Warum können wir nicht einfach still sein?

Um 19 Uhr kam ich gestern vom Walken zurück und bereitete mir einen Salat zu. Alltag eben. Mein Alltag: klein, unwichtig, ruhig.  Kurze Zeit später rief mich eine bayrisch-stämmige Freundin an, die in Sachsen lebt. Eigentlich wollten wir etwas anderes besprechen. Doch sie sagte: „In München ist etwas passiert, eine Schießerei in einem Einkaufszentrum. Es gibt Tote.“

Ich loggte mich auf Facebook ein und wurde überrollt. Medienhype, eine unglaubliche Flut! Eine Flut an Spekulationen und Verschwörungstheorien in den Kommentarleisten von Nutzern unter den Meldungen durch die Medien.

Einige meiner Freunde waren bestürzt, posteten nur einen Satz. Andere wiederum fragten ihre Münchner Freunde mit Posting, ob es ihnen gut gehe.

Dann kam das Unvermeidliche: Bereits nach zwei Stunden wurden die ersten Profilbilder mit den Farben unserer Nationalität eingefärbt. Mehr schreibe ich dazu jetzt nicht. Jeder möge seine eigene Meinung dazu haben.

Mit dem Smartphone sah ich bei n-tv nach. Da stieß ich auf eine Presseerklärung der Münchner Polizei.  Ich konnte es nicht im Vollbildmodus sehen. Nur im oberen Drittel erkannte ich im linken Teil aktuelle Bilder  und auf der rechten Seite den Beamten, Polizeisprecher Marcus da Gloria . Immer wieder wurden durch die Journalisten die gleichen (auf Panikmache ausgerichteten) Fragen gestellt, obwohl der Beamte wenige Minuten zuvor die Sachlage ausführlich darstellte.  Mit einer Geduld, die ich bewunderte, wiederholte er seine Antworten auf fast immer die gleichen Fragen. „Wenn Sie verifizierte Auskünfte haben wollen, lassen Sie uns unsere Arbeit machen.“

Ein Satz, der saß!

Nebenbei bemerkt: Das war mit Abstand der beste Pressesprecher, den ich seit langer Zeit hörte: eine absolut kompetente und souveräne, sehr professionelle Art in einer aufgeheizten Situation – mein Kompliment dafür!

Inzwischen wurde der Mann zum Helden der letzten Nacht befördert und hat auf Faceook eine eigene Fanseite – nur mal so am Rande bemerkt – zum Thema Hysterie und Medien wieder sehr aussagekräftig. Wir brauchen unsere Helden!

Erschreckend waren für mich die Kommentare, die sich unten zeigten und die ich versuchte, nebenbei  mitzulesen.  Es gab wenige vernünftige Menschen, die dort angemessen kommentierten.  Ansonsten begegnete mir Hass: von Deutschen, auch von Nichtdeutschen. Sätze wie: „Hitler muss zurück“,  „Das waren Rechte“,  „Danke, Ferkel-Merkel“,  „Alles Einzelfälle, oder was?“, „Das habt ihr davon, dieses Gesocks in unser Land zu lassen“ bis hin zu: „Es wird euch Deutsche bald nicht mehr geben.“

München gestern – es ist schlimm genug. Ja, es ist erschreckend. In einer Stadt, die gern ihre Traditionen pflegt.

Auf WordPress las ich heute von einem Blogger: „Hier stimmt etwas nicht! Der Polizeipräsident sprach akzentfreies Deutsch und hatte nur einen Stern!“

Wie bitte? Geht es den Menschen nicht gut? Oder geht es ihnen zu gut? Sind das Eure Probleme? Da sitzen sie in aller Ruhe auf ihrem Wohnzimmersofa oder im Biergarten und lassen solche unwürdigen Kommentare ab?

Warum können wir nicht einfach still sein?

Liebe Leute und Spekulanten, liebe Weltverschwörer! Schaut im Duden nach dem Wort „Pietät“! Bildet Euch endlich!

Das musste von meiner Seite aus gesagt werden. Ich werde mich diesem ganzen Medienspektakel nicht hingeben und ich bitte alle vernünftig denkenden Menschen, es ebenfalls nicht zu tun. Denn die Vergiftung und Verrohung ist auch eine Folge dieses Medienwahnsinns.

Ich bin jetzt still. Auch auf Facebook heute. Aus Respekt für die Opfer und jene Menschen, die trauern.

Die ehrlich trauern.

Sylvia Kling

 

 

 

 

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95 Gedanken zu “Warum können wir nicht einfach still sein?

