Künstler im Ruhe(zu)stand? Zeigt endlich Kante!

(Ent)Huldigung

Mancher Künstler
wirkt recht starr
in diesen
schleppend Zeiten,
wie treu und frei
ist ein Narr,
der spielt auf
rostgen Saiten?

Verloren scheinen
die verkreuzten Queren,
die Wahrheit noch
verkünden,
die Gefühltes klar
gebären,
beim Empfänger
Verstande zünden?

Da säuselt hier
im deutschen Lande,
als wärs ein
Paradiese
eine große
Künstlerbande
und huldigt gar
der Krise.

Copyright Sylvia Kling

Es ist nicht gestattet, Texte ohne Angabe des Urhebers und ohne Genehmigung desselben zu kopieren und weiterzuverwenden!

Wie meinte Udo Lindenberg, den ich seit meiner Jugend verehre:

„Zwar gebe es Musiker, die Haltung zeigten – wie etwa Herbert Grönemeyer, die Toten Hosen, Jan Delay oder Clueso. „Aber es gibt viele, die äußern sich prinzipiell gar nicht, die sagen, wir sind reine Entertainer, wir machen nur Unterhaltung nach dem Motto: Mach dir ein paar schöne Stunden, geh ins Kino, vergiss die Welt da draußen.“ Es wäre besser, so Lindenberg, wenn sich mehr Künstler politisch positionierten.“

Seit zwei Jahren stelle ich besorgt fest, dass es immer weniger Künstler gibt, die sich positionieren. Ist es die Angst um Einbuße bei den Honoraren, die Angst, Fans zu verlieren? Immerhin scheint ein nicht geringer Anteil der deutschen Bevölkerung fremdenfeindlich eingestellt zu sein. Woran liegt es, dass unsere Künstler immer leiser werden, wenn es darum geht, Kante zu zeigen?

Auch im Bereich der Kleinkunst – wir müssen nicht zwingend zu den Prominenten schauen – ist die Tendenz zum schweigenden Verharren besorgniserregend! Warum? Ihr seid diejenigen, die unter das Volk gehen! Hier ist es so wichtig, den Menschen zu zeigen: Es geht auch anders.

Ich kann Euch sagen: Es geht! Ich lese in und um Dresden – nicht gerade leicht, in Sachsen unter die Leute zu gehen und kritische Texte zu lesen, die teilweise den Leuten „paar auf die Fresse hauen“ (wie ein Gast in Klingenberg wortwörtlich zu mir sagte und er fand das gut!).

Angst, liebe Künstler, ist ein schlechter Ratgeber.  Die Angst vor der Wahrheit ist nicht so schlimm, als die Angst, die eintreten wird, wenn diese Wahrheit Formen annimmt!

Habt Mut und zeigt Gesicht. Wenn es zu spät ist, habt auch ihr genau das verloren!

Über ein Teilen und Rebloggen würde ich mich sehr freuen – in unserer aller Sinne.

Wir sehen uns ausgeschlafen.

Sylvia Kling

Auf Facebook schrieb der Künstler Axel Kliment-Feuerberg als Kommentar unter diesen Artikel:

„Die Kunst hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr entpolitisiert. Viele Künstler sind geradezu stolz darauf unpolitisch zu sein. Sie benutzen häufig sogar politische Symbolik und Bilder von Kriegsopfern bewusst nicht wertend als Versatzstücke ihrer Kunst. In der bildenden Kunst sind Künstler wie Neo Rauch oder Meese typisch dafür. Und wo die Kunst sich noch eindeutig politisch artikuliert, da kommt sie meist als Vehikel für Ideologien daher. Es ist höchste Zeit, dass sich Künstler wieder engangieren. Gegen Unrecht und für Menschenrechte. Für mich ist das eigentlich erst ihre Existensberechtigung. Aber leider sehe ich das wenige vorhandene Engagement zerbrechen an ideologischen Differenzen. Wie Wecker einmal gereimt hat: „Und mein Onkel lacht sich eins, denn das weiß auch er: Gegen diese Linke hat er es nicht schwer.“

Mein  Artikel ist auch hier zu finden:

http://wemeze.eu/enthuldigung/

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Mauerprobleme

Meine dringende Leseempfehlung des Artikels des von mir hochgeschätzten Autors Arno von Rosen:

(Wie immer meine Bitte: Hinterlasst bei Gefallen dem Verfasser der jeweiligen Artikel ein Sternchen!  Vielen Dank!

