„Bei Pegida läuft es ab wie bei einem Rockkonzert“ – INTERVIEW mit Akif Pirinçci

„Es geht nur um Männer in dieser Welt …“

Ramon Schack 24.10.2015/TELEPOLIS

Ein Interview mit Akif Pirinçci, der seinen Auftritt bei Pegida bedauert und vor einem Sex-Krieg warnt
Der 1959 in Istanbul geborene Akif Pirinçci war jahrzehntelang einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Belletristik-Autoren. Letztes Jahr schrieb er einen Bestseller, in dem er im rechtspopulistischen Stil und mit vielen Kraftausdrücken gegen Gutmenschen, Linke, Schwule, Ausländer polemisierte (Sarrazin für Fortgeschrittene) und damit nach Sarrazin in der antimuslimischen, ausländerfeindlichen und nationalen Bewegung punktete. Dann trat er auf einer Pegida-Demonstration auf und kommentierte die Äußerung eines CDU-Politikers, der gemeint hatte, Bürger, die mit der aktuellen Politik nicht einverstanden sind, könnten Deutschland ja jederzeit verlassen, wie folgt:

Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann, wenn es gefälligst nicht pariert. Es gäbe natürlich andere Alternativen. Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.

In vielen Schlagzeilen wurde die Bemerkung so verkürzt wiedergegeben, dass der Eindruck entstand, der Autor habe sich gewünscht, dass es noch KZs gebe. Danach kündigten Verlage Pirinçcis Verträge und Buchhändler bis hin zu Amazon nahmen seine Werke aus dem Sortiment. Ein nordrhein-westfälischer Händler hat für das Wochenende sogar eine öffentliche Buchvernichtung angekündigt, zu der Kunden ihre Pirinçci-Bücher mitbringen sollen.

Herr Pirinçci, in einem Beitrag auf Ihrer Homepage haben Sie angedeutet, dass die momentane Berichterstattung zu Ihrer Person für Sie gefährlich sei. Fürchten Sie um Ihr Leben?

Akif Pirinçci: Ab heute schon.

Weshalb, gab es konkrete Drohungen?

Akif Pirinçci: Nein, außer den üblichen Beschimpfungen. Allerdings las ich auf meiner Amazon-Seite eine Rezension zu meinem Katzenbuch Felidea, welches sich 2,5 Millionen verkaufte, sinngemäß: Akif Pirinçci, sein Verleger und seine Leser sollten auch vergast werden. Im Kölner Express war zu lesen, mit einem Foto von mir auf der Titelseite, Pirinçci habe Hausverbot in allen Kneipen Bonns, dabei gehe ich gar nicht in Kneipen. Auf der Rückseite des erwähnten Blattes wurde mein Haus abgebildet. Das hat wohl nichts mehr mit Journalismus zu tun, was möchten denn diese sogenannten Reporter mit der Abbildung meines Wohnsitzes bezwecken?

Seit Ihrem Auftritt bei Pegida haben Sie wegen Ihrer dort gehaltenen Rede eine Welle der Empörung ausgelöst. Die Pegida-Veranstalter, von denen Sie eingeladen wurden, haben sich anschließend von Ihnen distanziert.

Akif Pirinçci: Was Pegida macht, ist mir scheißegal.

Bereuen Sie es inzwischen, dort aufgetreten zu sein?

Akif Pirinçci: Ja, das war ein großer Fehler, zumal ich ein lausiger Redner bin.

Sie sind doch ein Medien-Profi, wie können Sie dann behaupten, Sie wussten nicht, was Sie auf der Pegida -Kundgebung erwartet? Das finde ich nicht sehr glaubwürdig.

Akif Pirinçci: Haben Sie mein Buch „Deutschland von Sinnen“ gelesen?

Nein!

Akif Pirinçci: Dort vertrete ich ja ähnliche Thesen, wie ich sie in meiner Pegida-Rede geäußert habe.

Richtig, Sie überspitzen und provozieren, verdrehen und verdrängen seit längerer Zeit öffentlich. Weshalb kam es jetzt zu so einer öffentlichen Ächtung, was ist der Unterschied zu Ihren früheren Tiraden?

Akif Pirinçci: Der Unterschied ist Pegida. Dort läuft es ab wie auf einem Rockkonzert, zumindest nach meinem persönlichen Eindruck. Meine Texte lassen sich kaum als Wortbeiträge rüberbringen, wie es auf diesen Versammlungen üblich ist.

Waren Sie deshalb erstaunt, als das Publikum Sie gegen Ende ausbuhte und Lutz Bachmann Ihren Vortrag unterbrach?

Akif Pirinçci: Na klar. Auf meinen Lesungen, wenn ich meine Bücher vorstelle, begegne ich ja meistens nur Fans, die meine Werke schon kennen und mich loben: „Akif Pirinçci, Du bist der Größte“, die mit mir diskutieren oder auch nur ein signiertes Exemplar erwerben möchten. Was die Veranstaltung angeht, da habe ich gedacht, ich lese dort etwas, so wie ich schreibe. Das war aber ein Fehler und für eine Rede dort gar nicht geeignet. Dort möchte man wohl eher hören „Hallo Dresden, hört Ihr mich?“, „Solidarität“, „Clap your Hands“ und ähnliche Schmonzetten. Es war eine falsche Entscheidung, dort gelesen zu haben.“

Inhaltlich bereuen Sie also gar nichts?

Akif Pirinçci: Nein. Was die Presse jetzt macht, indem man sich ein paar Sätze herauspickt, diese aus dem Zusammenhang reißt, halte ich für infam. Mittlerweile ist man schon dazu übergangen, Sachen einfach zu erfinden. Irgendwo war zu lesen, fragen Sie mich bitte nicht wo, es gibt so viele Artikel über mich, ich hätte was von „Asylschlampen“ gesagt.

