Holocaust-Gedenktag

 Heute ist der Holocaust-Gedenktag.

Die Literaturprofessorin Ruth Klüger schildert ihren Überlebenskampf (Auszug, Artikel mit Link unten):

„Sie träume manchmal heute noch von ihrer Zeit im Steinbruch, sagte Klüger. Ihr Überleben habe sie nur einer Lüge zu verdanken gehabt, da sie sich damals im Alter von zwölf Jahren als älter ausgegeben habe und nur so von Auschwitz in das Arbeitslager Christianstadt gekommen sei. Der Winter 1944/1945 sei der kälteste Winter ihres Lebens gewesen. „Man konnte sich so gar nicht gegen die Kälte schützen, unsere Kleidung war viel zu dünn, an den Füβen hatten wir Zeitungspapier, das half, aber nicht genug. Und wir hatten vereiterte Wunden an den Beinen, denn es heilte alles so schlecht.“ Die Literaturprofessorin erinnerte auch an die Prostitution, zu der Frauen in den Lagern gezwungen wurden.“

http://www.deutschlandfunk.de/holocaust-gedenktag-ruth-klueger-schildert-ihren.1818.de.html?dram:article_id=343786

niewiederfaschismus

Auf dass sich derartige Geschichte niemals wiederhole!

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Deutschland im DauerUnruheZustand

Quelle: Morgenpost

Quelle: Morgenpost

Leipzig am 11.01.2016 (Quelle: http://www.mdr.de/sachsen/lichterkette-legida-leipzig-100_zc-f1f179a7_zs-9f2fcd56.html)

„Pegida-Mitglied Tatjana Festerling geht in ihrer Rede bei Legida auf die Ereignisse in Köln ein. Sie erklärt, Flüchtlinge hätten einen „flächendeckenden Terroranschlag auf blonde deutsche Frauen“ gestartet. Politiker, so Festerling, würden jetzt das Wort „abschieben“ in den Mund nehmen. „Es sind dieselben, die die ‚afro-arabische Sextouristen‘ ins Land gelassen haben und dafür internationales Recht gebrochen haben“. Festerling weiter: „Noch gab es keine Toten. Aber wie viel fehlt noch bis aus der Kölner Domplatte eine Schlachtplatte wird?“ Anschließend begeht sie Medienschelte. Sie hätten den Kölner „Terroranschlag“ umgedeutet und relativiert.

Wenn die Mehrheit der Bürger noch klar bei Verstand wäre, dann würden sie zu Mistgabeln greifen und diese volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln.“

Weitere Informationen zu den Vorfällen in Leipzig am gestrigen Tag:

http://www.mdr.de/sachsen/ticker-leipzig-legida-nolegida-100_zc-f1f179a7_zs-9f2fcd56.html

Nun frage ich  mich ernsthaft, wer noch klar bei Verstand ist. Fakt ist, dass die  Politiker entweder überfordert oder einfach unfähig sind, die Lage im Land „unter Kontrolle zu bekommen“ und adäquate Entscheidungen zu treffen. Handelt es sich gar um eine reine Willensfrage?

Ich sage es nicht gern, aber in Deutschland herrschen teilweise schon bürgerkriegähnliche Zustände. Für diese gibt es geistige Verantwortliche. 

Für mich steht es außer Frage, dass diese polemischen Tiraden zu nichts führen. Es wird Hass geschürt, der weitere Ausmaße annimmt. Wer kann diese stoppen? Doch mit meinen zwei Hauptautoren möchte ich heute diesen Beitrag fortsetzen:

Uwe Maaß aus Bamberg schreibt dazu auf Facebook:

„Wer hier Deutschland in eine Schlachtplatte verwandelt, war ja wohl gestern in Leipzig wieder zu sehen. Es gab massive Ausschreitungen durch rechtsextreme Hooligans und Frau Festerling, heizte die Menge mit ihren volksverhetzenden Reden an. Das geschah nicht zum ersten Mal und wird begünstigt durch erneute Fehler unseres Rechtsstaates, welcher sich wohl nicht in der Lage fühlt, die ohnehin schon lange laufenden Ermittlungen bezüglich Volksverhetzung gegen Frau Festerling endlich in eine Anklage umzumünzen.“

Er schreibt weiterhin:

