Ich muss euch enttäuschen!

Ich muss euch enttäuschen!

Welch ein Lichterglanz!
Weihnachtliches Regen,
soll es mich bewegen
so tief in mir und ganz?

Ach, Bäume leuchten, blenden
im reichen Lichterblitzen,
selbst in den kleinsten Ritzen
ihr Flammen lieblich senden.

Und ach, verlockender Duft
aus manch bürgerlichem Reich,
es hungert mich sogleich
hier aus der kalten Luft.

Wie fällt auf uns der Segen,
er hat uns heimgesucht,
als hätten wir ihn gebucht
und könnten ihn zeitlich bewegen.

Und welche schönreichen Gaben!
Mir ist in diesem Jahr
noch mehr als jeher klar:
wir zu viel davon haben.

Ich habe keinen Schalter
um Gefühle umzulegen,
ich könnte werden verwegen
zum HeuchelgutVerwalter.

Doch all das Elend, die Kriege
die lassen mich traurig blicken
und eins, zwei, drei mal klicken
Auf das ich mich nicht verbiege.

Welch eine LichterSpende!
Weihnachtliches Schmücken
manch lächerliches Verzücken –
ohne geistiger Wende.

Copyright Sylvia Kling/Gelesen zu meiner Lesung in der Marienkirche Dessau am 10.12.2016

Entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten, auf diesem Blog nur Artikel zu schreiben, ist es mir aus aktuellem Anlass ein Bedürfnis, dieses Gedicht heute zu veröffentlichen.

Ich möchte auch noch einmal auf meinen Artikel hier verweisen, der für mich auch an diesem, sehr traurigen Tag Gültigkeit hat!

https://wiedaslebenklingt.wordpress.com/2016/07/23/warum-koennen-wir-nicht-einfach-still-sein/

Ich wünsche den Angehörigen der gestern in Berlin Getöteten und Verletzten viel Kraft in dieser schweren Zeit. Keine anderen Worte wären für mich angebracht!

Trotz allem – oder gerade deshalb – wünsche ich meinen Freunden, Lesern und Besuchern ein schönes Weihnachtsfest und für uns alle vor allem  Frieden, der bekanntlich in unserem Herzen und in unserer unmittelbaren Nähe beginnt! Frieden fängt bei uns selbst an, geht damit weiter, den anderen zu respektieren, dem anderen die Hand zu reichen.

Frieden ist Liebe und Liebe ist nicht verhandelbar.

Eure Sylvia Kling

Das Kopieren und die Weiterverwendung von Text und Foto sind nicht gestattet!

Beitragsfoto:

URL: http://piqs.de/fotos/115653.html

Lizenz: Creative Commons License

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Fotograf: Reinhard Sandbothe
Titel: Frieden stiften …
Tags: versöhnung, frieden, entschuldigung, vergebung, forgiveness, peace

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Künstler im Ruhe(zu)stand? Zeigt endlich Kante!

(Ent)Huldigung

Mancher Künstler
wirkt recht starr
in diesen
schleppend Zeiten,
wie treu und frei
ist ein Narr,
der spielt auf
rostgen Saiten?

Verloren scheinen
die verkreuzten Queren,
die Wahrheit noch
verkünden,
die Gefühltes klar
gebären,
beim Empfänger
Verstande zünden?

Da säuselt hier
im deutschen Lande,
als wärs ein
Paradiese
eine große
Künstlerbande
und huldigt gar
der Krise.

Copyright Sylvia Kling

Es ist nicht gestattet, Texte ohne Angabe des Urhebers und ohne Genehmigung desselben zu kopieren und weiterzuverwenden!