Das haben Sie wohl nicht. Sie verwendeten aber Begriffe wie „Muslim-Müllhalde“ oder „Muslimsaft“ und ähnliche Schmähbegriffe.

Akif Pirinçci: Moment,diese Begriffe waren darauf bezogen, dass eine Volkshochschule in Berlin aufgrund der Präsenz von Flüchtlingen Akte von der Wand genommen hat, worauf ein Vertreter einer islamischen Gemeinde geäußert hat, das wäre auch richtig so, da die Flüchtlinge traumatisiert seien und beim Anblick der nackten Körper geschockt wären. Daraufhin habe ich überspitzt formuliert, die Flüchtlinge würden einen Herzinfarkt bekommen, nachdem sie über die Frauen hergefallen wären und ihren „Muslimsaft“ hineingepumpt hätten – als Witz bezogen auf die vorher getätigten Erklärungsversuche.

Sie reißen dann auch Zitate oder Sachverhalte aus dem Zusammenhang, wie Sie es bei dem Vorgehen der Presse gegenüber Ihrer Person kritisieren!

Akif Pirinçci: Das ist doch nicht vergleichbar. Das wäre doch so, als wenn ich einen Roman schreiben würde oder den Protagonisten äußern ließe: „Ich bringe alle Menschen um!“ – und am nächsten Tage würde in der Presse stehen: „Herr Pirinçci sagt: Ich bringe alle Menschen um!“

Nun, das eine ist, was eine Romanfigur sagt, und etwas anderes, wie sich ein Autor öffentlich äußert. Sie sind doch ein Profi und hätten ahnen müssen, welche Lawine Sie mit Ihren Tiraden in Dresden auslösen. Gerade angesichts der Tatsache, dass Sie ja in Ihren Büchern und Texten auch die Rolle der Medien kritisch hinterfragen und heftig kritisieren. Könnte es also nicht sein, dass Sie die Bühne in Dresden dankbar nutzen wollten, um Ihr neues Buch zu vermarkten, dass aber dieser Schuss dann nach hinten los ging?

Akif Pirinçci: Erstens: Niemand hat mir zu befehlen, wo ich hingehe oder wie ich nicht hinzugehen habe. Zweitens: Wir haben Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Kunstfreiheit in diesem Land. Journalisten haben auch nicht darüber zu befinden, was und wo gesagt wird. Drittens: Würde ich sagen: Bringt Angela Merkel um, dann muss die Staatsanwaltschaft eingreifen, ist doch klar.

Solange ich aber keine Aufrufe zur Gewalt tätige, darf ich eigentlich sagen, was ich möchte. Inzwischen ist es in Deutschland aber so, dass die Presse es nicht mehr akzeptiert, wenn jemand eine andere Meinung vertritt oder Kritik übt. Dann soll diese Stimme zerstört werden. Alle meine Bücher sind nicht mehr verkäuflich, sie sind weder im Buchhandel noch über das Internet erhältlich, das ist unfassbar. Sogar mein Hauptverlag Random House hat mir alle Verträge gekündigt.

Mit welcher Begründung?

Akif Pirinçci: Der juristische Dreh zur Begründung lautet, dass die Urheber von Hasskommentaren auf Facebook auch entlassen werden. Allerdings werde ich nicht gegen Random House klagen, da ich mit diesem Verlag sehr schöne Erinnerungen verbinde und ca. 6 Millionen Bücher verkaufen konnte.

Haben Sie sich dieser Tage vielleicht einmal gesagt: „Ach ‚kleiner Akif‘, wäre ich bloß bei meinen Katzenbüchern geblieben“? Gab es solche Selbstzweifel?“

Akif Pirinçci: Nein!

Immerhin haben Sie sich jetzt erheblichen Ärger eingehandelt.

Akif Pirinçci: Ärger klingt wohl etwas zu harmlos. Meine Existenz wurde zerstört.

Wie gehen Sie damit um, wie fühlen Sie sich momentan?

Akif Pirinçci: Ach, ich bin inzwischen 56 Jahre alt. Wäre ich 36 oder 26, dann hätte mich wahrscheinlich alles mehr erregt. Aber ich hatte ein so schönes Leben, ich bin ein ‚talented asshole‘, wie die Amerikaner sagen. Mit mir wurden Millionen verdient – 1992 hat der Goldmannverlag 4 % des Jahresumsatzes mit mir gemacht. Ich habe so viele hübsche Frauen gefickt!

Sie benutzen gerne Fäkalsprache oder drücken sich häufig vulgär aus. Weshalb sind Sie von dem Thema Sex verbal so besessen? Haben Sie selbst zu wenig Sex?

Akif Pirinçci: Nein, momentan habe ich eine 26-jährige Freundin!

Wer von Ihren Freunden steht eigentlich noch zu Ihnen?

Akif Pirinçci: Ganz viele!

Tatjana Festerling zum Beispiel, die Sie auf die erwähnte Pegida-Veranstaltung eingeladen hat?

Akif Pirinçci: Ach, Tatjana Festerling ist nun keine so enge Freundin von mir, so wie die ganzen anderen Leute von dort unten aus Dresden auch nicht.

Wer ist eigentlich Ihr literarisches Vorbild, gibt es jemandem, einen Schriftsteller, von dessen Stil Sie sich inspirieren ließen?

Akif Pirinçci: Charles Bukowski und Wladimir Nabokow mit absoluter Sicherheit!

Gehen Sie denn aktuell noch davon aus, dass ein literarischer Stil, wie Sie ihn verkörpern, mittelfristig noch Zukunft hat – oder neigt sich das dem Ende entgegen?