„Ich fühle mich momemtan umgeben von Menschen mit Tunnelblick und schlage da den Bogen von Frau Festerling bis hin zu unseren Politikern, deren – in meinen Augen – Fehlverhalten in der Asylproblematik, ich schon oft kritisiert habe. Und unsere Regierung/ MP beabsichtigt, das Fehlverhalten beizubehalten, wie man gestern abend deutlichst aus dem Mündern von Familienministerin Schröder und MP Kraft, bei „Hart aber Fair“ hören konnte. Trotz immer noch fehlender, funktionierender Asyl-Infrastruktur in allen Bereichen ist eine verwalt- und integrierbare Zuwanderungsobergrenze, immer noch ein No Go für unsere Regierung. Und stets wird unterschlagen, das wir bedingt durch die Arbeitnehmerfreizügkeit, 487.000 Zuwanderer aus EU-Staaten, zusätzlich zu den 1,1 Millionen Flüchtlingen in 2015, zu verwalten und zu integrieren haben. Das alles darf aber keine Rechtfertigung für Rechtsextreme wie Frau Festerling sein, einen Bürgerkrieg einzufordern und das auch noch mit einer Polemik, wie sie aus der NS -Zeit überliefert ist.“

Uwe Maaß führt fortsetzend aus:

„Es gibt mehrere üble Extreme in meinen Augen. In der Masse stechen da natürlich Rechtsextreme ins Auge. Angefangen mit dem Oktoberfest-Attentat (durch die rechtsextreme Wehrsportgruppe Hoffmann -26. September 1980, 13 Tote und 211 Schwerstverletzte ), Rostock Lichtenhagen, Heidenau und bereits zahllos zu nennenden schweren Körperverletzungen und hunderte Brandanschläge, auch auf bewohnte Flüchtlingsheime, begangen durch marodierend durch die Lande ziehende Neo-Nazi -„Rudel“.

Das kannten wir Jahrzehnte nicht, nach 1945. Konter Extrem ? Eine fast schon gnadenlos zu nennende Ignoranz unseres Rechtsstaates, gegenüber dem erneutem Aufkommen des NS-Gedankenguts und sogar noch fast schon strafwürdigen Verhaltens, siehe V-Männer, NSU, offensichtliche Vertuschung usw..  Konter Extrem 2 ?

Zulassen von vielfach ( nicht nur ) durch Zuwanderer/Migranten aufgebauten Kriminellen und islamistischen Subkulturen, indem man die Personaldecke unserer Sicherheitsorgane bis zum geht nicht mehr ausdünnte und diese ihrer originären Aufgabe gar nicht mehr nachkommen konnten und können. Logisches Konterextrem 3.

Man nutzte und nutzt nicht das Billigste, was für die Eliten in einer Größenordnung von Billionen, durch die EZB z. B. verteilt wurde und wird. Nicht aber für die Bevölkerung. Und das Billigste wäre Geld. 487 Milliarden in der Spitze, betrug der SOFFIN, 720 Milliarden im Worst Case würde der ESM allein Deutschland kosten. Aber für das Abpuffern der Asylproblematik, werden gerade mal einstellige Milliardenbeträge zur Verfügung gestellt. Mit der Folge, das wir über höhere Sozialabgaben, Kommunalabgaben und explodierende Mietpreise, genau wie für die Bankenrettung, zur Kasse gebeten werden. Das alles fördert eine gefährliche Unzufriedenheit in der Bevölkerung, welche sich auch in Ausschreitungen von linksextremen Gewaltreisenden, schon einige mal manifestiert hat.“

Meine politisch engagierte Kollegin,  Autorin Angelika LaRé (Angelika Reimer), hat es so formuliert:

„Die Politik hätte mit den Bürgern reden sollen. Erst haben sie über kritische Bürger geredet, von oben herab. Damit haben sie Rassisten und Extremisten Futter geliefert und jetzt scheinen sie alle irgendwo verschollen zu sein, man schweigt. Seit dem 31.12.2015 hat man von unseren, doch immer gern in den Medien auftauchenden Landesregierenden, nichts mehr gesehen oder gehört. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