Wie meinte Udo Lindenberg, den ich seit meiner Jugend verehre:

„Zwar gebe es Musiker, die Haltung zeigten – wie etwa Herbert Grönemeyer, die Toten Hosen, Jan Delay oder Clueso. „Aber es gibt viele, die äußern sich prinzipiell gar nicht, die sagen, wir sind reine Entertainer, wir machen nur Unterhaltung nach dem Motto: Mach dir ein paar schöne Stunden, geh ins Kino, vergiss die Welt da draußen.“ Es wäre besser, so Lindenberg, wenn sich mehr Künstler politisch positionierten.“

Seit zwei Jahren stelle ich besorgt fest, dass es immer weniger Künstler gibt, die sich positionieren. Ist es die Angst um Einbuße bei den Honoraren, die Angst, Fans zu verlieren? Immerhin scheint ein nicht geringer Anteil der deutschen Bevölkerung fremdenfeindlich eingestellt zu sein. Woran liegt es, dass unsere Künstler immer leiser werden, wenn es darum geht, Kante zu zeigen?

Auch im Bereich der Kleinkunst – wir müssen nicht zwingend zu den Prominenten schauen – ist die Tendenz zum schweigenden Verharren besorgniserregend! Warum? Ihr seid diejenigen, die unter das Volk gehen! Hier ist es so wichtig, den Menschen zu zeigen: Es geht auch anders.

Ich kann Euch sagen: Es geht! Ich lese in und um Dresden – nicht gerade leicht, in Sachsen unter die Leute zu gehen und kritische Texte zu lesen, die teilweise den Leuten „paar auf die Fresse hauen“ (wie ein Gast in Klingenberg wortwörtlich zu mir sagte und er fand das gut!).

Angst, liebe Künstler, ist ein schlechter Ratgeber.  Die Angst vor der Wahrheit ist nicht so schlimm, als die Angst, die eintreten wird, wenn diese Wahrheit Formen annimmt!

Habt Mut und zeigt Gesicht. Wenn es zu spät ist, habt auch ihr genau das verloren!

Über ein Teilen und Rebloggen würde ich mich sehr freuen – in unserer aller Sinne.

Wir sehen uns ausgeschlafen.

Sylvia Kling

Auf Facebook schrieb der Künstler Axel Kliment-Feuerberg als Kommentar unter diesen Artikel:

„Die Kunst hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr entpolitisiert. Viele Künstler sind geradezu stolz darauf unpolitisch zu sein. Sie benutzen häufig sogar politische Symbolik und Bilder von Kriegsopfern bewusst nicht wertend als Versatzstücke ihrer Kunst. In der bildenden Kunst sind Künstler wie Neo Rauch oder Meese typisch dafür. Und wo die Kunst sich noch eindeutig politisch artikuliert, da kommt sie meist als Vehikel für Ideologien daher. Es ist höchste Zeit, dass sich Künstler wieder engangieren. Gegen Unrecht und für Menschenrechte. Für mich ist das eigentlich erst ihre Existensberechtigung. Aber leider sehe ich das wenige vorhandene Engagement zerbrechen an ideologischen Differenzen. Wie Wecker einmal gereimt hat: „Und mein Onkel lacht sich eins, denn das weiß auch er: Gegen diese Linke hat er es nicht schwer.“

Mein  Artikel ist auch hier zu finden:

http://wemeze.eu/enthuldigung/

Wir brauchen in Sachsen mehr Präsenz engagierter Menschen/Künstler!

 

Es gibt nichts zu beschönigen: Es wird Zeit zu handeln. Diese Entwicklung ist die Folge geduldeter, rechter Bewegungen und Parteien, die den Hass auf „Fremde“ schüren und nichts auslassen, um mit ihren populistischen Aussagen die Ängste der Menschen weiter zu nähren. Das vergiftete Klima in Dresden und letztendlich die (nicht nur unterschwelligen) Konflikte sind nicht nur unerträglich, sondern  gefährlich!

Auch die Behörden (Verwaltungsbehörden/Polizei) haben in der Vergangenheit wiederholt (und zumindest dahingehend konsequent!) nichts Konkretes unternommen, um den rechten Tendenzen und sich ausbreitenden Strukturen Einhalt zu gebieten. Im Gegenteil! Bitte lest dazu:

https://wiedaslebenklingt.wordpress.com/2016/05/17/die-dresdner-mutbuerger/

Ich plane eine Benefizveranstaltung in Dresden.  Dazu wird demnächst auf Facebook sowie meinem Autorenblog folgender Text veröffentlicht:

Mit-Initiatoren und Unterstützer sowie Künstler gesucht

Schon länger trage ich den Gedanken in mir, eine Benefizveranstaltung gegen Nationalsozialismus und Fremdenfeindlichkeit in Dresden zu organisieren. Die Nachrichten aus Bautzen und die jüngsten Ereignisse (Sprengstoffanschläge in Dresden) bestätigen mir überdeutlich, dass es nicht reicht, mit einer Gruppe „Gegen das Vergessen“ und hinreichenden Beiträgen lediglich geistig und im Netz gegen das rechte Gedankengut anzutreten.