Akif Pirinçci: Nein, das wird jetzt erst so richtig losgehen, denn Deutschland hat sich ja verändert, was sich auch in der Literatur ausdrücken wird. In Kürze gibt es einen Beitrag über mich in der Sendung Kulturzeit, in dem der Frage nachgegangen wird, weshalb die Sprache verroht. Und die Antwort darauf ist ganz einfach, es liegt daran, dass sich die Realität verändert hat, was von vielen Journalisten, wie beispielsweise bei der Zeit, einfach noch nicht zur Kenntnis genommen wurde. Es strömen ja momentan kräftige muslimische Männer ins Land, weshalb es zu einem Sexkrieg kommen wird.

Wie bitte?

Akif Pirinçci: Es wird zu einem Sex-Krieg kommen, da es bald einen deutlichen Männerüberschuss geben wird, da 80% der Flüchtlinge Männer sind, die ihre Familien im Kriegsgebiet gelassen haben. Mein Vater hätte sich übrigens eher selbst kastriert, als uns in der Türkei zurück zu lassen.

Der Vergleich hinkt doch Herr Pirinçci, da damals in der Türkei kein Krieg herrschte und die meisten Flüchtlinge von ihren Familien vorgeschickt werden, schon aufgrund der Sicherheit und der Kosten, in der Hoffnung, dass dann die Familien nachgeholt werden.

Akif Pirinçci: Wie auch immer, nun kommen Millionen von Männern ins Land, die auch sexuell aktiv sind (damit meine ich gar nicht Vergewaltigungen) – bei begrenzter Verfügungsmasse von Frauen im sexuell attraktiven Alter. Deshalb kommt der Sex-Krieg, da die Männer einer Spermien-Konkurrenz ausgesetzt sind.

Weshalb sind Sie von diesem Thema so besessen? Mit der Bitte um eine klare Antwort auf eine klare Frage.

Akif Pirinçci: Ganz einfach. Es geht nur um Männer in dieser Welt. Emanzipation der Frau (vor der man sich ja verbeugen kann) hin oder her. Aber, das ist alles dummes Gerede, denn 80% des Bruttosozialproduktes wird von Männern erwirtschaftet. In meinem neuen Buch Die große Verschwulung beschreibe ich, wie die Öffentlichkeit fälschlicherweise davon ausgeht, dass alles rationale Ursachen hat, dabei ist es der Evolution gleichgültig, ob man Mann oder Frau ist, oder links, oder rechts.
„Ich würde deshalb empfehlen, dass man kleinen Jungen Kampfboxen beibringt, anstatt Gendermainstreaming“

Sie erwähnten gerade Ihr neues Buch. Eigentlich müssten die von Ihnen beschrieben Zuwanderungsszenarien doch die von Ihnen beschriebene „Verschwulung“ beenden?“

Akif Pirinçci: Ja, damit haben Sie allerdings Recht, die Verschwulung wird dadurch beendet.

Bei Ihrer Ablehnung von Schwulen ähneln Sie auch den Salafisten. Ist Ihnen das bewusst?

Akif Pirinçci: In meinem neuen Buch geht es kaum um Schwule, sondern um die Aberkennung der Männlichkeit der Männer, wie das in unserem Land praktiziert wird.

Könnten Sie das bitte einmal konkretisieren?

Akif Pirinçci: Mein Sohn, der demnächst 18 wird, wächst auch verschwult auf. Der Titel ist natürlich auch ein Verkaufsslogan, das gebe ich gerne zu. Das Buch geht nur zu einem geringen Teil um Schwule. Die große Verschwulung handelt von der Verweichlichung des deutschen Mannes zu Gunsten von Männern, die jetzt kommen und gegen die die deutschen Männer ausgetauscht werden sollen – durch echte Männer.

Und wer soll Ihrer Meinung dahinter stecken, wer hätte etwas von diesem Ziel?

Akif Pirinçci: Niemand, das ist doch keine Verschwörungstheorie. Denken Sie etwa, ich bin ein Verschwörungstheoretiker? Wenn unseren Kindern in der Schule beigebracht wird, alle Konflikte ließen sich gewaltfrei lösen, dann ist das aber ein Fehler. Neulich wurde ein Mann von zwei Jugendlichen an einem Bahnhof totgetreten, weil er ihnen keine Zigaretten geben wollte. Versuchen Sie bitte mal jemanden nur mit Fäusten umzubringen.

Das habe ich noch nicht versucht!

Akif Pirinçci: Ja, ich auch nicht. Aber überlegen Sie mal, was da dazugehört, welches Gewaltpotential. Ich würde deshalb empfehlen, dass man kleinen Jungen Kampfboxen beibringt, anstatt Gendermainstreaming, um vorbereitet zu sein.

Sie sehen also eine in bürgerkriegsähnlichen Zuständen versinkende Gesellschaft in Deutschland auf uns zukommen?

Akif Pirinçci: Nein, das sehe ich nicht, weil halt die Deutschen verschwult sind. Die gehen immer noch arbeiten, als wäre nichts geschehen.

Wenn Ihre Prognosen richtig wären, dann könnten Sie doch durch Ihre Bücher auch nichts dagegen ausrichten, oder? Historische Abläufe und demographische Tendenzen werden ja nicht gestoppt, weil Sie provokante Bücher verfassen oder Frau Festerling bei Pegida in die Menge brüllt?

Akif Pirinçci: Ja, da haben Sie völlig Recht. Aber ich muss ja von irgend etwas leben!

Sind Sie vielleicht ein Melancholiker mit Vorahnungen, der begriffen hat, dass seine Zeit, seine Epoche verschwindet, und der sich nicht dagegen auflehnen kann?

Akif Pirinçci: Ja, mit absoluter Sicherheit. Deutschland war ein so schönes Land, ich habe deutsche Politiker angebetet, alles funktionierte, herrlich.