Ihr wisst: Wir sehen uns ausgeschlafen! 😉

Arno von Rosen

Ich bin ein Wessi! Gut, vielleicht nicht der Vorzeigewessi, aber wer soll das eigentlich sein? Gegen das Establishment zu sein wurde mir bereits in die Wiege gelegt. Nicht weil meine Eltern zur 68er Bewegungsszene gehört haben (hätten sie aber gerne), denn als Eltern hat man andere Dinge zu tun, als sich gegen die Obrigkeit aufzulehnen. Im Oktober 89 war ich Vater eines 10 Monate alten Sohnes und auch mir stand nicht der Sinn nach tiefgreifender Politik. Ich war zu jung, um irgendetwas über die DDR zu wissen, außer, dass ich „Der schwarze Kanal“ als kleines Kind für eine Satiresendung hielt, aber was weiß man schon als siebenjähriger Pimpf? Nix. Auch Kanzler Brandt, Kennedy und Berlin waren völlig an mir vorbeigegangen, so wie fast bei jedem meiner Generation, eben den geburtenstarken Jahrgängen.

Aber 1989 war ich 26, schon immer politisch interessiert, informiert, denoch zu oft naiv was den Wahrheitsgehalt von Aussagen…

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Wir brauchen in Sachsen mehr Präsenz engagierter Menschen/Künstler!

 

Es gibt nichts zu beschönigen: Es wird Zeit zu handeln. Diese Entwicklung ist die Folge geduldeter, rechter Bewegungen und Parteien, die den Hass auf „Fremde“ schüren und nichts auslassen, um mit ihren populistischen Aussagen die Ängste der Menschen weiter zu nähren. Das vergiftete Klima in Dresden und letztendlich die (nicht nur unterschwelligen) Konflikte sind nicht nur unerträglich, sondern  gefährlich!

Auch die Behörden (Verwaltungsbehörden/Polizei) haben in der Vergangenheit wiederholt (und zumindest dahingehend konsequent!) nichts Konkretes unternommen, um den rechten Tendenzen und sich ausbreitenden Strukturen Einhalt zu gebieten. Im Gegenteil! Bitte lest dazu:

https://wiedaslebenklingt.wordpress.com/2016/05/17/die-dresdner-mutbuerger/

Ich plane eine Benefizveranstaltung in Dresden.  Dazu wird demnächst auf Facebook sowie meinem Autorenblog folgender Text veröffentlicht:

Mit-Initiatoren und Unterstützer sowie Künstler gesucht

Schon länger trage ich den Gedanken in mir, eine Benefizveranstaltung gegen Nationalsozialismus und Fremdenfeindlichkeit in Dresden zu organisieren. Die Nachrichten aus Bautzen und die jüngsten Ereignisse (Sprengstoffanschläge in Dresden) bestätigen mir überdeutlich, dass es nicht reicht, mit einer Gruppe „Gegen das Vergessen“ und hinreichenden Beiträgen lediglich geistig und im Netz gegen das rechte Gedankengut anzutreten.

Wir brauchen in Sachsen mehr Präsenz von Menschen, die sich klar und deutlich gegen nationalsozialistisches Gedankengut und Handeln positionieren. Wir benötigen dringend engagierte Künstler, die den Mund aufmachen.

Menschen mit Herz und Verstand sind somit gefragt.