  1. Pingback: Randnotiz #19  übergeben wir das Wort der „Stille“…! – Sandmaennli's Blog

  2. Pingback: Ich muss euch enttäuschen! |

  3. Liebe Sylvia,
    herzlichen Dank für dieses deutliche Statement!
    Wir sollten angesichts von Toten, Verletzten und Hinterbliebenen erstmal den Mund halten, es sei denn wir wollen unser Mitgefühl oder tröstende Worte äußern. Das gilt für mich in gleicher Weise auch für den Täter.

    Lieben Gruß, M.!

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    • Natürlich: „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht!“ – Dieser Spruch hat Geschichte! Anderssits heißt es aber auch: „Schafsgeduld macht Wölfe satt.“ oder „Wenn der Reiter nichts taugt, gibt er dem Pferd die Schuld.“ In Abwandlung dazu verfährt vielleicht ein unfähiger Innenminster / Polizeipräsident auf ähnliche Weise mit einem (vermeintlich) ungebildeten Volk!

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      • Hm, sehr schwierig, „Frau Martina“!

        Man sollte schon die Kirche im Dorf lassen, meinen Sie nicht?
        Was befähigt Sie dazu – verzeihen Sie mir doch bitte diese Frage, den Polizeipräsidenten als „unfähig“ zu bezeichnen?
        Bitte klären Sie mich doch mal auf.

        Ein gebildeter Mensch sollte schon wissen, wann er den Mund aufmachen sollte oder wann ein Schweigen angebracht ist.

        Wie passend: Gerade habe ich einen wirklich guten Artikel von Sabrina Hoffmann entdeckt. Diesen möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

        http://www.huffingtonpost.de/sabrina-hoffmann/dummheit-deutschland_b_7866694.html

        Ja, wenn die Angst auf Unwissen trifft …
        Und: In der Tat! Ich bin ja aus Sachsen, wie den meisten bekannt ist, und ich kann da durchaus aus dem Nähkästchen plaudern. Aber keine Sorge, ich möchte Ihnen nicht den Tag verderben.

        Beste Grüße!
        Sylvia Kling

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      • Beste Frau Kling,

        hier scheint jede Meinung willkommen zu sein, vorausgesetzt sie deckt sich hundert pro mit der eigenen. Und als eine gebildete Frau, die das verstehende Lesen beherrscht, hätten Sie sich eigentlich der Möglichkeit bewusst sein müssen, dass ich auch einen fiktiven Polizeipräsidenten gemeint haben könnte.

        Doch will ich Ihnen offen gestehen, was mich darauf gebracht hat, also auf den Spruch „Wenn der Reiter nichts taugt, gibt er dem Pferd die schuld“, nämlich ein Kommentar zu der oben verlinkten Erklärung des Bundesinnenministers, den ich als einen von vielen dort gestern Interesse halber las.

        Da schrieb „Meander6“ in #16 unter anderem:

        „Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) täuscht die Menschen draussen wieder über die eigene Unfähigkeit seiner Behörde hinweg. Die vielen Fehlmeldungen am Freitag sind ja auch Folge einer unübersichtlichen Lage und Fehleinschätzungen der Polizeiführung in der vom Tatort weit entfernten Einsatzzentrale. … Bayern und besonders München haben innerhalb etwas mehr als einem halben Jahr zu zweiten Mal ohne wirklichen Grund sofort Kräfte der Bundespolizei rasch angefordert und so die Sicherheitslage in Deutschland verändert. Auch wenn der Pressesprecher einen besonnenen Eindruck vermittelt hat, die Führung der Polizei in Bayern vermittelt einem dieses Gefühl besonnener und überlegter Aktionen nicht. Die Polizisten vor Ort aber scheinen besser als ihre oberste Führung zu sein. Auch dieser Eindruck wurde mir am Freitag vermittelt.“

        Liebe Frau King, in der Kleinstadt, wo ich wohne, sind viele Ausländer heimisch geworden. Ganze Stadtviertel werden inzwischen von diesen bewohnt. Fast täglich trifft man in den Einkaufszentren auch muslemische Frauen mit Kopftüchern, das ist hier schon ein alltäglicher Anblick geworden. Zwar weiß ich, dass viele der Alteinwohner diese Bilder etwas befremdlich finden und auch Besucher sich schon fragten: „Wo bin ich denn hier gelandet?“, aber ich gehöre mit Sicherheit nicht dazu. Denn ich hatte, anders als bei manch einem Deutschen, bisher noch nie persönliche Probleme mit diesen Zuwanderern, und das soll nach Möglichkeit auch in Zukunft so bleiben. Also es dürfte von daher schwer sein, mir, selbst bei größter Kraftanstrengung, Fremdenhass oder Ausländerfeindlichkeit zu unterstellen.