Haben Sie eigentlich nie ausländerfeindliche Erfahrungen sammeln müssen?

Akif Pirinçci: Doch, einmal. An unserer Schule, da gab es einen Ausschank, wo wir uns mit Getränken und Süßigkeiten eindecken konnten. Ich war vielleicht 14 und der Hausmeister wie auch seine Frau waren wohl Rassisten. Als ich mein Getränk bezahlte, hat sie mein Geldstück in der Hand behalten und gesagt: „Igitt, Mokka“ – aber das waren halt Proletarier.

Hatten Sie neulich in Dresden vielleicht den Eindruck, dass Sie Ihre Rede vor Menschen gehalten haben, die dem Typus des Hausmeister-Ehepaares von damals entsprechen?

Akif Pirinçci: Nein – (ohne dass ich da jetzt über alle Pegida-Teilnehmer sprechen könnte). Viele von denen sind Unternehmer, besitzen Weinberge etc … zumindest die, die ich kennengelernt habe. Viele von denen haben ausländische Freunde. Meine eigenen Freunde sind kaum Deutsche, sondern international aufgestellt.

Es geht hier aber um einen deutschen Grundkonsens, um den Erhalt der deutschen, bzw. westlichen Kultur. Ich habe auch nichts gegen Flüchtlinge. Es ist aber nicht so, wie die Politiker erzählen: „Da kommen die Flüchtlingen, dann geht es in die Fabrik, die nennt sich Integration, da gehen die am Eingang hinein und kommen als Bundesbürger wieder hinaus.“

Haben Sie eigentlich das Gefühl, dass an Ihnen aufgrund der medialen Aufregung um Ihre Person ein Exempel statuiert wird, was vielleicht damit zu tun hat, dass Sie als Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund nicht die Rolle spielen, die manche von Ihnen erwarten würden?

Akif Pirinçci: Egal – meine Existenz ist eh zerstört. Meine größte Sorge ist: Ich habe momentan ja soviel Aufmerksamkeit, also negative Aufmerksamkeit, dass ich vielleicht süchtig werden könnte davon, wenn es mal wieder vorbei damit ist.“

Akif Pirinçci. Foto: © Eckhard Henkel, Wikimedia Commons, ACC BY-SA 3.0 DE

Akif Pirinçci. Foto: © Eckhard Henkel, Wikimedia Commons, ACC BY-SA 3.0 DE

Foto im Beitrag: Akif Pirinçci. Foto: © Eckhard Henkel, Wikimedia Commons, ACC BY-SA 3.0 DE

Als nächsten Beitrag bringe ich den Artikel von David Berger vom 26.10.2015, der äußerst interessant ist und den ich hier gern zur Diskussion stellen möchte: „Der Fall Pirinçci
David Berger 26.10.2015
Rückfall des deutschen Buchhandels in die Barbarei“

Mit diesem Interview gewinnt man einen Eindruck über die Sicht von Akif Pirinçci, die ich in diesem Fall unkommentiert lasse.
Nur mit einem Zitat möchte ich diesen Beitrag beenden:


Die Pflicht gegen sich selbst besteht darin, daß der Mensch die Würde der Menschheit in seiner eigenen Person bewahre.

Immanuel Kant

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Abscheu vor Abschaum

„Hunderte Menschen haben im sächsischen Freiberg Busse mit durchreisenden Flüchtlingen angegriffen. Die Polizei musste diese mit einem Großaufgebot schützen. Sie sollten von Bayern aus auf Unterkünfte in Sachsen verteilt werden.

Im sächsischen Freiberg hat ein Großaufgebot der Polizei etwa 700 Flüchtlinge vor rund 400 Demonstranten schützen müssen. Diese bewarfen nach Angaben der Polizei einen Konvoi aus 13 mit Flüchtlingen besetzten Bussen sowie Fahrzeugen des Deutschen Roten Kreuzes und der Polizei mit Böllern und Lebensmitteln. Drei Beamte wurden bei den Krawallen im Verlauf des Abends verletzt.

Die Demonstranten hatten sich Sonntagabend am Bahnhof versammelt, wo ein Zug mit Flüchtlingen angekommen war. Mit mehreren Blockaden versuchten sie, die Abfahrt der Busse zu verhindern, in die die Flüchtlinge in Freiberg umgestiegen waren. Laut der Polizei waren die mehr als 700 Flüchtlinge aus Bayern mit dem Zug nach Freiberg gebracht worden und sollten von den Behörden mit Bussen in Sachsen weiter verteilt werden.

Bei der Abfahrt aus Freiberg wurde der Konvoi dann angegriffen. Die Polizei musste Blockaden räumen und dafür in einem Fall auch Pfefferspray und einen Schlagstock benutzen. Etwa 200 Beamte waren im Einsatz. Acht Strafanzeigen wurden gestellt.“

(Quelle: ARD-Mediathek)

Manchmal hat man einfach kein Worte mehr für diese Menschen.
Meine Abscheu vor diesem Abschaum steigt.

Wer regionale Kenntnisse hat, weiß, dass in dieser Region annähernd so viel Nationalsozialismus herrscht wie in der Sächsischen Schweiz.
Liegt es an den Bergen? Machen die Berge diese Sachsen aggressiv?

Das ist doch so ähnlich wie mit den Dresdnern. Da sind es nicht die Berge, sondern dort ist es das TAL. Sie leben im „Tal der Ahnungslosen“ – nie war der Begriff aktueller!

Wenn ich mir auf den Fotos die Menschen im Hintergrund ansehe, welche die Busse angegriffen haben, weiß ich so ziemlich alles. Schließlich lebe ich schon eine Weile in Sachsen, um zu wissen, um welchen Typ Mensch es sich handelt: arbeits(scheu)los, perspektivlos.

