Jämmerliche Verkaufszahlen im Kindle-Bereich und die erhoffte Rückkehr zu Altbewährtem

“Drei Jahre nachdem die britische Buchhandelskette Waterstones Amazons Kindle in das Sortiment seiner Filialen aufgenommen hat, ist nun Schluss. Wie The Bookseller berichtet, werden die E-Reader wegen “jämmerlicher Verkaufszahlen” aus den Läden genommen. Der so frei werdende Platz solle für die Auslage gedruckter Bücher verwendet werden. Amazon habe dem negativen Eindruck bereits widersprochen und erklärt, dass die Verkaufszahlen des Kindle und der Fire-Tablets ansteigen – auch in Großbritannien.

E-Reader vor dem Ende?

Der CEO von Waterstones Konkurrenten Blackwell’s erklärte The Bookseller, dass es nicht mehr viele Kunden gebe, die zum ersten Mal einen E-Reader kaufen. Es gebe höchstens welche, die ihren alten Reader durch einen neuen ersetzten, “aber das ist es auch schon”. Bei den Marktbeobachtern von Enders geht man dem Bericht zufolge sogar so weit, den Schritt von Waterstones als “nicht überraschend” zu bezeichnen. Angesichts wachsender Buchverkaufs- und stagnierender E-Book-Zahlen meint der Analyst Douglas McCabe, “E-Reader könnten sich als eine der kurzlebigsten Consumer-Techniken herausstellen.”

Ich sage doch, ein gedrucktes Buch ist eben ein gedrucktes Buch und irgendwann ist der Reiz des Neuen verflogen. Die Bücher könnten wieder aufgeschlagen oder mit Lesezeichen versehen auf dem Wohnzimmertisch liegen, obenauf die Lesebrille, daneben ein Glas Wein oder eine Tasse Tee. Das sieht doch viel stilvoller aus, nicht wahr? Wenn unerwarteter Besuch kommt, kann er auf unseren Intellekt schließen. Steht der Laptop auf dem Tisch, sieht das nicht halb so klug aus (man könnte ja auch Spielchen darauf zocken). 😉

Wie schön sieht erst ein Bücherregal aus, auf welchem man jedes neu erworbene Buch einreihen kann. Jederzeit kann man ein Buch in die Hände nehmen. Stürzt der Laptop ab oder gibt den Geist auf, können auch die Leseabenteuer vergessen werden.

Ich hoffe, dass wir eines Tages wieder die Geburtstagsglückwünsche per Post, auf einer wunderschönen Karte, verschicken und nicht lieblos per SMS oder Whatsapp. Wir könnten die Glückwunschkarten wieder abheften und aufbewahren oder an die Pinwand stecken, um sie uns immer wieder anzusehen.

Irgendwann werden wir vielleicht wieder auf die alten Gesten zurückgreifen, die uns Werte und ein Gefühl vermitteln.

Sylvia Kling

Den Artikel zu obigem Text findet Ihr unter folgendem Link:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Jaemmerliche-Verkaufszahlen-Britischer-Buchhaendler-nimmt-Kindle-aus-dem-Sortiment-284058

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12 Gedanken zu “Jämmerliche Verkaufszahlen im Kindle-Bereich und die erhoffte Rückkehr zu Altbewährtem

  1. Die Kindle sind sicher bald tot, es wird zunehmen auf dem Smartphone gelesen. Das Holzbuch wird bleiben, wenn auch nur als Nischenprodukt für Freaks wie ich einer bin (nach kurzem Ausflug zum wirklich praktischem E-Book trotzdem reumütig zurückgekehrt).
    LG Erich

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  2. Liebe Sylvia,
    Na da hast Du ja wieder ein schönes Thema gefunden: Gerade kürzlich verstarb meine Tante und die Nachlassverwalterin wollte deren Bücher wegschmeissen…weil ja eh alle, sogar die Älteren, jetzt nur noch ebook Nutzer sind. Ich war tieftraurig und beschloß, die besten Bücher in die Ferienwohnung meiner Eltern an die Ostsee zu bringen. Dort kauften wir zwei schöne Bücherregale und nun haben wir dort eine Ferienwohnungsbibliothek! Und alle Gäste, die seitdem dort waren, waren begeistert!!! Auch ich schreibe Karten zu Geburtstagen per Hand, auch aus dem Urlaub. Zu unserem 50.Geburtstag schrieb ich alle Einladungen (ich meine, es waren über 40..) eigenhändig. Und meinen Kalender führe ich auf Papier, genau wie mein Adressbüchlein….Es gibt mir das Gefühl des „Ich lebe“, weil uns diese ganze Computerwelt so künstlich und dröge werden lässt…Ich denke, man kann seinen Mittelweg finden und sowohl digital als auch herrlich altmodisch leben….und dabei auch noch Emotionen spüren….Und eigentlich ist es das, was uns Allen verloren geht, wenn wir nicht aufpassen….
    Und ich freu mich schon auf Deinen Lyrikband, natürlich auf Papier…!

    Herzlichst
    Katrin

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  3. Großartig! Nichts geht über echte Bücher aus duftendem Papier, die man in der Hand halten kann und die nicht ohne Verbrennungsaktion vernichtet werden können, nur weil auf Befehl der NSA&Konsorten mal eben ferngesteuert deine bereits erworbenen Schätze gelöscht werden. Juchheee 🙂

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