Wir brauchen in Sachsen mehr Präsenz von Menschen, die sich klar und deutlich gegen nationalsozialistisches Gedankengut und Handeln positionieren. Wir benötigen dringend engagierte Künstler, die den Mund aufmachen.

Menschen mit Herz und Verstand sind somit gefragt.

Ich suche jemanden, der sich mit mir gemeinsam um die Organisation einer solchen Benefizveranstaltung kümmert und ggf. auch auf gute Kontakte zurückgreifen kann. Weiterhin suche ich – vor allem sächsischstämmige oder in Sachsen ansässige – Künstler, die sich mit ihren künstlerischen Beiträgen unmissverständlich einsetzen und zeigen, wo sie stehen. Doch auch Künstler aus anderen Regionen sind gefragt.

Bitte teilt diesen Beitrag. Mails bitte an:

sylvia-kling@gmx.de

Es ist keine Zeit mehr, sich rauszuhalten!

Keine Zeit mehr

Es ist keine Zeit mehr
sich rauszuhalten
und wenn man es tut,
kommen die geballten
und bleiern dumpfen
Regengüsse,
vorbei wären dann
die süßen Genüsse,
an denen man
reichlich sich erfreute,
gepfändet wäre
das Wohlstandsgeprassel,
was uns listig zerstreute,
dann krieche so manch
verborgene Assel
aus morschverquollnem
Quartiere,
tausende übelverkommne
Gestalten
und falls es dich interessiere:
Es ist keine Zeit mehr,
sich rauszuhalten.

©Sylvia Kling/August 2016

Das Gedicht wird in meinem Lyrikband „AufBruch“ im Dezember 2016 erscheinen.

Hinweise zum Urheberrecht:

Das Kopieren und Weiterverwenden von Texten mit gekennzeichnetem Urheberrecht ist ohne meine Zustimmung nicht gestattet!

Zu den Sprengstoffanschlägen in Dresden:

Wie die Polizei berichtet, gab es gestern abend zwei Sprengstoffanschläge- eine an der Moschee in der Hühndorfer Straße (Dresden-Cotta) und eine halbe Stunde später am ca. 3 km entfernten, internationalen Congress Center Dresden in der Devrientstraße. Menschen wurden nicht verletzt. Es entstand ein hoher Sachschaden.

Polizeipräsident Horst Kretzschmar sieht einen zeitlichen Zusammenhang sowie fremdenfreindliche Motive für die Taten. Er geht davon aus, dass die Anschläge in Verbindung mit der Einheitsfeier am Wochenende stehen.

Die Polizei ist auf Grund dieser Lage alarmiert, ordnete den Schutz verschiedener Gebäude an und überprüft die Gefährdungslage weiterer Objekte.

Ich danke für die Aufmerksamkeit. Wir sehen uns ausgeschlafen!

„Handarbeit“ und Gedenktag an die Opfer des Holocaust

 

Foto und Gestaltung: Andreas Rüb

Foto und Gestaltung: Andreas Rüb/

Sein Blog: http://dschungelpinguin.com/

Gestern wurde in Israel an die Opfer des Holocaust gedacht – 6 Millionen Juden.

Heute werden um 10 Uhr im ganzen Land zum Gedenken an die Opfer die Sirenen für zwei Minuten heulen. Das alltägliche Leben wird in diesen Minuten zum Stillstand kommen.

Niemals dürfen die Verbrechen vergessen werden, die im Namen unseres Volkes geschehen sind. Und nie, nie wieder dürfen wir sie zulassen!

Ich wünsche allen Lesern und Besuchern einen angenehmen Feiertag.

Wir sehen uns ausgeschlafen!

Sylvia Kling