Auf ihrem Weg aus Freiberg heraus wurde der Konvoi aus 13 mit Flüchtlingen besetzten Bussen sowie Polizei- und DRK-Fahrzeugen auch mit Lebensmitteln beworfen.

Ich möchte lieber nicht wissen, was die Flüchtlinge über uns dachten. Wenn ich so ankommen würde, wäre ich schneller wieder weg als diese Freiberger Typen ihren rechten Arm heben können.

Armes Sachsen. Die Lebensmittel hätten die Flüchtlinge vielleicht lieber gegessen? Aber egal, die armen Deutschen, die besorgten Bürger, haben noch zu viel. Dabei haben sie ja Angst, sie könnten bald weniger haben.
Denen würde ich mal einige Tage die Nahrung entziehen!

Hat jemand vielleicht eine Unterkunft für einen sächsischen Flüchtling wie mich? Lange ist das nicht mehr auszuhalten.
Ich würde auch einen fremden Dialekt erlernen! Ich finde seit den Interviews mit Pegida-Anhängern meinen Dialekt ohnehin noch viel unattraktiver als bereits zuvor.
Auf den echten Dresdner Christstollen von meinem Lieblingsbäcker würde ich auch freiwillig verzichten und die Sehenswürdigkeiten Dresdens kann ich dann als Touristin besuchen.
Mehr hält mich hier nicht mehr – im Ernst!

Ich wünsche trotzdem allen eine friedliche Woche.

Scheuer fordert „Deutsches Integrationsfernsehen“

Parteivorstandssitzung - Scheuer

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat von ARD und ZDF den Aufbau eines TV-Kanals für Flüchtlinge gefordert.

In diesen Kanälen solle die Vermittlung der deutschen Werte und Leitkultur erfolgen. „Integration gelingt nur, wenn die Bleibeberechtigten schnell die Regeln unseres Zusammenlebens lernen“, sagte Scheuer.  Beinhalten sollen die Angebote: Sprachkurse, Grundgesetz-Unterricht, Info-Sendungen über das „Leben in unserem Staat und unserer Gesellschaft“ sowie gelungene Integrationsprojekte. Die eingefrorene Finanzreserve der Rundfunkanstalten von rund 1,6 Milliarden Euro soll für das Integrationsfernsehen eingesetzt werden.

Irgendwie ist mir nicht recht wohl dabei und ein klein wenig erinnert es mich an die Zeiten in der DDR. Wir hatten ja damals nicht viel Auswahl: DDR 1 und DDR 2. Da wurden auch solche, allerdings russisch-sozialistische Freundschafts- und Integrationsbeiträge im Fernsehen gebracht. Der brave DDR-Bürger saß aufmerksam vor der Schwarzweißröhre und sollte seine sprachlichen Fähigkeiten in Russisch ausbauen. Ja, da gab es einen Russischsender. Ich erinnere mich noch gut (kann es sogar noch auswendig):

Дорогие друзья,
Сегодня мы посылаем фильмов из ГДР . Во-первых, мы пошлем фильм “ Война и мир “ .

 (Dorogiye druz’ya, Segodnya my posylayem fil’mov iz GDR . Vo-pervykh, my poshlem fil’m “ Voyna i mir „.

Liebe Freunde,
heute übersenden wir Filme aus der DDR. Zuerst übersenden wir den Film „Krieg und Frieden“.)

Ist es nicht allerliebst?

„Leben in unserem Staat und unserer Gesellschaft”  …

Dieser Satz entstammt sicherlich dem Staatsbürgerkundebuch der neunten Klasse, Seite „was-weiß-ich“. Mir wird ganz schwummrig dabei und ich kann mir ein überlegenes Lächeln nicht verkneifen.

Im Ernst, welche Leitkultur genau meint Herr Scheuer?
Es scheuert mir gerade das Hirn auf, denn unser öffentlich-rechtliches Fernsehen ist hochwertig genug, um festzustellen, dass keine weiteren „Integrationssendungen“ vonnöten sind. Ich denke da an wertvolle Formate von 3sat, arte, phoenix, die Platzhirsche ARD und ZDF sowie die dritten Programme in ihrer regionalen Vielfalt. Hier entsteht vor meinem geistigen Auge ein durchaus wechselvolles Bild über uns Deutsche und unsere Kultur.

Im Übrigen denke ich, dass das Fernsehen das Erlernen einer Sprache nicht fördert, sondern eher behindert.

Die Kultur und die Sprache eines Volkes lernt man am besten im direkten Kontakt mit den Menschen kennen.

Somit ist der BeSCHEUERte Vorschlag doch eher dazu geeignet, die Integration von Flüchtlingen/Asylanten nicht zu fördern, sondern diese weiter in die Isolation zu treiben.

Ein „Dauer-Fern-Seher“ ist mir ein unbeliebter Mensch, ob nun deutscher Herkunft oder als  Migrant.

Vielleicht gehört Herr Scheuer zu jenen Menschen, die Herman Van Veen in jener Textzeile beschreibt:

„Und wenn die ganze Erde bebt
das Fernsehvolk bleibt unberührt
denn nur der, der nur am Bildschirm klebt
die Wirklichkeit nicht mehr spürt.“

Mir ist das russische Fernsehen zu den damaligen Zeiten jedenfalls nicht willkommen gewesen, wenn ich mir auch den netten Einführungstext der russischen Dame eingeprägt habe. Die direkten Kontakte mit den russischen Delegationen sind  mir jedoch noch sehr in Erinnerung geblieben. Von ihnen habe ich erfahren, wie sie lebten, was sie dachten, wie ihr Alltag geprägt wurde. Meine Russischkenntnisse hatten sich nur dadurch verbessert.

