpunkten endlich durchbrochen werden.

Ein aus Syrien stammender Dresdner rief die Bürger zu gemeinsamen Anstrengungen auf. „Denn die Größe einer Gemeinschaft zeigt sich bei der Bewältigung von Problemen.“ Er habe nicht erwartet, dass so eine Herausforderung wie jetzt die Flüchtlingskrise die Stadt so spalte. „Aber die Menschen, die hierherkommen, haben sich das nicht ausgesucht; sie wurden gezwungen, hierher zu kommen. Bitte öffnen Sie also Ihre Herzen.

PEGIDA-Mitbegründer René Jahn sagte begleitet von vereinzelten Buh-Rufen: „Unsere Stadt durchzieht ein tiefer Graben.“ Bürger würden vielfach nur vor vollendete Tatsache gestellt. Bürger und Politik hätten sich immer weiter voneinander entfernt. Daran seien (auch) die Medien nicht unschuldig. „Selbstverständlich ist Dresden weltoffen. Und das soll auch so bleiben.“

Die Veranstaltungsreihe soll fortgesetzt werden.

 Die Rede Hilberts im Wortlaut:

„Wir, die Bürgerschaft dieser Stadt, wir alle stecken fest. Und ich schließe mich da ausdrücklich ein. Jeder von uns hat eine Meinung. Eine Meinung zur Unterbringung von Flüchtlingen, eine Meinung zu den montäglichen Demonstranten – auf der einen wie auf der anderen Seite. Über die Politik, über die Politiker. Eine Meinung über die Medien und eine Meinung über das Bild, das unsere Stadt in diesen Tagen bietet.

Ich höre und lese diese Meinung tagtäglich. Und was ich registriere: All diese Wortmeldungen werden immer frustrierter, wütender und immer kompromissloser. Jeder beharrt darauf, auf der richtigen Seite zu stehen. Die einzig richtige Meinung zu vertreten. Und damit meine ich nicht die Hassprediger auf den Demonstrationen, nicht die Irren, die Ausländer in unserer Stadt angreifen. Oder die Irren, die in Leipzig Polizisten verprügeln. Nicht die, die mir und meiner Familie Gewalt androhen!

Ich meine uns, die wir hier sitzen. Wir stecken fest. Und weil das so ist, sind die Exzesse, die ich gerade benannt habe, erst möglich. In der festen Überzeugung, dass wir diesen Kreislauf aus Standpunkten und Gegenstandpunkten durchbrechen müssen – dafür stehe ich hier und heute, aber vor allem als Oberbürgermeister zur Verfügung.

Dresden kann auch Dialog. Die Kreuzkirche am Mittwochabend.

 

Allerdings unter zwei Bedingungen: Jeder von uns muss bereit seit, sich selbst und seine Meinung zu hinterfragen. Das gilt für die Politik, die Verwaltung; das gilt aber auch für Sie alle hier im Raum und für die Debatte in der gesamten Stadt. … Die zweite Bedingung: Ich bin nur bereit, auf dem Boden des Grundgesetzes zu agieren, und erwarte dies auch von meinem Gegenüber. Dies schließt jede Gewalt und jede Hetze aus.

Und noch einen letzten Gedanken: Dresden mag unter einem erheblichen Imageverlust leiden. Ich glaube aber, dass wir in der jetzigen Situation eine ganz besondere Chance liegt. Die Chance, dass wir über Demokratie, Toleranz und über Grenzen sprechen. Offen, kontrovers und ehrlich. Aus dieser Diskussion kann Dresden gestärkt hervor gehen, während in anderen Stadtgesellschaften vielleicht Dinge nur unter der Oberfläche brodeln. Lassen Sie uns diese Chance ergreifen und nicht dadurch wegwerfen, dass wir nur unsere Meinung für die richtige halten.“

 Quelle:

https://mopo24.de/#!nachrichten/buergerdialog-pegida-hilbert-appelliert-fuer-neuanfang-34123

Dresden

Die Stadt verstummt
in fliegenden KleinGeistern,
siebzigjähriger Atem
verhaucht

Heimatliches Tal,
einst so verträumt,
trägt AngstSchweiß
im Genick.

©Sylvia Kling

Mehr möchte ich persönlich heute nicht dazu sagen.