        Trotzdem muss ich den Kritikern, welche die Zuwanderungspolitik unserer derzeitigen Regierung als konzeptionslos und besorgniserregend ablehnen, weitgehend zustimmen. Sie bringen gute Gründe vor, die keineswegs auf Unwissen hinweisen müssen. Eine Politik abzulehnen, die darauf abzielt, dass es Zuwanderern in Deutschland am Ende besser gehen soll, als den Alteingesessenen, ist meines Erachtens voll berechtigt und niemals dumm! Auch wenn man – ungeachtet aller notwendigen und wünschenswerten Solidarität – nicht möchte, dass die Probleme der Asylanten am Ende wichtiger werden als die des eigenen Volkes und ihr Wort am Ende mehr gilt, ist dies doch nur legitim! Wünsche, die ernst genommen werden sollten! Das muss nicht automatisch auf Fremdenfeindlichkeit hindeuten!

        Und wenn der von Ihnen favorisierte Artikel der Sabrina Hoffmann einen Herrn H. zitiert, auf dessen Transparent stehend: „Für Familien mit Kindern ist kein Geld da, für Alte schon gar nicht. Aber zusätzliche Millionen für Asylanten. Danke, ihr … Politiker!“, so ist das doch zumindest ein durch Tatsachen untermauerter Standpunkt, den man ernst nehmen sollte, selbst wenn derjenige dabei vorrangig seine persönlichen Interessen im Auge hat. Die Frau Hofmann bringt auch keine wirklichen Gegenargumente vor, hat wohl auch keine parat, statt dessen unternimmt sie den in meinen Augen aussichtslosen Versuch, Herrn H. unglaubwürdig zu machen, indem sie zeigt, er sei offensichtlich ungebildet und der deutschen Orthographie nicht mächtig. Des Weiteren verallgemeinert sie das auch gleich noch: jeder ähnlich denkende Zeitgenossen wäre also auch ungebildet oder dumm. Aber nein, sagt sie schließlich, die Dummheit trete doch nicht immer in Form von mangelnder Bildung auf, sondern komme manchmal auch schlichtweg als Ignoranz des Bürgers daher!

        Frau Hoffmann argumentiert hier unzulässig und völlig unlogisch, wie mir scheint. Denn auch der Satz auf dem Spruchband, welcher die derzeitige Politik kritisiert, weist nicht zwingend auf Ausländerfeindlichkeit hin, was für sie aber von vorn herein feststeht! Und von einer Einzelheit auf das Ganze zu schließen, wäre ebenfalls falsch! Doch das Wichtigste: selbst wenn der Betreffende ungebildet und in Rechtschreibung nicht firm sein sollte (was z.B. Mozart auch nicht war), so kann er trotzdem bessere Argumente haben, als so manche „Schriftgelehrten“, wie dieses Beispiel zeigt. Der Vorwurf der Ignoranz oder Borniertheit fällt also am Ende auf Frau Hoffmann selbst wie auch auf Gleichgesinnte zurück. – Nein: viele Deutsche, welche die derzeitige Asylpolitik ablehnen, sind deshalb keineswegs alle dumm noch sind sie sämtlich fremdenfeindlich eingestellt! Gewiss: Von Seiten der Politiker ist man vielleicht bestrebt, durch unvollständige oder falsche Infos, das Volk dumm zu halten, damit es sich besser lenken lässt und man die bisherige Linie unbeirrt fortsetzen kann! Viele Journalisten und Schreibende unterstützen sie dabei indirekt, indem sie in ihrem Sinne berichten. Nur das funktioniert nicht immer, und kann auf die Dauer schon gar nicht nicht gut gehen. Es könnte sich irgendwann rächen, und dann umso mehr den rechten Kräften Auftrieb geben.