In diesem Sinne wünsche ich ein erholsames, fernseharmes Wochenende,

Sylvia Kling

Dresdner gegen braune Brühe!

„Wir sind das Volk“
Fabian Köhler 20.10.2015

„Die Party der rassistischen Parallelgesellschaft, auf der auch das Fehlen von KZs bedauert wird

Man muss wohl ein Jahr Pegida ertragen haben, um zu verstehen, wie gering die Hoffnungen vieler Dresdner Aktivisten, Bürger und Politiker vor diesem Montagabend waren. „Hoffentlich gewaltfrei“ war ein Satz, den man häufig hörte im Vorfeld des einjährigen Pegida-Jübiläums. Doch nicht einmal die erfüllten sich.

Die flüchtlings- und islamfeindlichen „Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes“ riefen am Montagabend zur Kundgebung. Und Zehntausende kamen: Die einen wie jede Woche mit rassistischen Parolen und „internationalen Gästen“, wie Pegida-Frontmann Lutz Bachmann angekündigt hatte. Die anderen, das ist ein Bündnis aus Kirchen, Gewerkschaften, Parteien und Aktivisten, das zumindest gestern die Dresdner Innenstadt nicht den Rassisten überlassen wollen. „Herz statt Hetze“ heißt der Slogan der einen. „Aus Liebe zu deinem Land“ der Euphemismus der anderen. Die einen schafften es mal wieder, rund 20.000 Menschen gegen Flüchtlinge auf die Straße zu bringen. Die anderen schafften es mit einer ähnlichen Zahl an Teilnehmern, den Rassisten einen hörbaren Protest entgegenzusetzen.

Von „harten Rechtsextremisten“ und „Rattenfängern“ sprach sogar Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der in den letzten Wochen meist noch um „Verständnis für die Sorgen und Ängste“ warb (Zum Jahrestag heftige Kritik an Pegida). Von „großer Sorge, dass das heute mit Gewalt endet“, spricht hingegen Jürgen Kasek. Schon am frühen Abend sollte sich die Angst des Sprechers der sächsischen Grünen bestätigen. Am Rande des Dresdner Theaterplatzes flogen Böller auf Gegendemonstranten. Gruppen organisierter Neonazis verabredeten sich zur späteren Jagd auf „Zecken“. „Emotionsgeladen“ nennt das die Dresdner Polizei auf Twitter am Abend. Als die Kundgebung auf dem Dresdner Theaterplatz zu Ende geht, eskaliert die Lage völlig.

Am Altmarkt werfen Hooligans Pflastersteine auf Polizisten. Pegida-Anhänger schlagen einen Kameramann der russischen Nachrichtenagentur Ruptly zusammengeschlagen. Offenbar zählen nun manche auch die russischen Medien zur „Lügenpresse“. Ein Pegida-Anhänger wird laut Berichten der Dresdner Polizei wiederum schwer verletzt, als vermutlich Gegendemonstranten auf ihn einschlagen. Neonazis schlagen einen Marokkaner mit Flaschen nieder. Ein Reporter der Sächsischen Zeitung berichtet, er habe nur knapp rechten Schlägern entkommen können. Auch ein Reporter der Deutschen Welle soll angegriffen worden sein.

Nur wenige Stunden zuvor feiern sich Zehntausende für das, was am 19. Oktober 2014 in Dresden mit einem Facebook-Aufruf und 350 Menschen begann. Beim friedlichen Protest, den Initiator Lutz Bachmann auch am Montag beschwor, blieb es aber nicht. Über 500 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte hat das Bundesinnenministerium seit Jahresbeginn gezählt. Angriffe auf Flüchtlinge haben sich gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. Mindestens 40 Menschen wurden dabei im letzten Jahr teils schwer verletzt. Zuletzt rammte am Samstag in Köln ein Flüchtlingsgegner der Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker ein Messer in den Hals.

Auch auf dem Dresdner Theaterplatz ist die Radikalisierung zu spüren. „Das wird heute unsere größte Party seit dem Reichsparteitag von 33“, sagt ein älter Mann mit Pudelmütze und erntet das erhoffte Gelächter. Lutz Bachmann und die Dresdner Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling wettern gegen „Sozialschmarotzer“ und „Volksverräter“. Der islamfeindliche Autor Akif Pirinçci spricht von Muslimen, die „Ungläubige mit ihrem Moslemsaft vollpumpen“, und bedauert, dass es keine KZs mehr gibt. Die Menge antwortet mit „Wir sind das Volk“ und „Merkel muss weg“.

Akif Pirinçci bedauert es, dass es keine KZs mehr gibt.

„Bisher war Pegida immer die absolute Übermacht. Heute sind sie umzingelt. Von allen Seiten werden sie lauten Widerspruch hören“, sagte Jürgen Kaser. Der Sprecher der sächsischen Grünen ist einer der Organisationen des Gegenprotests. Nicht nur am Montag in Dresden. Auch in Heidenau, Freital, Meißen hat Kasek in den letzten Wochen Proteste angemeldet. Eigentlich so ziemlich in allen sächsischen Orten, deren Name vor einem Jahr noch kaum einer kannte und die nun zum Sinnbild neuer deutscher Fremdenfeindlichkeit geworden sind. Von vier Seiten marschierten die Gegendemos am Montag auf die Pegida-Kundgebung zu und sorgten dafür, dass auf dem Theaterplatz die „Refugees Welcome“ die „Wir sind das Volk“-Slogans übertönten. Dafür, dass es zumindest während der Kundgebungen nicht zu größeren Ausschreitungen kommt, sorgen mehrere Hundertschaften der Polizei.