Ich suche jemanden, der sich mit mir gemeinsam um die Organisation einer solchen Benefizveranstaltung kümmert und ggf. auch auf gute Kontakte zurückgreifen kann. Weiterhin suche ich – vor allem sächsischstämmige oder in Sachsen ansässige – Künstler, die sich mit ihren künstlerischen Beiträgen unmissverständlich einsetzen und zeigen, wo sie stehen. Doch auch Künstler aus anderen Regionen sind gefragt.

Bitte teilt diesen Beitrag. Mails bitte an:

sylvia-kling@gmx.de

Es ist keine Zeit mehr, sich rauszuhalten!

Keine Zeit mehr

Es ist keine Zeit mehr
sich rauszuhalten
und wenn man es tut,
kommen die geballten
und bleiern dumpfen
Regengüsse,
vorbei wären dann
die süßen Genüsse,
an denen man
reichlich sich erfreute,
gepfändet wäre
das Wohlstandsgeprassel,
was uns listig zerstreute,
dann krieche so manch
verborgene Assel
aus morschverquollnem
Quartiere,
tausende übelverkommne
Gestalten
und falls es dich interessiere:
Es ist keine Zeit mehr,
sich rauszuhalten.

©Sylvia Kling/August 2016

Das Gedicht wird in meinem Lyrikband „AufBruch“ im Dezember 2016 erscheinen.

Hinweise zum Urheberrecht:

Das Kopieren und Weiterverwenden von Texten mit gekennzeichnetem Urheberrecht ist ohne meine Zustimmung nicht gestattet!

Zu den Sprengstoffanschlägen in Dresden:

Wie die Polizei berichtet, gab es gestern abend zwei Sprengstoffanschläge- eine an der Moschee in der Hühndorfer Straße (Dresden-Cotta) und eine halbe Stunde später am ca. 3 km entfernten, internationalen Congress Center Dresden in der Devrientstraße. Menschen wurden nicht verletzt. Es entstand ein hoher Sachschaden.

Polizeipräsident Horst Kretzschmar sieht einen zeitlichen Zusammenhang sowie fremdenfreindliche Motive für die Taten. Er geht davon aus, dass die Anschläge in Verbindung mit der Einheitsfeier am Wochenende stehen.

Die Polizei ist auf Grund dieser Lage alarmiert, ordnete den Schutz verschiedener Gebäude an und überprüft die Gefährdungslage weiterer Objekte.

Ich danke für die Aufmerksamkeit. Wir sehen uns ausgeschlafen!

Warum können wir nicht einfach still sein?

Um 19 Uhr kam ich gestern vom Walken zurück und bereitete mir einen Salat zu. Alltag eben. Mein Alltag: klein, unwichtig, ruhig.  Kurze Zeit später rief mich eine bayrisch-stämmige Freundin an, die in Sachsen lebt. Eigentlich wollten wir etwas anderes besprechen. Doch sie sagte: „In München ist etwas passiert, eine Schießerei in einem Einkaufszentrum. Es gibt Tote.“

Ich loggte mich auf Facebook ein und wurde überrollt. Medienhype, eine unglaubliche Flut! Eine Flut an Spekulationen und Verschwörungstheorien in den Kommentarleisten von Nutzern unter den Meldungen durch die Medien.

Einige meiner Freunde waren bestürzt, posteten nur einen Satz. Andere wiederum fragten ihre Münchner Freunde mit Posting, ob es ihnen gut gehe.

Dann kam das Unvermeidliche: Bereits nach zwei Stunden wurden die ersten Profilbilder mit den Farben unserer Nationalität eingefärbt. Mehr schreibe ich dazu jetzt nicht. Jeder möge seine eigene Meinung dazu haben.

Mit dem Smartphone sah ich bei n-tv nach. Da stieß ich auf eine Presseerklärung der Münchner Polizei.  Ich konnte es nicht im Vollbildmodus sehen. Nur im oberen Drittel erkannte ich im linken Teil aktuelle Bilder  und auf der rechten Seite den Beamten, Polizeisprecher Marcus da Gloria . Immer wieder wurden durch die Journalisten die gleichen (auf Panikmache ausgerichteten) Fragen gestellt, obwohl der Beamte wenige Minuten zuvor die Sachlage ausführlich darstellte.  Mit einer Geduld, die ich bewunderte, wiederholte er seine Antworten auf fast immer die gleichen Fragen. „Wenn Sie verifizierte Auskünfte haben wollen, lassen Sie uns unsere Arbeit machen.“

Ein Satz, der saß!

