Austauschbarkeit, Unverbindlichkeit und Verantwortung im Netz

Stellt Euch folgende Situation vor:

Ihr begegnet auf der Straße einem Menschen, den Ihr kennt und mit dem Ihr in der Vergangenheit häufig freundliche, auch persönliche Worte gewechselt hattet. Wie sonst auch sprecht Ihr ihn an. Dieser Jemand würdigt Euch jedoch keines Blickes, sondern geht einfach weiter. Er reagiert, als würde er Euch nicht kennen. Schlimmer noch: Mit dieser Reaktion einhergehend könnte man durchaus den Schluss ziehen, er sei blind, taub und stumm.

Was würdet Ihr denken?

Wie würdet Ihr Euch fühlen?

Ich stelle ganz einfach mal in Zweifel, dass es Euch gleichgültig wäre. Die Gedanken würden kreisen: Was ist geschehen? Was habe ich falsch gemacht?

Vielleicht würdet Ihr Euch den Rest des Tages mit Fragen quälen. Ganz sicher würde es Euch nicht gut gehen damit. Welcher Mensch lebt schon gern mit dieser Art von respektlosem Verhalten? Wir Menschen sind soziale Wesen!

Warum verhält man sich im Netz anders?

Die nächste Situation:

Ihr seht einen Euch unbekannten Menschen, den Ihr auf etwas aufmerksam macht oder dem Ihr einfach einen schönen Tag wünschen möchtet. Dieser Jemand schaut einfach an Euch vorüber und reagiert in keiner Weise – als sei von Eurer Seite kein einziges Wort gefallen.

Auch hier würdet Ihr Euch ärgern. Freundlichkeit hat noch niemandem geschadet.

Warum verhält man sich im Netz anders?

Seit 1,5 Jahren bin ich mit meinem Autorenblog auf WordPress online und beoachte immer wieder den sorglosen Umgang mit dem Thema “Beziehungen”. Ja, ich nenne es auch eine Form von Beziehung, wenn man sich im Netz wochen- oder monatelang regelmäßig begegnet. Tatsächlich bin ich der Ansicht, wir tragen eine gewisse Verantwortung im Umgang mit Menschen, haben einem gewisses Maß an Verantwortung Rechnung zu tragen. Wenn ich auch nicht immer zeitnah reagieren kann oder mir liebgewordenen Menschen nicht regelmäßig schreiben kann, so gebe ich darüber eine kurze Info – einfach aus Respekt diesem Menschen gegenüber.

Ich betrachte WordPress nicht wie das “soziale” Netzwerk Facebook, in welchem das Niveau in den letzten Monaten deutlich gesunken ist und mit einem Mausklick “Freunde” von der “Freundesliste” entfernt, mit einem weiteren Mausklick sogar blockiert werden können. Teilweise sind das dort Menschen, die einem völlig unbekannt waren, mit denen es nicht einmal den geringsten kommunikativen Austausch gab.

“Ich habe momentan wenig Zeit.” Das ist – wenn man Glück hat – ja wenigstens eine Antwort, oftmals allerdings auf Nachfrage. Der Inhalt dieser Antwort (ich nenne es ein “Lesen zwischen den Zeilen”) ist allerdings auch häufig: “Unser Kontakt hat sich erledigt.” Wäre nämlich das Problem tatsächlich die fehlende Zeit, so würde die Mail im üblichen freundschaftlichen Ton verfasst worden sein. Ja, man sollte immer zwischen den Zeilen lesen ….

Doch es passt zur allgemeinen Austauschbarkeit in unserer Gesellschaft. Unverbindlichkeit – dieses Wort trifft es ebenfalls. Es ist doch viel einfacher, sich im Netz zu bewegen und jederzeit aus einer Beziehung aussteigen zu können. Es bestehen keinerlei Verpflichtungen oder doch? Und dabei spreche ich hier “nur” über freundschaftliche, nicht partnerschaftliche Beziehungen. Wenn ich diese Thematik einbeziehen würde, so ende dieser Beitrag erst nach ca. zehn Seiten.