„Da ist eine Parallelgesellschaft entstanden, die meint, sie habe das Recht dazu, hier jede Woche ein braunes Volksfest zu feiern“, sagt der Anmelder der Gegendemo, Jürgen Kasek. Die braune Party geht weiter. Nicht nur in dieser Nacht.“

Hier entlang geht es zum Artikel in der TELEPOLIS, in welchem auch Fotografien sowie Videos zu sehen sind.

Wie ich heute morgen erfuhr, sei gegen den Sprecher Akif Pirinçci Strafanzeige nach u.a. StGB §130(4) gestellt. Man darf also gespannt sein, ob der Rechtsstaat gegen diese Nazis funktioniert.

Wenn nicht bald etwas Wirksames seitens der Regierung gegen diese Rechtspopularisierung  unternommen wird, werden wir bald alle unser „blaues Wunder“ erleben und damit meine ich nicht die Sehenswürdigkeit in Dresden-Loschwitz.

Man sollte sonst vermuten dürfen, dass es beabsichtigt ist, Sachsen in Deutschland herabzuwürdigen und weiterhin zu dulden, dass Dresden und Umgebung (Freital, Heidenau) in Touristenbroschüren mit einer Warnung versehen sind. Über die wirtschaftlichen Einbußen, die die Stadt Dresden infolge des Rückganges des Tourismus hinzunehmen hat, nimmt schon jetzt Ausmaße an, die einen vernünftigen Menschen konsterniert werden lassen.
Bereits im Juni diesen Jahres erklärte die Geschäftsführerin Bettina Bunge, dass zwischen Januar und April 2015 fünf Prozent weniger Übernachtungen in Hotels und Pensionen und vor allem inländische Gäste weggeblieben sind. Zuvor konnte Dresden fünf Jahre am Stück neue Touristenrekorde erzielen.

Nach Informationen von ausländischen Freunden wird in Reiseführern u.a. Englands, Kanadas und Amerikas ausdrücklich davor gewarnt, in die Stadt Dresden und Umgebung zu reisen.

Doch das ist nicht jene Sorge, auf der unser Augenmerk liegen sollte. Wer den Artikel aufmerksam gelesen hat und die Nachrichten im Laufe dieses Tages verfolgt, erkennt eine deutliche Wandlung in der Dynamik von PEGIDA, die sich doch in der Vergangenheit vehement dagegen wehrte, als rechtsorientierte Bewegung verstanden zu werden. Ich muss nicht erwähnen, dass daran – sollte bisher jemand daran gezweifelt haben – nicht mehr zu rütteln ist.

Eine braune Suppe, von der ich schon in meinem vorangegangenen Beitrag schrieb, köchelt nach diesem 19.10.2015 immer weiter hoch und scheint sich über den Topf hinaus ihren Weg zu bahnen. Es nützt nichts mehr, mit Handtüchern die Brühe neben dem Topf aufzusaugen.  Das ist eindeutig zu wenig. Konkret muss gegen diese Bewegung rechtlich und aktiv etwas unternommen werden.

Wenn mir die „pawelschen Pegida-Anhänger“ nun schreiben, Bachmann würde gutes Geld mit Abmahnungen wegen Verleumdungen verdienen, so sei mir die Frage durchaus erlaubt, ob dies nicht weiterhin motivierende Auswirkungen auf den Rest der Dresdner habe, um bereits das Aufkochen der braunen Suppe endlich zu verhindern.

Wo bleibt der Aufstand der Anständigen?

Ich bitte die Dresdner um keinen fragmentartigen Widerstand, sondern um einen gewaltfreien Zusammenschluss gegen diese nationalsozialistische Entwicklung in ihrer Heimat. Hat es diese Heimat DRESDEN nicht verdient, beschützt und isoliert zu werden vor der Verbreitung der braunen Brühe, die Eure Häuser überschwemmen  könnte?

Lasst Euch nicht weiter von den anderen Bundesländern sowie Staaten meiden, verlasst Euer sächsisch warmes Schneckenhaus und lehnt Euch gegen die Stigmatisierung der Dresdner durch Bachmann und Konsorten auf!

Unser Land hat eine schreckliche Vorgeschichte. Der Geist des Nationalsozialismus ist ein gefährliches Erbe, welches wir ablehnen und verdammen müssen. Er darf unser Land nicht wieder erschüttern. Seht auf die Geschichte, sprecht mit Euren Eltern, Euren Nachbarn, den letzten Menschen, die die Folgen des Zweiten Weltkrieges noch immer mit sich tragen. Wir sind die Nachkommen von Kriegsgeschädigten und es ist unsere Pflicht, Nationalsozialismus bereits im Ansatz zu ersticken.

Wer es vergessen hat, hier ein kleiner Geschichtsausflug:

In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 erfolgte auf das rund 630.000 Einwohner zählende Dresden der schwerste Luftangriff auf eine Stadt im Zweiten Weltkrieg. 773 britische Bomber warfen in zwei Angriffswellen zunächst gewaltige Mengen an Sprengbomben ab. Durch die Zerstörung der Dächer und Fenster konnten die anschließend abgeworfenen etwa 650.000 Brandbomben eine größere Wirkung entfalten. Ihr Feuersturm zerstörte rund 80.000 Wohnungen, und ihre Hitzeeinwirkung deformierte sämtliches Glas in der Innenstadt. Dem britischen Nachtangriff auf die ungeschützte Stadt, die über keinerlei Luftabwehr verfügte, folgte am Tag die Flächenbombardierung durch 311 amerikanische Bomber.