Nebenbei bemerkt: Das war mit Abstand der beste Pressesprecher, den ich seit langer Zeit hörte: eine absolut kompetente und souveräne, sehr professionelle Art in einer aufgeheizten Situation – mein Kompliment dafür!

Inzwischen wurde der Mann zum Helden der letzten Nacht befördert und hat auf Faceook eine eigene Fanseite – nur mal so am Rande bemerkt – zum Thema Hysterie und Medien wieder sehr aussagekräftig. Wir brauchen unsere Helden!

Erschreckend waren für mich die Kommentare, die sich unten zeigten und die ich versuchte, nebenbei  mitzulesen.  Es gab wenige vernünftige Menschen, die dort angemessen kommentierten.  Ansonsten begegnete mir Hass: von Deutschen, auch von Nichtdeutschen. Sätze wie: „Hitler muss zurück“,  „Das waren Rechte“,  „Danke, Ferkel-Merkel“,  „Alles Einzelfälle, oder was?“, „Das habt ihr davon, dieses Gesocks in unser Land zu lassen“ bis hin zu: „Es wird euch Deutsche bald nicht mehr geben.“

München gestern – es ist schlimm genug. Ja, es ist erschreckend. In einer Stadt, die gern ihre Traditionen pflegt.

Auf WordPress las ich heute von einem Blogger: „Hier stimmt etwas nicht! Der Polizeipräsident sprach akzentfreies Deutsch und hatte nur einen Stern!“

Wie bitte? Geht es den Menschen nicht gut? Oder geht es ihnen zu gut? Sind das Eure Probleme? Da sitzen sie in aller Ruhe auf ihrem Wohnzimmersofa oder im Biergarten und lassen solche unwürdigen Kommentare ab?

Warum können wir nicht einfach still sein?

Liebe Leute und Spekulanten, liebe Weltverschwörer! Schaut im Duden nach dem Wort „Pietät“! Bildet Euch endlich!

Das musste von meiner Seite aus gesagt werden. Ich werde mich diesem ganzen Medienspektakel nicht hingeben und ich bitte alle vernünftig denkenden Menschen, es ebenfalls nicht zu tun. Denn die Vergiftung und Verrohung ist auch eine Folge dieses Medienwahnsinns.

Ich bin jetzt still. Auch auf Facebook heute. Aus Respekt für die Opfer und jene Menschen, die trauern.

Die ehrlich trauern.

Sylvia Kling

 

 

 

 

Albern ist das – Ein Gastbeitrag von Sonja Manderbach

Albern ist das

Mit einem Teelicht die Welt retten wollen?
Mit Kerzen und Liedern, Musik und Geschichten?
Albern ist das.
Kindisch, naiv, traumtänzerisch.
Gutmenschen. Trottel.

Man rettet die Welt nicht mit der Stimmgabel.
Nicht mit dem Taktstock, der Singstimme,
Nicht mit Lichtern, Geschichten, Kerzen und Niedlichkeit.
Albern ist das.
Mit einem Teelicht gegen die unendliche Dunkelheit im ganzen Universum?

Mit Lichterketten gegen Fremdenhass?
Was ist Fremdenhass?
Sind Fremde die besseren Menschen und die, die sie hassen, dumm?
Albern ist das!
Die Fremden, die Juden, die Muslime, die Flüchtlinge
– oder wer auch immer gerade im Blickfeld ist –
sind nicht die besseren Menschen,
und deshalb haben die Gutmenschen sie so lieb,
und die Schlechtmenschen hassen sie,
weil sie besser als sie sind.
Nein.
Besser sind die Fremden nicht.
Auch nicht schlechter.
Da sind sie.
Menschen sind sie.
Anders sind sie.
Anders als wir.
Genauso wie ich.