Ich fühle mich jedenfalls schlecht, wenn sang- und klanglos immer wieder Menschen “aus meiner “Cybernähe” verschwinden, ohne dass ich die Hintergründe kenne. Anfangs glaubte ich, sie wären nicht mehr online – weit gefehlt. Sie kommentieren anderswo munter weiter und ignorieren einen einfach. Es stört mich nicht, wenn sie meine Arbeiten nicht mehr lesen oder kommentieren – über fehlende Leser kann ich mich nicht beklagen. Manchmal braucht man einfach auch eine Pause von einem bestimmten Blogger oder Autoren.

Vielmehr stört es mich, wenn Menschen, mit denen ich in der Vergangenheit auf privater Ebene Mails schrieb oder sogar telefonierte, für mich als MENSCH unsichtbar geworden zu sein scheinen.
Unvermeidlich ist die Frage: Liegt es „mir“? Ich bin selbst ein Mensch, der ständig hinterfragt, immer wieder bereit ist zu lernen und sich auch gegenüber neuen Erfahrungen nicht sperrt. Dass es meistens nichts mit meiner Person als solche im Zusammenhang steht, zeigen mir die wenigen guten Beispiele mit Menschen, die es so halten wie ich.

Meine Frage: Gehen sie in der Realität mit den Menschen in ihrer Umgebung auch so um? Dann bin ich letztendlich froh, dass sie sich ihre “Unsichtbarmütze” aufgesetzt haben. Der Umgang mit Menschen, ob im Netz oder in der Realität, so mein Fazit, ist Charaktersache und dazu noch eine Frage der Einstellung sowie der Fähigkeit zur Selbstreflexion.

Mein Fokus liegt hierbei nicht auf Banalitäten (wie dem Betätigen von “Like-Sternchen”), sondern um gewisse Werte, um unsere Erhöhung des Bewußtseins, um eine maximale Sensibilisierung.

Leider stellte ich fest, dass oftmals gerade jene Menschen, die viele Beiträge über zwischenmenschliche Beziehungen verfassen und bei denen man glaubt, die Inhalte gehen mit ihrem DENKEN konform, nicht in der Lage sind, klare Worte zu sprechen. „Ich wollte dich nicht verletzen“ ist eine nicht erwachsene, völlig inkompetente Aussage. Es is tnicht so schwer, dem anderen mitzuteilen, welche Gründe für einen ausschlaggebend sind, sich nicht mehr zu melden oder keinerlei Kontakt mehr zu suchen. Zumindest ist es ehrlich.


Auch hier gilt der Grundsatz: DENKEN, REDEN (SCHREIBEN) und MACHEN!

“Wie du mir, so ich dir” – eine seltsame Einstellung, finde ich. Aber mal unter uns gesagt:

Im realen Leben laufe ich auch keinem Menschen nach, der mich ohne nachvollziehbaren Grund ignoriert. Das hat schlicht und ergreifend etwas mit gesundem Narzissmus und Würde zu tun.

Ich zumindest werde mich vor Menschen hüten, die mit Ignoranz und Oberflächlichkeit anderen Menschen gegenüber auftreten – ob nun im realen Leben oder im Netz.

Denn:

In der Realität reiche ich einem Gesichts- und Namenlosen keine Hand. Schließlich unterhalte ich mich nicht mit Geistern.
Auf abfällige oder aggressive Zurufe oder Beschimpfungen reagiere ich im realen Leben ebenso nicht. Sonst müsste ich mich über selbstschädigendes Verhalten sorgen.

Im Netz wird Anonymität “gepflegt”, ja regelrecht “zelebriert”.

Wie weit darf sie gehen? Wie weit lassen wir selbst sie zu?

Oder gilt auch hier das Motto: “Willst du was gelten, mach dich selten”?

Ich werde es weiterhin so halten wie im realen Leben:

Reicht mir jemand die Hand, nehme ich sie gern entgegen. Spricht mich jemand höflich an, werde ich etwas entgegnen. Breche ich Beziehungen jeglicher Art ab, habe ich den Mut, den Betreffenden über meine Gründe zu informieren.(Wie soll er sonst die Chance haben, sich zu äußern, Mißverständnisse auszuräumen oder sich gegen Vorwürfe zu wehren? Wie soll er sonst eventuell aus seinen Fehlern lernen?)

Ich bin der Ansicht, sogar Kinder äußern sich, wenn ihnen etwas nicht passt.

Wir sollten hin und wieder von ihnen lernen!

In diesem Sinne wünsche ich eine gute Kommunikation.