Am 15. Februar musste das bereits vollständig zerstörte und mit schlesischen Flüchtlingen überfüllte Dresden einen weiteren Angriff der US-Luftwaffe überstehen. Bis zu 25.000 Menschen verloren ihr Leben. Die bis zur Unkenntlichkeit verkohlten Toten lagen noch Tage auf der Straße oder in den Trümmern, ehe die Leichenberge zur Verhinderung von Seuchen verbrannt werden konnten.“ (Quelle: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/bombardierung-von-dresden-1945.html)

Reicht das nicht, um in eine klare Defensive gegen diese braune Brühe zu gehen und Dresden, das gesamte Deutschland, diese Welt vor jeglichen nationalsozialistischen Tendenzen und ausgebrüteten Menschen – sowie Rassenhass vorzugehen?

 

Sylvia Kling/Meißen

 

Jahrestag der PEGIDA und ein Staatsanwalt erhält Morddrohungen

Ich möchte heute mit einem Zitat beginnen, welches „Pegida-Führer“  Bachmann auf Facebook postete:

„Aber eine Sache kann ich Dir versprechen Angie, Deine Kumpanen kommen auch nicht ungeschoren davon. ‪#‎FastSonderschülerSigmar‬ ‪#‎OpaSteinmeier‬ und wie die ganzen Roten Volksverräter heißen, die sich gerade retten wollen und Dir die Schuld alleine zuschieben, sie alle, jeder Einzelne bekommt die Quittung für seinen Vaterlandsverrat! Diesmal wird aus den Fehlern von ’89 gelernt – durch die Du ja überhaupt nur Kanzlerin werden konntest trotz Stasi-Vergangenheit – und jeder bekommt seine gerechte Strafe!

Lutz Bachmann“

Tribunal-Fachmann Bachmann fuchtelt mit einem Stöckchen herum, welches so stumpf ist wie eine Leberwurst und versucht damit, an politisch Verantwortlichen Rache zu nehmen.
Frage ist nur, ob Bachmann für seine Äußerungen auch politische Verantwortlichkeit übernimmt. Bachmann, auch wegen Volksverhetzung vorbestraft,  ist nicht imstande, seine PEGIDA zu kontrollieren. Dies zeigt sich darin,  dass Anhänger seiner Bewegung ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden wie er.
Dass nun auch „liebevolle Heimarbeit“ Thema für den Staatsanwalt ist, liegt nicht an der amateurhaften Gestaltung von Dachlattenkonstruktionen, sondern am offenen Hass auf gesellschaftliche Funktionsträger.
Fehlerhaft ist es zu glauben, dass diese Bewegung eine Fortsetzung des friedlichen Umsturzes im Jahre 1989 sei, sondern es ist einfach nur der Ausdruck von Ideenlosigkeit, politischem Gestaltungsunwillen, fehlerhaftem Engagement für die Gesellschaft in Rat und Tat: Es ist einfach nur ein polemisches Meckern und Gröhlen in Reinkultur.
Aus diesem Topf lassen sich keine vernünftigen Brocken fischen, respektive ist schon allein das Hineinsehen in diese dampfende Brühe augenschädigend.
Das ständige Aufkochen dieser inhaltslosen Suppe zeigt nach einem Jahr eine eindeutig braune Farbe.
PEGIDA sollte sich doch endlich Mühe geben, differenziert Themen aufzugreifen, für deren Verwirklichung die Menschen auf die Straße gehen, wie z. B. Altersarmut, Mindestlohn, üppig finanzierte Bildung, Arbeitslosigkeit u.v.m..
Entschuldigen Sie bitte meine idealistisch angehauchten Vorstellungen.

Dabei ist die „pawelsche Logik“ (siehe:    https://wiedaslebenklingt.wordpress.com/2015/09/22/pegida-in-dresden-und-der-einst-stolze-sachse/     ) noch viel erschütternder:

Wenn man schon über etwas schreibt sollte man sich informieren.Das Foto machte er als dass Buch ER IST WIEDER DA im Gespräch war und veröffentlichte es dort.Im Buch macht man sich über Hitler lustig,ist es jetzt schon NAZI sich überf Hitler lustig zu machen?
Und wie eine Zeitung bemerkte war das ohne Hitlerbärtchen auch wenn 99% weiter anderes schreiben(ich vermute Bachmann macht so gutes Geld mit Abmahnungen).

Und verstehen sie wirklich nicht was mit HEILt Merkel gemeint ist???Ist das so schwer zu verstehen?

Wenn uns schon Arabische Staaten warnen wie soll man diese Flut sonst nennen?
Haben sie schon mitbekommen das Christen von diesen Flüchtlingen terrorisiert werden?Das Christen sogar schon zurück nach Syrien sind wegen diesen”ISlam ist Frieden” Menschen?Oder wollen sie das nicht wissen?
Haben sie KInder?
Dann googeln sie mal nach:
BAcha BAzi
Loverboys
Grooming Gangs
Love Jihad
95% Pakistan Truck Driver
natürlich verhalten sie sich sofort ganz anders wenn sie hier ankommen wie man am eben erwähnten Umgang mit Christen ja sieht.Also keine Grund zur Sorge!
Allahu Akbar!
Und das hier sind schon INTEGRIERTE MITBÜRGER UND FACHKRÄFTE!“

WER kann dieses Bachmännchen und die „Pawels“ denn noch ernst nehmen und nimmt ihnen Verleumdungsklagen ab?

Inzwischen ermittelt die Dresdner Staatsanwaltschaft nicht nur wegen des Galgens, gefertigt von pegidastumpfen Händen, sondern auch wegen der Morddrohungen gegen den ermittelnden Staatsanwalt.

Happy Birthday, PEGIDA? Ihr werdet entschuldigen, wenn ich Euch weder eine Karte schreibe, noch bunte Luftballons aufblase. Ich bin zu sehr damit beschäftigt, mich für die Liquidierung Eurer Attitüden einzusetzen.

Sylvia Kling

Hier geht es zum unbedingt lesenswerten Artikel in TELEPOLIS, welcher weitere Informationen enthält.