        Zur Frage, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für Stille oder Nichtstille sei, zitiere ich nochmal aus den gestrigen Kommentaren zum Innenminister:

        „nabendallerseits“ in #6.7
        „“Wann wäre denn ein besserer Zeitpunkt gewesen dieses Problem anzusprechen? Morgen, in 5 Wochen, übernächstes Jahr? “
        Ohne Ironie: Sie haben es erfasst, letzte Woche, in fuenf Wochen, oder im naechsten Jahr. Hier und Heute haette man vom Herren Innenminister gerne gehoert, was er zur Sicherheit Deutschlands zu tun gedenkt. Mal Flagge zeigen anstatt herumzukraemern. ….
        Ein Jahr spaeter schreibe Ich Ihnen: Genau so war es und genau so ist es noch immer, die Regierung hat kein Konzept. Man wurschtelt halt daher. Wie auf allen Ebenen. DAS ist das Resume der letzten zwoelf Monate und die richtigen Probleme fangen gerade erst an.“

        Gryf Andra in #7
        „Ich weiß, dass ich jetzt auf arge Kritik stoßen werde. Aber trotzdem: Also sollen wir jetzt die Meinungs und Pressefreiheit einschränken und das offizielle Denunziantentum wieder einführen. Und wo wir dabei sind, schränken wir doch auch gleich mal das Internet ein. An was erinnert mich das bloß??“

        Beste Grüße
        Martina

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      • Hallo Martina,

        zu Online-Artikeln lese ich mir grundsätzlich keine Kommentare mehr durch, ebenso wie ich seit einiger Zeit darauf verzichte, die Kommentare zu Artikeln auf FB zu lesen.

        Sie müssen mir schon zugestehen, dass ein solcher, nicht gerade eindeutiger, nicht weiter ausführender Kommentar von Ihnen (die mir in keiner Weise bekannt ist) Fragen aufgeworfen hat und auf Grund sehr geringer Konkretisierung (die Sie jetzt nachholen) Missverständnisse eigentlich unvermeidbar waren.

        Ich komme daher nicht umhin (auch andere Meinungen sind willkommen und wie in meinem Kommentarhinweis steht, sofern sie nicht rassistisch, menschenverachtend oder nationalsozialistisch unterlegt sind), Ihnen in Ihren Ausführungen teilweise zumindest nachdenklich zu folgen.

        Teilweise deshalb, weil ich zum Artikel der Frau Hoffmann eine andere Meinung habe.
        Dies soll jedoch nicht Ausschlag für eine weitere, nicht zwingend fruchtbare Diskussion sein, weil nicht konstruktiv und zu meinem Beitrag hier, in welchem ich die vielen Kommentare und Verschwörungstheorien kritisiere und um Pietät bitte, einfach nicht adäquat (zum Beitragsinhalt).

        An anderer Stelle – es gibt noch mehr Beiträge von mir hier und auch auf Facebook – können wir das gern fortführen.

        Mit besten Grüßen in einen guten Tag,

        Sylvia

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      • Ich wollte an dieser Stelle eigentlich nichts mehr dazu sagen, möchte aber, da es sonst aus dem Kontext gerissen wird, doch noch eine Kleinigkeit anfügen. Und zwar zu dem oben verlinkten Artikel und dem Buch der Sabrina Hoffmann. Als ich den letzten Kommentar hier schrieb, hatte ich zwar den von Frau Kling verlinkten Artikel dazu gelesen, aber noch nicht die zahlreichen Kommentare im Anschluss. Darin stöberte ich durch Zufall erst kurz danach. Darunter befanden sich auch viele kritische Stimmen zum Artikel und zum Buch, die teilweise das bestätigten, was auch meine Gedanken waren, obwohl ich mich in dieser Fundgrube vorher noch gar nicht umgeschaut hatte. Also ich stand gar nicht so allein mit meinem Eindruck, das bekam ich nun mit, aber einen Tag später war es durch die dortige Verlinkung nicht mehr möglich, jene vielen Kommentare aufzurufen, um sie noch einmal zu lesen. Das fand ich nun schon sehr bemerkenswert! Aber bei Amazon, wo das Buch zum Verkauf steht, finden sich neben Positivem noch immer ein paar sehr kritische Meinungen zum Buch, die in der Substanz dasselbe aussagen. (Ich will es an dieser Stelle nicht näher beleuchten, weil das nicht gewünscht wird und auch nicht unbedingt zur Thematik passt.) Aber es würde mich nicht wirklich wundern, wenn diese Kommentare in Kürze auch dort verschwunden sind oder unsichtbar werden. Nun nicht mehr ….