Montags.
Wir sind das Volk.
Wir wollen Freiheit.
Keine Diktatur.
Keine faschistische, keine kommunistische, keine religionsfanatische.
Keine Diktatur.
Keine Minenstreifen, keine Grenzsoldaten,
Keine Gleichschaltung, kein Denkverbot.
Keine Diktatur.
Freiheit.
Wir sind das Volk.

Montags.
Wir sind das Volk.
Warum brüllen sie denn so?
Hat ihnen irgendjemand was weggenommen?
Nur weil es andere gibt, die auch was brauchen?
Nicht von ihnen, aber genauso wie sie.
Wen hassen sie denn eigentlich?
Wer schadet ihnen denn?
Die, die auch den anderen schaden.
Die, vor denen die anderen fliehen?
Nicht genau dieselben.
Aber doch irgendwie derselbe Menschenschlag?
Die, die Macht haben wollen, unermesslichen Reichtum,
Ausbeutung, Terror, Gewalt und Krieg.
Wir sind das Volk – wir dieses und die jenes Volk.

Montags.
Einige zünden jetzt Lichter an.
Montags – gegen den Hass, für den Frieden.
Montags – gegen Gewalt, für Mitgefühl.
Für Mitweltlichkeit, Mitmenschlichkeit …
Montags abends ein Teelicht oder ’ne Kerze?
Ansonsten der immer gleiche Alltagstrott.
Nichts ändert sich.
Sie kaufen unfair gehandelte Waren,
in Plastik verpackt,
unökologisch produziert.
Sie finanzieren das System und produzieren Waffen.
Jeder macht irgendwie mit.
Albern ist das!

Was kann einer alleine schon ändern?
Fragt sich jeder und jede – fragen sich alle.
Jeder und jede für sich. Allein. Alle.
Mancher zündet ein Teelicht an.
Aus lauter Verzweiflung.
Ein Licht gegen Hilflosigkeit.
Albern ist das?
Und dann sind da all die anderen.
Mit all den Lichtern.

Macht ist das nicht.
Keiner weiß, wie das alles ausgehen wird.
Ist das Opium? Volksberuhigung?
Sie zünden Lichter an, singen Lieder, erzählen Geschichten, schreiben Texte, Satire, Theaterstücke, Gedichte …
(Manche schauen stattdessen das Fernsehprogramm
und glauben daran.)

Aber die mit den Lichtern, was glauben die?
An das Gute? An das Leben? An die Liebe?
An Stärke statt Machtgier?
An Miteinander statt gegeneinander?
An Nebeneinander – gemeinsam unterschiedlich
– statt einander gegenüber, uneins,
aber im Dagegensein gleichgeschaltet?
Albern ist das?

Vielleicht muss nicht alles immer das Gegenteil von albern sein.
Vielleicht ist es egal, was man tut, weil sich eh‘ nie was ändert.
Aber, wenn es eh‘ egal ist, was man tut,
dann ist es egal, dass man es tut.
Dann kann man das machen oder auch nicht.
Grad wie man mag.
Albern sein, tut manchmal einfach gut.

Vielleicht geht es nicht immer um den Effekt.
Teelichter zwingen Kriegstreiber nicht in die Knie.
Vielleicht macht man das nicht für irgendein „Umzu“.
Um zu ändern, um zu zeigen, um zu bewirken …
Vielleicht macht man das einfach nur so.
Montags abends grüßen sich Menschen gegenseitig mit Lichtern und sagen:
Ich sehe dich. Und hier bin ich.
Mehr nicht.
Nicht nichts.

Albern ist das!
Und das ist gut.
Noch nie waren die, die Krieg wollten, albern, kindisch, verträumt und niedlich.
Nein, die sind ernst, vernünftig, klug, rational und realistisch.
Die sehen die Welt, wie sie ist.