Sylvia Kling

Zum Beitragsbild:

„Tütenblick“ von Straßenfotografien – hier ist der Link:

http://straßenfotografien.wordpress.com/

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54 Gedanken zu “Austauschbarkeit, Unverbindlichkeit und Verantwortung im Netz

  1. Nun mach ich einfach mal Copy & Paste mit dem was ich eben auf Facebook schon geschrieben habe. Ich hoffe es ist ok. Ist einfach deswegen, um mich selbst auszubremsen … … sehr schöner und interessanter Text von dir. Schade das so wenige im Netz der deutschen (lesbaren) Sprache mächtig sind oder es mangelt einfach an Masse, naja …
    °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
    Ein sehr zum nachdenken anregender Text – war mein erster Gedanke.
    den ich schreiben wollte und ja nun auch getan habe.
    Aber eigentlich nicht wirklich. Zumindest nicht für mich. Ich brauche da nicht weiter angeregt zu werden (zum nachdenken), weil es in etwa meiner Denke entspricht (zwei oder drei Kleinigkeit, aber nicht der Rede wert sind mit mir nicht so wirklich konform).
    Also, was ich damit sagen (schreiben) möchte, ist recht simpel, in einer Diskussion könnte ich Sylvia nur beipflichten und somit würde diese Fragestellung von ihr (warum im Netz anders (oder so ähnlich)) erübrigen. Für mich gehört der vernünftige und freundliche Umgang mit anderen Menschen, zu meinen Werten, die Zwischenmenschliche Beziehung ausmachen. Ich lüge kaum, weder in der Realität noch im Netz, das sind meine Probleme mir den Menschen. Und ich erschrecke viele Menschen mir der Freundlichkeit und leider habe ich immer einen Spiegel dabei, den ich einfach nicht stecken lassen kann – zum eigenen Leidwesen.
    Puuhaa,
    schon wieder so viel geschrieben. Ich möchte zu gerne mal herausfinden, was die Sylvia zwischen ihren Zeilen versteckt, dass ich jedesmal (fast jedesmal) in son Schreibfluss gerate … unglaublich.
    Ich hab Fertig,

    Herzliche Grüße
    Ede

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    • Ich danke Dir so sehr – habe leider erst jetzt Deinen Kommentar gesehen. Durch das Vorhandensein von zwei Blogs switche ich ständig hin und her, da kommt es manches Mal zu Verzögerungen.

      Ich bin so froh, dass Du es auch so siehst, lieber Ede.

      Sei herzlich gegrüßt
      Sylvia

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  2. Hi,
    ich muss sagen die Erste Situation, also das man jemanden anspricht und dann wird nicht reagiert ist mir so noch nicht passiert. Es ist eher so, dass ich den Blick des Bekannten_anderen suche, dieser nicht erwidert wird und niemand wechselt am Ende ein Wort.
    Ich denke dann meist, dass es dem anderen vielleicht so geht wie mir. Das man gar nicht wüsste was man sagen soll und dann lieber wegschaut.
    Im nach hinein fühlt sich das nicht gut an, dann fallen einem auch Themen ein, die man hätte ansprechen_ Fragen können. Doch in dem Moment ist dann oft nur leere im Kopf und ja, auch ich ignoriere den anderen, wenn dieser weg schaut und keinerlei Anzeichen macht mich ansprechen zu wollen.
    Weil ich dann eben denke: ihm_ihr geht es wie mir…
    Die Frage nach dem ‚hab ich etwas falsch gemacht?‘, stelle ich mir dann gar nicht.

    Wenn ich einem Unbekannten zum Beispiel auf den Spinat in seinen Zähnen aufmerksam mache und er reagiert nicht, nun, ja, dann hat er halt Pech gehabt.

    Wenn ich so drüber nachdenke, gebe ich den Begegnungen vielleicht weniger ‚Wert‘, also es ist mir nicht egal, doch ich verfalle dann weniger in (Selbst)Zweifel oder mache mir arge Gedanken. Es ist dann halt so wie es ist…

    Ich sehe es aber bei Menschen mit denen man sich zum Beispiel Regelmäßig austauscht und zu denen man eine Bindung (wenn auch nur im Netz) aufgebaut hat auch so, dass man sich dann gegenseitig in einer Verantwortung befindet. Und da denke ich auch, gehört es dazu, dass wenn man den Kontakt abbricht eine Erklärung dazu gehört. Denn der andere macht sich sonst vielleicht auch Sorgen oder Sucht nach Punkten_Dingen die dazu geführt haben, dass die Situation dann so ist wie sie ist.