So wurden die Rechten gestärkt. In Hamburg fand Frau Festerling nicht genug Anhänger. Im Osten sind die Menschen empfänglich, viele haben nicht nur ihre Sicherheit verloren.  Politiker haben seit 25 Jahren vielen „Ossis“ die Identität und die Lebensqualität genommen. Wer will den Menschen verdenken, dass sie jetzt wieder ihre Chance sehen, etwas an Freiheit zu gewinnen? NUR werden sie mit Radikalen keine erneute, „friedliche Revolution“ (die es ja 1989 auch nicht war) hinbekommen. Das sollte den mitlaufenden „Spaziergängern“ langsam mal klar werden.“

Zur Menschenjagd in Köln äußert sie sich so (http://www.tagesspiegel.de/politik/debatte-um-fluechtlinge-und-die-uebergriffe-von-koeln-die-gespaltene-nation/12817634.html):

„Das ist dem Politikversagen geschuldet. Wenn eine Regierung nichts tut, dann werden Menschen zur Selbstjustiz greifen und es werden Unschuldige wieder zum Opfer. “

Weitere Ausführungen von Angelika LaRé (Angelika Reimer):

„Reden, Reden, Reden …. Das hilft keiner einzigen Frau, die Opfer dieser Übergriffe wurde, auch den Asylsuchenden nicht, die unserer Hilfe wirklich bedürfen! Zwei Verbrecher von Köln sind wieder frei und RTL spricht noch mit ihnen, sie grinsen frech in die Kamera und lachen unseren Staat aus. Diese deutsche Regierung ist doch nicht mehr tragbar. So können, vom Volk gewählte Politiker doch nicht mit ihrem Volk umgehen! Will diese Regierung Merkel einen Bürgerkrieg? Sie bekommen in ihren Sphären nichts mit, von all dem, was  in unserem Land geschieht und wenn, dann nur durch die Medien. Selbst die Zustände am Lageso in Berlin scheinen ihnen vollkommen fern. Diese Regierung gibt Steuergelder und Gelder aus unseren Sozial – und Rentenkassen aus, die eigentlich von den Bürgern für sich und ihre Kinder erarbeitet wurden. Kindergelderhöhung 2€ mtl., Diäten wurden um 1.000 € mtl. erhöht. Wo sind die Verhältnismäßigkeiten? Jetzt, nachdem das eingetreten ist, vor dem „kritische Bürger“ gewarnt haben und zu „Pack“ und „Nazis“ gemacht wurden, sehen die Bürger eine Regierung, die nichts, aber auch gar nichts in die richtige Richtung unternimmt, nämlich einfach mal ein Zeichen setzen. Diese Männer ermitteln und an ihre Heimatlandgrenzen absetzen! Diese Länder sind froh, dass sie sich im Zuge dieser Einladung der Frau Merkel, ihrer krimminellen Personen entledigen konnten! Frau Merkel sollte jetzt Verantwortung für ihr falsches Handeln übernehmen, um Deutschland vor einem Bürgerkrieg zu schützen! Diese Regierung ist nicht mehr meine Regierung! So kann man nicht mit den Menschen umgehen, die einem den Arbeitsplatz bezahlen. Kein Chef in Banken und Wirtschaft würde sich das von seinen Angestellten gefallen lassen!“
Abschließend empfehle ich noch diesen Artikel sehr dringend:

http://www.heise.de/tp/artikel/46/46492/1.html

 

 

Das Jahr trägt noch das alte Kleid

Wir beginnen das neue Jahr.  Doch leider werden wir uns auch in diesem Jahr im politischen Sinne mit dem alten Kleid des Jahres 2015 zufrieden geben müssen. Ich hoffe, dass „Herz statt Hetze“ auch in diesem Jahr wieder friedlich für Menschlichkeit und gegen Rassismus demonstriert. Ich wünsche mir, dass sich mehr Sachsen auf die Straße trauen. Viele Menschen jedoch haben Angst davor, sich an öffentliche Plätze zu begeben. Ich kann diese Angst sehr gut nachvollziehen. Wir alle tragen nicht nur eine politische, sondern auch eine persönliche Verantwortung gegenüber unserer Familie. Es muss also jeder für sich entscheiden.

Mehr als 600 Angriffe auf Unterkünfte von Flüchtlingen fanden im Jahr 2015 statt. 2011 waren es nur 18! Das sind erschreckende Zahlen.