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  4. Am ersten Tag, als ich abends Ausschnitte der Pressekonferenz u.a. mit dem Münchener Polizeipräsidenten sah, hatte ich das unbestimmte Gefühl, als ob von Seiten der Ermittlungsbehörden wichtige Informationen vor der Öffentlichkeit zurückgehalten wurden oder Sachverhalte verschleiert werden sollten. Stimmte es denn wirklich, dass es sich nur um einen verrückten Einzeltäter handelte, der völlig im Alleingang handelte, oder hatte er Helfer oder Hintermänner, die seine Aktionen steuerten oder begünstigten? Die Legende von möglichen weiteren und von Zeugen beobachteten Helfershelfern, die es eilig hatten, sich zu entfernen,wurde später von den Ermittlern ja als falsche Spur verworfen. Hatte das Ganze wirklich keinen Bezug zum bewaffneten Kampf des Islam, oder wollte man nur den bisherigen Kurs unserer aktuellen Regierung stützen, die diese Leute verhätschelt? Oder waren es Rechtsradikale, die hinter dem Amokläufer standen, um den Islam in Misskredit zu bringen? Oder man wollte diesen Eindruck nur erwecken? – Keine Ahnung. Später hieß es jedenfalls u.a. auch, der Amok-Schütze wäre AfD-Sympathisant gewesen … Sofern die ganze Aktion aber doch einen (versteckten) Hintergrund hätte, der zum bewaffneten Kampf des Islam tendiert, wäre es ein Fehler, dies zu zerreden. Und wohl auch nicht ratsam, „einfach mal still“ zu sein?! Dann könnte die Politik der ungebremsten Zuwanderung von Fremdlingen eine Entwicklung begünstigen, die zu einer Häufung solcher Amokläufe oder Terrotanschläge führt, und die Sicherheitskräfte würden mehr und mehr hilflos werden und überfordert sein. Was gleichzeitig den rechten Kräften Auftrieb gibt. Ich hatte auch den Eindruck, als ob bestimmte wichtige Augenzeugen nicht zu Wort kommen sollten. Gewiss waren darunter auch Wichtigtuer oder Panikmacher. Aber die meisten? – Eigentlich schwer zu glauben!

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    • Mutmaßungen über Mutmaßungen – passen ja wunderbar zu meinem Beitrag, nicht wahr?
      Ich hoffe, Sie können auf Facebook da kräftig mitreden.

      Wenn wir alle unsere Kräfte und Gedanken besser bündeln würden, als sie in solche Verschwörungstheorien zu verschwenden und Halbwissen zu produzieren, so könnten wir viel erreichen.
      Den Angehörigen hilft DAS alles in keinster Weise!
      Pietät wurde angesprochen!

      In München sind noch keine Ferien. Einige Schüler werden heute fehlen.

      STILLE ist angebracht!

      Danke für das Verständnis.

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  5. Der Pressesprecher ist wirklich super.
    Leider ist vielen unserer Mitmenschen offenbar wichtiger sich durch Posts von Gerüchten zu profilieren – selbst, wenn man u.U. dadurch Ermittlungen behindert.
    Da jagen Einsatzwagen quer durch München weil irgendjemand sich wichtig tun wollte und Schusswechsel berichtet.

    Meine Oma hat immer gesagt „Wer nichts zu sagen hat, soll zuhören und lernen.“

    Ich freue mich, dass dir dieses FaceBook- und Twittergehabe auch übel aufgestoßen ist.

    In meinem Post gestern Nacht habe ich mir gewünscht,
    dass wir brüderlich zusammenhalten und Hand in Hand für Freiheit und Menschlichkeit einstehen. Damit meinte ich echte Aktion und keine Flaggen in unseren Facebook Profilbildern.
    Ich danke Dir für deine Worte!!!
    Liebe Grüße
    Patrick

    https://issoundnichtanders.wordpress.com/2016/07/22/freiheit-bruederlichkeit-menschlichkeit/

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    • Lieber Patrick,

      die Einsatzwagen durch München – das finde ich weniger bedenklich. Die Polizei hatte noch keine Kenntnis von Details und hat entsprechend reagiert. Auf Grund der nicht von der Hand zu weisenden Bedrohung (Terror) ist diese Reaktion nicht überzogen gewesen – so sehe ich das. Wenn das in der eigenen Stadt geschehen wäre – man stelle sich vor, in der Nähe gewesen zu sein – hätte man sich sicher auch gewünscht, dass die Polizei vollumfassend reagiert. Ich habe auch viel zu wenig Einblicke in die Situation vor Ort, um mir anzumaßen, dies zu beurteilen.
      Bei allem anderen bin ich ganz bei Dir, lieber Patrick.

      Wir brauchen LIEBE – es klingt schon beinahe wie ein „ZauberWort“, nicht wahr?