    „Ich wollte dich nicht verletzen” ist eine nicht erwachsene, völlig inkompetente Aussage.

    Was ist daran inkompetent? Wenn es doch die Wahrheit wäre und der andere sich zum Beispiel nur falsch_ungünstig ausgedrückt hat? (außer der Satz stünde einsam als Antwort auf etwas ohne weitere Worte)…

    Auch hier gilt der Grundsatz: DENKEN, REDEN (SCHREIBEN) und MACHEN!

    Manchmal gar nicht so einfach 🙂

    “Wie du mir, so ich dir” – eine seltsame Einstellung, finde ich.
    Diese Einstellung finde ich so falsch. Mein Gefühl ist, wenn ich gleiches mit gleichem vergelte, wie soll dann etwas neues_anderes_besseres_gutes entstehen_sich entwickeln können. Wie kann dann der_die Gegenüber die Chance erhalten auch selbst anderes zu reagieren?

    Im Netz wird Anonymität “gepflegt”, ja regelrecht “zelebriert”.

    Wie weit darf sie gehen? Wie weit lassen wir selbst sie zu?
    Anonymität, finde ich an sich nicht falsch. Ich bin der Meinung es hat auch eine Schutzfunktion, wenn man seinen Klarnamen nicht gleich überall aufschreibt. Und wenn man ein Pseudonym benutzt, dann ist das doch auch wie ein Name und der Name gehört dann zu einer Person, das ist dann auch irgendwie nur eine halbe Anonymität, oder? (Da darf man denke ich, auch nicht aus dem Blick verlieren, dass einem der andere anonyme im Netz auch unbekannt ist, und wer sagt einen den, das der Klarname der echte ist?

    Wenn ich das jetzt so überdenke, verhalte ich mich im Netz (meist) eher so wie ich es in der Realität gerne würde. In der Realität hat man weniger Zeit nachzudenken, was man wie sagt, im Schreiben im Netz ist die Chance das vorher Denkens viel größer.

    Danke für diesen Beitrag, er hat sehr viele Gedanken angeregt. Ich muss sagen ich könnte dazu noch viel mehr schreiben, aber belasse diesen kleinen Antwortroman erst einmal so…

    Liebe Grüße
    und Dankeschön für den Link

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    • Ich habe alles als Vergleich mit dem Netz angeführt: „Stell Dir vor“ – denn darum ging es mir: In der Realität ist das meistens (nicht immer) noch nicht passiert. Warum also passiert es im Netz?

      „(außer der Satz stünde einsam als Antwort auf etwas ohne weitere Worte)…“
      Genau so stand er. Und ich finde ihn nach wie vor inkompetent, wenn er erst kommt, wenn man selbst gefühlte 100 Mal nachfragen musste. Vielleicht hätte ich diesen Kontext dazu schreiben sollen.

      Ansonsten sind auch Deine Gedanken sehr anregend und ich danke Dir sehr herzlich für Deinen ausführlichen Kommentar.

      Liebe Grüße!
      Sylvia (mit echtem Namen 😉 )

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  3. Hallo liebe Sylvia ….

    *Seufz“ ….. Ja – ist DAS nicht grauslig, wie manche Leute „ticken“ ?

    Ich bin im Netzt im Moment SEHR sehr wenig unterwegs, komme zu gar keinem eigenen Post…. lese meist bei den anderen „husch“husch“ und hinterlasse (LEIDER) kaum ein Wort.
    DAS soll jetzt keine Entschuldigung sein, das soll lediglich erklären, dass DAS NICHT ICH bin…
    und ich „leide“ darunter…..

