Die Säue, die durch das Dorf getrieben werden

„Wenn man die Entwicklung in sozialen Netzwerken betrachtet, wird eines deutlich:
Die Deutschen brauchen entweder Einen, den sie anhimmeln (auch, wenn er wenige Zeit zuvor als Wildsau durch das Dorf getrieben wurde) oder Einen, den sie verteufeln können.

Mir fehlt die Mitte, ein differenzierter Blick.
Die Welt ist nicht in schwarz oder weiß einzuteilen.“

Mit diesem Statement  (nur für Freunde sichtbar) am gestrigen Tag beendete ich meinen Abend im sozialen Netzwerk Facebook.

Konsterniert musste ich in den letzten Tagen beobachten, wie „die neue Sau durch das Dorf getrieben wird“, wie Menschen – egal, welcher Partei angehörig – beschimpft und mit Polemik (angeblich sei es dem „Sarkasmus“ zuzuordnen – die Definition sollte man sich schon mal zu Gemüte führen, wenn man glaubt, sarkastische oder ironische Wortgebilde erstellt zu haben …)  degradiert werden. Greifen wir zu dieser Art von Herabwürdigung anderer Menschen, fehlen uns wohl die Argumente – oder wie darf ich das verstehen?

Als ich heute also Facebook öffnete, um für mein neues Buch zu werben, entdeckte ich den neuen Beitrag der befreundeten  Friedensaktivistin und Journalistin Evelin Piétza. Puh! Glück gehabt – endlich mal eines nach meinem Geschmack, quasi eine Ergänzung, respektive Konkretisierung meines gestrigen, allgemeingültigen Postings (ob des Wissens, dass ich bei verschiedenenen Meinungen im sozialen Netzwerk „auseinandergenommen“ werde und  befürchten muss, Leser zu verlieren – wo sind wir eigentlich hingekommen?).

„Ich befürchte langsam, den Kopf überhaupt nicht mehr vom Tisch zu bekommen ….

Die Menschen demonstrieren weltweit gegen einen Präsidenten, der bisher noch gar nicht dazu kam, auch nur einen Fehler in seiner Position als Präsident zu machen …??? :/

… sie demonstrierten nicht beständig gegen die Fehler des vorherigen Präsidenten … gegen die vielen Morde an Zivilisten weltweit.. gegen die Einmischung in die Souveränität anderer Staaten … gegen die Unterstützung und Forcierung von Kriegen … gegen die Militärtechnik, die Richtung Osten geschickt wurde … nichts …!!!
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Das alles machte ihnen keine Angst … aber ein Präsident, der sagt, dass er sich wieder mehr um Amerika -statt um die ganze Welt- kümmern will … der holt all diese Menschen auf die Straßen. Auf einmal finden sie Worte gefährlicher als Taten … und protestieren gegen eine selbst aufgestellte Hypothese!
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Dabei tun sie auch noch so, als würde es ihnen am Allgemeinwohl der Menschen weltweit liegen! Angst frisst wirklich die Seele auf … und das gleich Millionenfach!
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Man sollte Therapien in psychologische Anstalten nicht für einige Wenige anbieten, sondern aus der ganzen Welt eine Anstalt machen … in der man dann Orte schafft, an denen diejenigen, die noch halbwegs durchsehen … Urlaub vom Wahnsinn machen können und ihre Traumatas -die durch die Konfrontation mit dem alltäglichen Schwachsinn der Menschheit entstehen- therapiert werden können!

Evelin Piétza

Evelin Piétza - Facebook

Evelin Piétza – Facebook

Evelin Piètza beschäftigt sich seit November 2013 mit dem Ukraine-Konflikt. Auf Google kann man weitere Informationen über sie finden.