      Sei herzlich gegrüßt in einen schönen Sonntag (ich hoffe, in Hamburg ist er auch sonnig schön:-) ),

      Sylvia
      Lieber Patrick,

      die Einsatzwagen durch München – das finde ich weniger bedenklich. Die Polizei hatte noch keine Kenntnis von Details und hat entsprechend reagiert. Auf Grund der nicht von der Hand zu weisenden Bedrohung (Terror) ist diese Reaktion nicht überzogen gewesen – so sehe ich das. Wenn das in der eigenen Stadt geschehen wäre – man stelle sich vor, in der Nähe gewesen zu sein – hätte man sich sicher auch gewünscht, dass die Polizei vollumfassend reagiert. Ich habe auch viel zu wenig Einblicke in die Situation vor Ort, um mir anzumaßen, dies zu beurteilen.
      Bei allem anderen bin ich ganz bei Dir, lieber Patrick.

      Wir brauchen LIEBE – es klingt schon beinahe wie ein „ZauberWort“, nicht wahr?

      Sei herzlich gegrüßt in einen schönen Sonntag (ich hoffe, in Hamburg ist er auch sonnig schön:-) ),

      Sylvia

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      • Hallo Sylvia,
        ich hatte mich wegen der Einsatzwagen zu schwammig ausgedrückt. Ich meinte, dass die Polizei von ihrer Arbeit abgehalten wird, weil sich Kleingeister durch übertriebene Posts und Posts mit Fotos vergangener Anschläge etc. profilieren müssen.
        Das mit der Liebe hatten wir schon mal „Make Love not War“ und die Menschen waren größtenteils friedlich.
        Ich glaube wir brauchen Nähe, denn den aus Unwissenheit und Furcht vor dem Unbekannten wird schnell eine Hassfront; und dann kann man nicht mehr argumentieren.
        Ganz liebe Grüße aus Hamburg!
        Patrick

        PS: Ich habe den ganzen Tag im Garten verbracht und der Wildnis beim Wachsen zugesehen 🙂

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      • Wir sind da ja gerade erst eingezogen (November) und haben 2600 m2 Wildnis vorgefunden. Einige Ecken haben wir bereits naturnah rekultiviert. Alles aber so , dass Rehe, Marder etc. hier bleiben.
        Nur in einigen Beeten wird das Unkraut hoffentlich bald verbannt – wir sind dran. 😉

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  6. Nur mal eine kurze Information: Wenn du demnächst wieder einmal eine „Statistik“ erhältst, in der nachgewiesen wird, dass zur Zeit des Amoklaufs die SMS- und Twitter-Aktivitäten sprunghaft angestiegen sind, dann hat das nichts mit dem CIA oder NSA oder sonstigem Verschwörungsgeschwurbel zu tun, das waren Menschen in München, die sich nach dem Verbleib ihrer Angehörigen erkundigten, ihr Entsetzen kund taten und ihre Betroffenheit, nach einer Mitfahrgelegenheit oder Unterkunft forschten…

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    • Vielen herzlichen Dank. Ich habe mich gestern in das regionale Theater begeben („Arzt wider Willen“ nach einer Komödie von Moliére) – so konnte ich mal etwas abschalten. Das war eine gute Idee.

      Haben Sie auch noch einen schönen Sonntag!

      Herzlichst,
      Sylvia

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  7. Ich bleibe einfach still, so wie ich auf unserem Blog zur Zeit ebenfalls still bleibe… Ich befürchte nur, dass die Journalisten diese Stille falsch interpretieren und noch mehr Druckerschwärze vergeuden.
    Nach diesem kleinlauten Kommentar bleibe ich wieder still.

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  8. Nur durch Zufall (Ich schaue ja keine Nachrichten oder Fernsehen mehr) Ich nutze Netflix, konnte ich gestern um 19:00 die Nachrichten sehen, falschen Knopf auf der Fernbedienung gedrückt, es waren RTL Nachrichten, und nach 10 Minuten Berichterstattung war ich so angeko.. und musst ausmachen. Es schien nur wichtig zu sein wieviel Tote es gab, Terror ja oder nein, Spekulationen, Gehirnwäsche…pfui!! Mein schweigsames Mitgefühl gilt den jungen Opfer und ihren Angehörigen. Danke dir liebe Sylvia für deinen Beitrag.