    (… im Hintergrund läuft bei mir gerade das Lied, welches Christiane uns gepostet hat… in ENDLOSSCHLAUFE 😉 wenn du mal hören magst??? :
    https://365tageasatzaday.wordpress.com/2015/09/03/near-light/ )

    … zurück zu meinem „Leid“ …
    ….der Urlaub ist vorbei……….das 4. Schuljahr hat angefangen, DAS beginnt schon zu Anfang echt „schwer“ .. ich arbeite wieder mehr Stunden in der Apotheke ….wir haben eine neue Filialleitung *grrrrrrrr* …. meiner Kollegin geht es sehr schlecht ….. und und und ….
    um es kurz zu machen, das Leben 1.0 hat mich mal wieder voll im Griff – na klar ist das gut so….. aber meine „Runde um den Blog“ fehlt mir…. die „Unterhaltungen“ mit den anderen fehlen mir – SEHR!
    Ich bin wie unsere Meerschweinchen – so gesellig – ohne Gesellschaft würde ich eingehen ….
    wenn jemand lange nichts geschrieben hat, mache ich mir Sorgen….
    und ja ……………………
    Mein größter Tick ist es: JEDEN Kommentar zu beantworten ….
    schon mal denke ich, andere würden von mir meinen, ich wolle IMMER das letzte Wort haben…
    ABER nein! Ich „unterhalte“ mich einfach sehr gerne, ob im Leben 1.0 oder in Bloggerhausen
    …. ich lasse nichts unbeantwortet…. und wenn es ein Herzchen ist, weil der Tag zu lang war und für MEHR die Zeit fehlt ….. und auch meiner Kollegin schicke ich gleich per Handy noch einen Gutenachtkuss….. weil ich weiß, dass sie zu Hause sitzt und weint …. weil DA niemand bei ihr ist zum Reden …..

    Jetzt habe ich soviel „gequatscht“ …. eigentlich wollte ich doch „nur“ sagen:
    JA ! Kommunikation ist so wichtig …. Nein …. es ist das Wichtigste überhaupt und ich mache da keinen Unterschied zwischen Leben 1.0 und Leben 2.0 …… warum auch, ICH bin ICH … egal WO!

    Nun drehe ich eine Runde um den Blog….. und wünsche dir eine Gute Nacht!
    Liebe Grüße … Katja

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    • WOW! Das war aber ein langer Text, den ich auch leider erst heute beantworten kann – siehst Du, so ist das. Ich habe gestern abend noch viel gearbeitet und so blieb keine Zeit mehr.
      Ja, oft ist es der Alltagsstreß, der die Menschen davon abhält, mehr Kommunikation im Netz zu haben – leider.
      Aber HALLLO! Du machst Dir Gedanken darüber und das ist doch das Ausschlaggebende! Vielen ist es doch völlig gleichgültig, ob sich da jemand Sorgen machen könnte oder ob der andere traurig ist, weil plötzlich ein Kontakt abgebrochen ist.
      Wenn – und das soll auch mein Text aussagen – wir wenigstens (gerade bei längeren und intensiveren Kontakten) ein „Sorry, ich bin gerade total im Alltragstrott – ich melde mich gern, sobald ich wieder freie Minuten habe“ oder Ähnliches hinterlassen.

      Ich wünsche Dir auf jeden Fall Zeit zum Durchatmen, zum Innehalten, Zeit für schöpferische Kräfte und Gesundheit, liebe Katja.

      Herzliche Grüße
      Sylvia

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  4. Du sprichst mir aus der Seele. Der Umgang miteinander ist im Netz für mich grundsätzlich keine anderer als im realen Leben, solange ich den Menschen hinter dem Bildschirm auch erfassen will.
    Wer das nicht macht, hat im Netz nichts viel verloren, außer zu surfen. Kommunikation ist etwas Anderes.

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  5. Danke für die Gedanken. Meiner Meinung gibt es, wie auch in den Kommentaren schon erwähnt, schon Unterschiede der Kommunikation, sowohl im digitalen Umfeld als auch im „realen Leben“. Ich folge einem Blog, einem Künstler, einem Verein im sozialen Netzwerk, weil mich die Arbeiten, die Gedanken, die Ideen interessieren. Deshalb klicke ich „Folgen“ an. Da sehe ich zum Beispiel auch ein „Gefällt mir“ eher als etwas an, das eine „anonyme Anerkennung“ ist (vielleicht mit einem Beifall zu vergleichen). Ich trete meiner Meinung nach dadurch nicht direkt in Kontakt mit dem Autor. Unterschied ist, dass mein Name hinter dem gefällt mir steht, was ein Angebot meinerseits ist, dass sich Menschen auch mit mir befassen können, wenn sie wollen.
    Es kann gut sein, dass ich nach einiger Zeit einen Blog etc. verlasse, weil ich genug gesehen, gelernt habe, weil sich meine Auffassung oder die der Autors geändert hat.
    Da mache ich auch dann nur ein „Nicht folgen“, ohne weitere Erklärung. Ähnlich wie beim Museumsbesuch, beim Kino etc. Da gehe ich einfach auch nicht mehr hin, wenn ich nicht mehr will.