Wir sind das Volk.
Wir sehen, was sein könnte – und das, was immer AUCH ist. Aber nie nur.
Meistens leise und klein, unscheinbar und niedlich – irgendwie albern, ganz sicher nicht gigantisch.
Wenn Gigantomanie die Krankheit ist, die zerstört: Lebensräume, Menschenleben, Frieden und Träume – was ist dann sinnvoll an riesig bedeutsamen Handlungen?

Was sagen wir unseren Kindern, wenn sie fragen?
Sind die Fremden böse oder gut?
Oder sind die böse, die sie hassen, die wütenden Bürger?
Sind die gut?
Wer sind wir? Sind wir gut?
Sind wir denn überhaupt ein „Wir“?
Mit wem haben wir denn Gemeinsamkeiten?
Mit allen?
Mit den Fremden?
Mit den wütenden Bürgern?
Mit den anderen?
Mit allen?
Und worin bestehen die Unterschiede?

Ach so.
Teelichtgespräche mit Kindern in Häusern,
in denen Fragen gestellt und Gespräche geführt werden,
Geschichten gehört und Gedanken gedacht,
Gedichte geschrieben, Lieder gesungen und Bilder gemalt werden.
Und Teelichter angezündet.

Wenn es egal ist, weil es sinnlos ist und nichts bringt, dann ist es egal, dass man es tut.
Wenn es egal ist, dann muss es nicht kritisiert und in Frage gestellt werden.
Vielleicht ist es nicht egal, sondern albern.
Nicht egal (gleich / gleichgültig), sondern anders.
Nicht egal (unsinnig / unscheinbar), sondern sichtbar und – anscheinend – etwas auslösend.
In den Häusern, in den Familien.
Vielleicht ist es einfach.
Was es ist.

Hintergrundinfos „zur Person“:

Sonja Manderbach (Jahrgang 1977)

Sonja Manderbach

Sonja Manderbach

Berufliches Wirken und Ausbildungen:

„Vielfalt macht viel Freude!“
Musik-Erlebnis-Projekt
zur Inklusion psychisch erkrankter Menschen
in die Gemeinschaft ALLER Menschen
gegründet von Sonja Manderbach (2011)
Trägerin des Projekts (seit 2013):
evang.-luth. Kirchengemeinde Osternburg
(in Oldenburg (Oldb))

MOSAIK – Zentrum für inklusive Beratungs- & Bildungsarbeit
Philosophische Praxis – Musikschule – Seminarhaus
Angebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Familien, Paare, Teams

Sonja Andrea Manderbach M.A.

Philosophin & Kulturwissenschaftlerin M.A.

Studium an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg 1997 bis 2005

Studienschwerpunkte:
Ethik (Praktische Philosophie, Politische Philosophie, Sozialphilosophie), Wissenschaftsphilosophie, Erkenntnistheorie,
Kulturanthropologie,
Musik (Weltmusik/ Klezmer/Musik-Erlebnis-Pädagogik)

Freiberuflerin (Beginn noch als Studentin) seit dem Jahr 2000;
Zuvor ehrenamtliche Mitarbeit als Gruppenleiterin bei der evangelisch-lutherischen Kirche seit 1991und bei Naturschutzverbänden (z.B. Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der Schutzstation Wattenmeer)

Kirchenmusikerin
(C-Ausbildung – C-Prüfung: 2012),
Musikerlebnispädagogin & Musiklehrerin (Klavier, Keyboard, Blockflöten, Gitarre, Gesang & Stimmbildung)

Kommunikationstrainerin & Konfliktschlichterin (Mediatorin – Ausbildung 2000 bis 2002)

Kinesiologin & Entspannungspädagogin (verschiedene Methoden
(Ausbildung seit 1996 – laufend Fortbildungen)
(Lernberatung, Krisen- & Prozessbegleitung, Stressreduktion)


Bei gewünschten Rückfragen oder Kontaktinteresse zu Sonja bitte ich darum, mich per Mail zu informieren oder Sonja auf Facebook zu kontaktieren.