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  9. Pingback: Gewalt, Terror, Hass und Wut, soll ich Schweigen? – Herr R. schreibt über

  10. Pingback: Warum können wir nicht einfach still sein? « sigurd6

  11. Zum Glück habe ich weder fremdenfeindliche Reaktionen noch fiese Kommentare gelesen oder gehört. Ich hatte eher das Gefühl das Menschen zusammen gerückt sind über diese Medien. Wenn aus der weiten Welt messages kommen:happy to hear You are okay… Ist das zwar auf der einen Seite schlimm auf der anderen Seite wärmt es,doch die Lähmung bleibt. Kat.🌹

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    • Ja, ich habe auch von einem großen Zusammenhalt und Hilfestellungen in München gelesen und gehört – das ist wunderbar!
      Ich denke, politisch gesehen sowie zum aktuellen Zeitgeschehen sollte man von den sozialen Netzwerken Abstand nehmen.
      Gerade heute denke ich darüber intensiv nach.

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  12. Für mich ist es leider gerade so, dass überall große Anspannung in den Gemütern herrscht und jeder neue Funke – selbst wenn dieser weder etwas mit der einen oder anderen Seite zu tun hat – facht das Feuer neu an, bis irgendwann alles durchgebrannt hat und nichts als Asche übrig bleibt.
    Die Welt wird gerade etwas unsicherer und dementsprechend auch die Gemüter der Menschen. Und wie wir Menschen nun einmal sind, so suchen wir uns Feindbilder um zumindest etwas Ruhe zu schaffen.
    Ich will nicht zu viel quasseln, aber ich sehe gerade wieder verstärkt Othering in der Welt – also das Ziehen von Grenzen zwischen der eigenen und fremden Gruppen. Denn Schwarz-Weiß ist einfach zu verstehen und bietet in dem eigenen Weiß, wenn man so sagen will, gemeinsame Stärke und Zusammenhalt gegen das potentiel gefährliche Schwarz.
    Lange Rede kurzer Sinn, schlechte Laune verbreitet sich gerade überall und man will Dampf ablassen.

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    • Hm, sehr schwierig.
      Ich würde mich freuen, wenn die Menschen, die sich im Netz so „artikulieren“ und so vehement dabei sind, ihre erhitzten Gemüter abzukühlen, in andere Bereiche ihre Energie steckten. Den Bereichen nämlich, wo wir etwas erreichen können: in Politik, im sozialen Miteinander, im Miteinander gegen all das, was unser Leben und unseren Alltag momentan bestimmt.
      Erhitztes Gemüt – nicht dass ich ein solches nicht kenne, weit gefehlt.
      Doch sollte man sich überlegen, was man wo äußert und Verantwortung übernehmen.
      Sind wir im Kindergarten, dass wir wie die bockigen Kinder gleich losplärren und unseren Kauderwelsch loswerden?

      In sozialen Netzwerken erkenne ich nur bei wenigen die Bereitschaft dazu, Verantwortung zu übernehmen (deshalb ist meine Freundesliste auf FB auch sehr ausgewählt).

      Nicht dass ich Dich mit Deinem Kommentar nicht verstehe – ich verstehe Dich sehr gut und ich verstehe auch, dass man in einem Diskurs bleiben soll. Nur ist die Frage:
      WIE sieht dieser aus?

      Liebe Grüße

      Sylvia

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      • Man sollte aber natürlich auch bedenken, dass zwischen dem Charakter Online und dem im echten Leben oft große Unterschiede sind… wenn nicht geistig, so zumindest doch im Verhalten und im Gespräch.
        Ich mag das Gejammere und dummen Sprüche im Netz natürlich auch nicht, aber ich versuche es immer gelassen zu nehmen und suche diejenigen, die auch was Gutes zu sagen haben.

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  13. Ich hab das als Inspiration für ein Gedicht genommen. Ich hoffe, das ist in Ordnung für dich. Du sprichst mir da wirklich aus der Seele. Ich prangere schon seit langem unsere sogenannte Medienkultur an :-). Tolle Sicht auf die Dinge und ich bin froh, dass es so einige Menschen gibt, die diesem Medienhype nicht folgen.

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  14. Diese Gier nach Aufmerksamkeit ist nur noch widerlich!
    Denkt einer von denen an die Menschen, die verzweifelt auf Nachrichten von ihren Lieben warten?!
    Ich hab zum Glück von allen ein ‚alles ok‘ zurückbekommen, musste bei einigen aber lange darauf warten. Da wäre ich um die Stille dankbar gewesen.

    Danke für deinen Post.