    Anders natürlich, wenn man schon angefangen hat, aktiv an einem Blog teilzunehmen. Dann ist es mindestens angesagt, dass man sich verabschiedet. Ob man die Gründe dann als Kommentar breit treten muss, sei dahin gestellt.
    Kommentare sehe ich als Austausch von Gedanken in einer Runde, die aus irgendeinem Grund zusammen gekommen ist. Auch da ändern sich Einstellungen und wenn ich mich nicht mehr wohl fühle, dann höre ich eine Zeit zu (oder lese mit), aber dann kann es schon sein, dass ich auch gehe.

    Um jedoch dann meinen Weggang nicht unendlich zur Diskussion zu machen, bevorzuge ich, wenn möglich, eine persönliche Mail an den Blogbetreiber.
    Summa Summarum geben ich dir Recht, Sylvia, dass wir untereinander und füreinander Verantwortung tragen. Und das gilt für unser Leben, egal ob real oder digital.
    Und Achtung untereinander und füreinander lässt sich nicht trennen. Da wird auch im „virtuellen Leben“ ein Mensch nicht sich um 180 Grad wenden
    Viele Grüsse
    Jörg

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  6. @Simmis Mama: Ja, mit Toleranz habe ich leider manchmal so meine Probleme, das ist eine meiner großen Schwachstellen. 😉
    Blogprojekte waren früher, so vor sechs, sieben Jahren, eine absolute Ausnahme. Man wurde quasi zur Teilnahme berufen, und sie waren auf einen gewissen Zeitraum – meist einen Monat – beschränkt. Dabei mitzumachen hat jede Menge Spaß mit sich gebracht, und auch die Kreativität gefördert. Doch dann begannen sogenannte Projekte wie Schwammerln nach einem warmen Sommerregen zu sprießen und zu wuchern. Einige Blogs, deren Admins ich im Laufe der Zeit schätzen lernte, bestehen seitdem so gut wie ausschließlich aus diesen Projekten. Ich stehe hier und kann nicht anders – ich finde es höchst langweilig und wenig erbaulich, wenn man von Blog zu Blog klickt, und Montags nur mehr Herzen, Dienstags nur mehr Katzen, Mittwochs nur mehr Klo-Sprüche, Donnerstags nur mehr Türen etc. etc. zu sehen bekommt…
    Einer Mitbloggerin, die sich vor Jahren an einem meiner kritischen Kommentare etwas gestoßen hatte, habe ich das wie folgt erklärt – und das unterschreibe ich heute noch Wort für Wort: Stell dir vor, du lebst in einer kleinen, gediegenen Ortschaft (Bloggershausen). Jeden Abend, wenn du deine gewohnte und geliebte Runde durch’s Viertel drehst, erfreust du dich an der kunterbunten Vielzahl und Eigenheit der gezeigten Bilder und Geschichten. An jeder Gartentür lernst du etwas Neues, Anderes kennen. – Doch dann gerät „Bloggershausen“ mit einem Male in einen seltsamen Strom der Gleichmacherei, Projekte genannt. Und jetzt, wenn du jetzt deinen täglichen Spaziergang machst, wird dir an jeder Pforte im Grunde genommen das Gleiche präsentiert, zwar in Nuancen stets ein klein wenig anders, aber doch das Gleiche…
    Ich wollte übrigens vor gut zwei Jahren mal ein Umwelt-Projekt ins Leben rufen: Zweimal pro Monat sollten die Teilnehmer einen Beitrag online stellen – egal was, ob Link zu einem interessanten Artikel oder Blogpost, ob Fotos oder eigene Gedanken – der sich mit der Thematik Umweltschutz befasst. Jetzt rate mal, wie viele Teilnehmer/innen sich da gemeldet haben: Drei. Und nach bereits zwei Monaten musste ich dieses Projekt beenden, weil das Interesse gleich Null tendierte…

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  7. Liebe Sylvia,

    ich denke, Dein Ansatz, das Internet und das öffentliche Leben miteinander zu vergleichen, ist richtig und klug gewählt. Denn auch unsere Aktivitäten im Netz (auch virtuelle Aktivitäten sind Aktivitäten) finden nicht außerhalb des Lebens statt, so wie das Telephonieren nicht außerhalb unsrerer Praxis stattfindet. Zugleich aber leuchtet über diesen Vergleich auch der Unterschied auf: Das Netz erleichtert uns die Kontaktaufnahme, aber es erschwert uns zugleich, diese Verbindungen verbindlich zu gestalten. Das Netz ist schnell, denn im Netz ist immer alles gleich da, so wie unser Finger kurzerhand über einen Klick etwas zu löschen oder zu senden vermag.

