Teilnahme am Projekt „Gegen das Vergessen“

Nach einer kurzen „Verschnaufpause“ auf dieser Seite möchte ich heute etwas, mir sehr Wichtiges mitteilen. Es geht um das Projekt „GEGEN DAS VERGESSEN“. Jeder, der sich daran beteiligen möchte (es müssen nicht zwingend Künstler sein), informiere mich bitte. Ich freue mich über alle Teilnehmer_innen! Nur gemeinsam können wir stark sein. Alles Details dazu findet Ihr hier – bei dem Journalisten Lotar M. Kamm:

Querdenkende

flickr.com/ mibuchat/ (CC BY-SA 2.0) flickr.com/ mibuchat/ (CC BY-SA 2.0)

Inspiriert durch Jürgen M. Brandtner macht Sylvia Kling den Anfang

Die Autorin Sylvia Kling rief jüngst in ihrem Blog das Projekt „Gegen das Vergessen“ ins Leben, wobei sie inspiriert wurde vom Theaterregisseur und Schauspieler Jürgen M. Brandtner, der bereits vor knapp fünf Jahren mit dem Leseabend „Aktion wider den undeutschen Geist“ in Erscheinung trat, Texte zur nationalsozialistischen Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 vorlas.

Brandtner selbst äußerte dazu: “Gegen das Vergessen” wird von vielen Künstlern und Initiativen aufgegriffen, wenn es um die Geschehnisse während des Nationalsozialismus geht oder um Aktionen / kreative Prozesse / Kunstwerke, die gegen diesen Geist atmen.” Genau das veranlaßte Sylvia Kling,das gleichnamige Projekt „Gegen das Vergessen“ jetzt zu initiieren, startete sie selbst mit ihrem Gedicht „Egal“.

Dabei forderte sie andere Künstler auf, sich an dem wichtigen Projekt aktiv zu beteiligen. Prompt folgten zügig die ersten Texte und Beiträge. Querdenkende veröffentlichte…

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Sie wollen einfach nur leben!

Wir haben gestern mit 10 Flüchtlingskindern Fußball gespielt. Zufällig trafen wir sie auf dem Sportplatz unseres Dorfes. Sie wohnen seit 18. Januar in unserem Dorf und werden betreut.
Die Eltern sind verschollen.
Ein kleines Mädchen war dabei, hing veränstigt am Jackenzipfel der Betreuerin. Sie sagte in gebrochenem Deutsch: „Ich heiße Nolah. Ich kommen aus Irak.“ Große, verängstigte, tiefdunkle Augen. Keine Mama, kein Papa. Nur eine deutsche Frau, an der sie klebt. Eine von wenigen freundlichen Frauen hier.


Die Betreuerin erzählte mir, auf wie viel Ablehnung sie in unserem 700-Seelendorf und der gesamten Region stößt.
Ja, ich weiß. Über die erste Einwohnerversammlung schrieb ich einen Artikel, in welchem man erschreckende Tatsachen über den Fremdenhass in unserer Region lesen kann. Es war ein Artikel ohne Wertung meinerseits (Link nochmals unten).


Was soll ich sagen? Dass die Bäckerin im unserem Dorf ihren Verkäuferinnen angeordnet hat, die Zigarretten jeden Abend aus der Auslage zu entfernen, da die Flüchtlingskinder kommen?
Kinder, die ihre Eltern ewig nicht mehr gesehen haben, aus ihrer zerstörten Heimat kommen? Kinder, die mit Bildern ihre Geschichte erzählen? Denen das bisherige Leben und das Leid der letzten Monate/Jahre in den Augen geschrieben steht?
Soll ich sagen, dass eine wohlhabende Frau aus unserem Dorf im September 2015 in der Versammlung brüllte: „Wir wollen keine Moschee in K.?“
Wie meinen? Eine Moschee, gebaut von 10 Kindern aus Kriegsgebieten?
Soll ich sagen, wie diese Kinder in Sachsen von Ärzten z. T. behandelt werden?
Oder soll ich sagen: Mein Sohn hatte heute eine wunderbare Zeit mit diesen Kindern. Er versteht sie nicht. Sie verstehen ihn auch (noch) nicht. Aber mein Sohn stellt Fragen. Er versteht: Diese Kinder wollen Fußball spielen. So wie er.

Teilen erbeten. Es sind WAHRE Erlebnisse und ich werde weiter berichten. Denn wir treffen sie nun hoffentlich jede Woche. Auch werde ich versuchen, mich – solange ich in diesem Ort noch wohne – auf irgendeine Weise einzubringen.

Wie die Menschen in diesem Dorf denken und wie die Informationsveranstaltung in Kalkreuth im September vergangenen Jahres verlief, könnt Ihr hier nochmals nachlesen:

https://wiedaslebenklingt.wordpress.com/informationsveranstaltung-zum-thema-asylbewerber-in-kalkreuth-am-22-09-2015/

Eure Sylvia Kling