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    • Nein, an diese Menschen denken sie nicht. Für manche ist es Sensationslust, so muss ich das schon bezeichnen. Für andere das berühmte Pünktchen auf dem i, dass ihre festgelegten Schuldigen endlich zur Verantwortung gezogen werden sollen und und und.
      Keine Empathie, keine Rücksicht, keine Verantwortung. Ja, ich nenne es durchaus Verantwortung, die wir übernehmen, wenn wir uns solchem Medienrummel hingeben.

      Ich freue mich sehr, dass Du von allen ein „okay“ bekommen hast!

      Danke für Deinen Kommentar und herzliche Grüße für ein friedliches Wochenende,

      Sylvia

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      • Ich würde noch ‚keinen Respekt anderen gegenüber‘ anhängen.
        „WAs du nicht willst das man dir tut – das füg auch keinem anderen zu“, wenn sich mehr ‚Menschen‘ an dieses Motto halten würden, wäre unsere Welt um einiges schöner.
        Ich finde es immer tröstlich wenn ich feststelle, das doch noch mehr Menschen so denken wie ich und nicht auf diesen Zug aufspringen.
        Dir auch ein friedliches Wochenende und trotz allem Momente die dein Herz zum lächeln bringen.

        PS ich bin gerade tatsächlich das erste Mal auf rebloggen gegangen.

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      • Hm, man übertritt oft Grenzen, wenn man keinen Respekt hat – aber wir müssen darüber nicht spekulieren :-).

        Ja, IHR habt mir heute ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert und dafür danke ich EUCH! 🙂
        Vielen lieben Dank auch fürs (erste Mal) rebloggen.

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  15. Pingback: Stille als Gut – Wortewelten

    • Nicht immer, Gerda. Man sollte die Momente und Situationen, in denen die Stille angebracht ist, schon sehr genau wählen.
      Doch dieses Lamentieren und dieser Hype ist alles andere als richtig und gut.
      Das Richtige von den Richtigen zum richtigen Zeitpunkt …

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  16. Schlimm genug, was in Würzburg und in München in dieser Woche passiert ist!
    Ich kann den Medienrummel einfach nicht mehr ertragen und schon gar nicht den Hype draußen, denn dem kann man sich auch kaum entziehen.
    Jeder meint, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.
    „„Hitler muss zurück“, das habe ich gestern in ähnlicher Form auch gehört und gleich zwei favorisierte Namen dazu:
    Erdogan und Trump

    Ich mag mir langsam nicht mal mehr vorstellen, wo wir mit dem Schiff Erde hinsteuern…

    Gefällt 2 Personen

    • Ich kann Dir folgen, Anna-Lena, auch ich möchte mir nicht mehr vorstellen, wo wir hinsteuern.
      Bildung tut Not, ja, das muss man auch sagen. Denn viele der Kommentare (auch der nicht ganz so argen, wie ich sie im Beitrag zitierte) resultieren einfach aus Nichtwissen, Halbwissen und ungenügender Bildung – ein großes Problem in unserer Zeit, wie ich finde.

      Sei herzlich gegrüßt,

      Sylvia

      Gefällt 2 Personen

  17. Zu diesem gestern für mich absehbar tragischen EREIGNIS in München
    muss man ganz einfach etwas sagen / schreiben …
    Hier der AUSZUG aus meinem PRESSEARTIKEL von heute … :
    *
    Was Paris, Nizza, Würzburg und München lehren

    Staaten, die Waffen zum Töten profitabel ins Ausland exportieren, importieren in ihr Inland den Tod aus dem Hinterhalt. Die Europäische Union und Deutschland sollten im Interesse und zum Schutz ihrer Bürger endlich umdenken !
    ***
    Ein friedfertiges Wochenende … PachT

    Gefällt 1 Person

  18. Du „schreibst mir aus der Seele“. Ich habe gestern, nachdem ich im Fernsehen die ersten Berichte gesehen hatte und noch nicht klar war, was da genau passiert war, das Internet gar nicht erst eingeschaltet. Wie schon ein Sprecher im Fernsehen sagte, dass im Internet schon eine Flut von Mitteilungen stehen würden, ….Mutmaßungen, angebliche Zeugenberichte usw., dachte ich mir, das ist jetzt wieder so ein richtiger „Aufreißer“ für viele Menschen. Ich finde es auch einfach nur schlimm!
    Der größte Teil der Menschheit scheint nur auf solche Horrornachrichten zu warten, um ungezügelt ihren „Senf“ dazuzugeben und sie für ihre oftmals „beknackten“ Ansichten zu benutzen.
    Mein Mitgefühl gilt auch den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden.

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  19. Pingback: Warum können wir nicht einfach still sein? | Sylvia Kling - Literatur

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