„Deutschlands nervöse Mitte rückt nach rechts!“ – so Lutz Bucklitsch und nun zum Artikel:

„Aber Deutschland zeigt 2015 auch ein anderes Gesicht. Tausende freiwillige Helfer vom Schüler bis zur Rentnerin versorgen ankommende Syrer, Afghanen und Iraker. Es gibt Teddybären und Schokolade für die Kinder, Hilfe bei Behördengängen für die Eltern. Die tätige Hilfe heißt fortan Willkommenskultur. Im Ausland ist man erstaunt über die “crazy germans”, die verrückten Deutschen, und auch wir sind ein bisschen gerührt über unser großes Herz. Deutschland und die Flüchtlinge, das ist das alles beherrschende Thema dieses Jahres. Selbst die nahezu unangreifbare Angela Merkel kommt fast ins Straucheln darüber, dass sie den Schutzsuchenden die Grenzen geöffnet hat.

Merkel polarisiert

Inzwischen ist es nicht mehr so sehr die Helferethik, die das öffentliche Klima in der Flüchtlingspolitik bestimmt. Am 8. Dezember wurde Flüchtling Nummer 1.000.000 registriert. Doch schon lange vorher stieß Merkels Politik der offenen Tür auf Widerstand: in ihrer Partei, im eigenen Kabinett, in den Kommunen. Und auch auf der Straße. Die deutsche Gesellschaft zeigt sich 2015 tief gespalten.

Die historisch begründete Asylethik, entstanden aus den Lehren der Nazidiktatur und des Zweiten Weltkriegs, stößt auf offene Ablehnung bei denen, die Staat und Gesellschaft überfordert sehen. Ausländerfeindlichkeit wächst, bescheinigen Demoskopen. Von allen Facetten rechtsextremen Denkens ist sie das hervorstechendste Phänomen. Die Flüchtlings- und Asylpolitik der Bundesregierung ist die Projektionsfläche der neuen Phobie vor Ausländern. Bedient wird sie vor allem durch die rassistische Bewegung Pegida, die populistische Partei AfD und die rechtsextreme NPD.

Pegida, das sächsische Phänomen

Hervorstechendes Merkmal: Sie sehen sich selbst als Opfer und wollen vor den Flüchtlingen, den Ausländern, “geschützt” werden – das gilt vor allem für Pegida-Anhänger. “Ein regionales Phänomen”, betont David Begrich, “das im Wesentlichen auf Sachsen beschränkt ist”. Als Resonanzboden fungiert der ganze deutsche Osten. Begrich, Theologe und Sozialwissenschaftler aus Magdeburg, ist Rechtsextremismusexperte. Für ihn steht fest, dass es im Osten Politikkonzepte beliebt sind, die eine Rückkehr zu einer homogenen Gesellschaft versprechen.

Pegida wird in den meisten Bundesländern nicht vom Verfassungsschutz beobachtet. Über Facebook bekommt die Organisation fast doppelt so viel “Gefällt mir”-Klicks wie alle im Bundestag vertretenen Parteien zusammen. Ihre Anhänger sind männlich, stehen in der Mitte des Lebens und haben überwiegend einen festen Arbeitsplatz. Auf ihren montäglichen Demonstrationszügen beschwören sie regelmäßig die “Macht des Volkes” und die christliche Kultur des Abendlandes. Dabei ist Europa, so David Begrich, nirgendwo so wenig religiös wie in Ostdeutschland.

Buhmann repräsentative Demokratie

Interessanter Befund: Pegida-Sympathisanten sind gebildet. Viele haben studiert. Sie befinden die Demokratie grundsätzlich für gut, so Lars Geiges vom Göttinger Institut für Demokratieforschung. Das System der repräsentativen Demokratie hingegen empfinden sie als Defekt. Sie verdächtigen Parteien und Politiker, mit Wirtschaft und Medien verfilzt zu sein. Sie fordern mehr direkte Demokratie und regelmäßige Volksbefragungen wie etwa in der Schweiz.