Noch einige Worte von mir:

Ich lasse mich von niemandem in eine politische Ecke treiben – in die rechte ohnehin nicht, doch auch nicht in die linke. Ich verstehe mich in menschlicher Mitte und ich werde zu allen Meinungsäußerungen stehen, die ich für mein Empfinden als vertretbar halte, die FÜR den Menschen, FÜR Gleichheit, FÜR Menschlichkeit, FÜR Frieden und FÜR soziale Gerechtigkeit stehen! Dabei ist es für mich sekundär, wer diese Statements verfasst: eine Sahra Wagenknecht, ein Gregor Gysi, ein Christoph Hörstel oder, oder, oder …

Grundsätzlich bleibt festzuhalten:

In der Demokratie wird der politsche Willen der Mehrheit umgesetzt, ganz gleich, ob Minderheiten sich in dieser Willensbildung ausgeschlossen fühlen oder ausgeschlossen sind. Wer jedoch Demokratie so versteht, dass nur eine Partei, und zwar ist es meist die eigene, den Anspruch auf Wahrheit und Gerechtigkeit erhebt, dann landen wir dort, wo solche gesellschaftlichen Systeme erfolgreich gescheitert sind: DDR, die sozialistische Welt nach dem Vorbild der Sowjetunion oder Kubas. Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dem klügsten Argument zuzustimmen und nicht dem, der am lautesten brüllt oder andere als dumm und ungebildet hinstellt – solange sie den eigenen Vorstellungen oder der eigenen Gruppe/Partei nicht entsprechen.

Die viel gelobte Toleranz definiert sich in diesem gesellschaftlichen Kontext so:

Toleranz ist der Verdacht, dass der Andere Recht hat.

Ich verstehe mich als Humanistin und als eine solche schreibe und poste ich.  Als solche kann ich es auch nicht vertreten, wenn einzelne Menschen oder Menschengruppen diffamiert werden. Den Anspruch, dass dies jedem gefällt, möchte ich nicht haben. Ich kritisiere mit meinen Gedichten oder Texten, was mir beliebt und ich poste auch aus Quellen, wenn ich den Inhalt als angemessen betrachte. Das sollte Demokratie aushalten, nicht wahr?!

Euch allen wünsche ich ein schönes Wochenende. Passt gut auf Euch auf.

Wir sehen uns ausgeschlafen!

Eure Sylvia Kling

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6 Gedanken zu “Die Säue, die durch das Dorf getrieben werden

  1. Solche verkürzten Statements setzen ja immer voraus, dass sich jeder Lesende intensiv mit denThemen beschäftigt hat und eventuell Meinungsbeeinflussungsneutral ist, was fast eine Unmöglichkeit ist, angesichts der heutigen Medienlandschaft. Ich kann die Sätze ruhig stehen lassen und diese Aussagen akzeptieren, nur bei einer Sache irrst du selbst liebe Sylvia. Demokratie sollte zwar immer den Willen der Mehrheit umsetzen, sie tut es dennoch nicht, denn unsere Demokratie folgt dem Geld und nicht den Menschen.

    Gefällt 1 Person

    • en:

      Lieber Arno,
      sorry, Dein Kommentar war im Spam gelandet :-(. Das ist manchmal seltsam auf WP, musste ich feststellen.

      Demokratische Prozesse finden nicht nur in Staatsformen statt, sondern in jeglicher Form von gesellschaftlichen Gruppen. Gibt es in diesen gesellschaftlichen Gruppen z. B. Abstimmungen, sollte sich die in der Minderheit befindliche Gruppe zum demokratischen Prinzip bekennen, und dies nicht mit eigenen, persönlichen Dünken hintertreiben.

      Es geht mir um das Demokratieprinzip als solches. Dass das Geld einen besonderen Einfluss auf Entscheidungsträger in diesen demokratischen Gruppen hat, ist unstrittig.

      Ach, lieber Arno – das ist so umfangreich alles. 🙂

      Ich grüße Dich herzlich aus dem Sachsenland,

      Sylvia

      Gefällt 1 Person

      • Ich war noch nie im Spam-Ordner! Finde ich klasse 🙂 Diese Art von Demokratie funktioniert auch in der Regel, weil kleine Gruppen homogen sind und solche Entscheidungen akzeptieren, doch bei den großen Entscheidungen sind wir oft vor undurchschaubare Behauptungen gestellt und zumindest dann vergeht mir die Lust an der Mehrheitsbeteiligung. Die Menschen allgemein würden aber wahrscheinlich immer demokratische Entscheidungen hinnehmen. Beste Grüße aus Marburg 🙂

        Gefällt 2 Personen

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