Neu ist, dass sie ihren Unmut laut äußern. Schon älter sind die Ursachen ihrer Verunsicherung. Es sind die sozialen Verwerfungen des Neoliberalismus’. Der Sozialabbau durch den sozialdemokratischen Bundeskanzler Gerhard Schröder ab 2003 bedeutete einen Verlust gewohnter Leistungen. Millionen Arbeitslose bekommen seitdem weniger Unterstützung oder finden sich in Billigjobs wieder. Das Protestpotential kommt eindeutig aus dem Bauch des schlechter oder schlecht bezahlten Mitarbeiters im Dienstleistungsbereich. Der studierte Paketzusteller gilt seit Langem als Prototyp des sozial Frustrierten. Diese tiefe Kränkung verschafft sich nun über das Feindbild Flüchtlinge Luft.

Als besonderes ostdeutsches Phänomen kommt hinzu, dass die Politik wegen der Flüchtlingszuwanderung nun Veränderungsbereitschaft und Flexibilität von den Bürgern einfordert. “Sie vergisst”, erinnert David Begrich, “dass sich die Menschen im Osten seit 25 Jahren veränderungsbereiter gezeigt haben als manche Westdeutsche”. Sie seien den Wandel leid.

Die AfD, Sammelbecken der Wutbürger

Als eurokritische Bewegung erst vor wenigen Jahren entstanden, war die Alternative für Deutschland (AfD) fast schon am Ende – bis sie sich spaltete. Nun erlebt sie seit Monaten einen demoskopischen Höhenflug. Von Eurokritik ist kaum noch die Rede. Die neue Partei geriert sich als Antiflüchtlingspartei. Wären heute Wahlen, die AfD zöge mit einem zweistelligen Ergebnis ins Parlament ein. Damit wäre eine Partei im Bundestag, so der renommierte Rechtsextremismus-Forscher Hajo Funke, die für einen völkisch-nationalistischen Extremismus steht. Die AfD befinde sich eindeutig in einem Prozess rechter Radikalisierung.

Die AfD sieht sich als natürlicher Partner der Sachsen-basierten Pegida. Eine Millionen Flüchtlinge im Land wirkten, so der “Spiegel”, “wie ein Katalysator für die neue rechte Bewegung”. Sie nimmt vor allem konservative Bürger auf, die in den vergangenen Jahren politisch heimatlos geworden sind. Insbesondere die CDU verliert bei ihrem Kurs in die Mitte Wähler des rechten Flügels.

Die NPD, der Sonderfall

Immer mit dabei, wenn es um fremdenfeindliche Hetze geht, ist die NPD. Die Nationaldemokratische Partei Deutschland befand sich zuletzt im steten Abschwung. Das Flüchtlingsthema beschert der NPD nun eine leichte Schubumkehr. Ohne AfD und Pegida könnte die Partei mehr Profit aus der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung ziehen, urteilen Sicherheitskreise. Sie spielt parlamentarisch derzeit keine Rolle, doch schon im Frühjahr, wenn das Verfassungsgericht erneut einen Verbotsantrag gegen die Partei prüft, könnte sie sich publizistisch wieder in Erinnerung rufen. Genau dann, wenn wieder mit steigenden Flüchtlingszahlen gerechnet wird.

Die Mitte radikalisiert sich

Weniger als 25.000 Menschen werden laut Statistik dem rechtsextremen Spektrum zugerechnet. Gerade mal 2.500 sind organisiert. Offensichtlich gibt es keinen deutschlandweiten Masterplan bei den regelmäßigen Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte, denn mehr als zwei Drittel aller Täter entpuppen sich als ortsansässige, meist jüngere Männer, die noch nie zuvor polizeilich auffällig waren. Ein Beleg dafür, dass sich ein Teil der bislang stillen Mitte radikalisiert hat. Analysten sprechen schon von der “enthemmten Republik”.

Dazu gehört auch, dass als Reaktion auf fremdenfeindliche Aufmärsche mehr Menschen an den Gegendemonstrationen teilnehmen. Rechtsextremismus-Experte Hajo Funke ist davon überzeugt, dass sich das ausländerfeindliche Potential in Deutschland wieder reduzieren wird, wenn es der Politik gelingen sollte, die Asylpolitik klar zu gestalten und die Flüchtlinge unterzubringen. Angela Merkel will das schaffen.

Dennoch, das Jahr 2015 lässt nur einen Befund zu: die neuen Rechtsextremen sind nicht das Volk, aber sie sind ein Teil davon. Und sie werden mehr.“