    Trotzdem verantworten wir auch hier jedes unserer Worte. Das ist deutlich schwerer als im öffentlichen Leben, denn dort vermag mein Ärger zu verrauchen, kann meine zögernde Vernunft die rasche Wut einholen, weil sie die Räume und die Zeit dazu hat (etwa im Gang zum Briefkasten).

    Mein Vorschlag wäre deshalb, die eigenen Posts, die uns immer versuchen, sie schnell zu veröffentlichen, weil uns die Fertigungslust, die Lust, etwas fertig zu haben, eilfertig verlockt, über mindestens einen Tag reifen zu lassen. Sie also wie einen unfertigen Liebesbrief noch liegen zu lassen, um am nächsten Tag nachzusehen, ob er nicht ein hohles Pathos enthält, über das ich mich nachher schämen müßte. Wenn uns die reißende Zeit mitreißen will, dann müssen wir uns halt die Zeit nehmen.

    LG

    Phileos

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    • Lieber Phileos,

      Du bist ein kluger Mann :-).

      Meine „Fertigungslust“ – wie Du sie treffend nennst, habe ich im Griff (muss ich auch, wenn ich mich nicht blamieren will). Das ist bei ehrgeizigen Personen zwar ein schwerer, durchaus aber begehbarer Weg.

      Anders als im realen Leben dürfen wir uns im virtuellen Raum etwas Zeit lassen und das virtuelle Gegenüber sieht weder unsere Mimik noch Gestik, kann sich keinen Eindruck verschaffen, wie uns etwas wie häufig und intensiv einnimmt, uns bedrückt oder erfreut.

      Gerade deshalb sind die Worte sorgsam zu wählen.
      Dennoch: Wir sind alle nicht perfekt – auch hier sind Fehler erlaubt. Die Frage ist nur: Entstehen sie vorsätzlich?

      Zu verdeutlichen sei: Hinter den Ideen und Worten, hinter den Fotografien und den Pseudonymen stecken MENSCHEN.
      Und diesen habe ich auch im Netz Respekt zu zollen.

      Danke für Deinen fundierten Kommentar, Phil.

      Herzliche Grüße aus dem frühherbstlichen Sachsen

      Sylvia

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      • Phil ist ja auch ein PhilOsoph :-).

        Äh, klar kannst Du im realen Gespräch auch einen Tag warten, bis Du antwortest (nicht immer, aber häufig).Ich hatte es bereits in einem Kommentar erwähnt, z. B., indem Du sagst: „Darauf weiß ich momentan keine Antwort und würde darüber gern noch nachdenken. Ich bitte Dich also noch bis zu meiner Antwort um Geduld.“
        WARUM NICHT? WER zwingt uns zum Antworten außer eine Behörde oder der Richter?

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      • Liebe Simmis,

        Du hast nicht ganz unrecht. Auch auf den schnellen, spontanen Gedankenaustausch müssen wir nicht verzichten. Wir hatten aber, denke ich, in einer Kritik der Bedingungen der Internetkommunikation auf die Gefahren hingewiesen: auf den ungebremsten Affekt usw. Deswegen hatte Sylvia am Ende nochmals darauf bestanden, dass wir uns immer vergegenwärtigen sollten, dass hinter den Masken und Profilen Menschen stecken, die als solche zu behandeln sind.

        Damit uns das besser gelingt (dies Vergegenwärtigen), war es hilfreich, sich darüber zu verständigen, welche Unterschiede zwischen einem virtuellen Gespräch (auch das ist real, nur anders) und einem öffentlichen oder privaten Gespräch bestehen. Nur weil die Gesprächsform im Internet eine andere ist, rechtfertigt das keinen anderen moralischen Stil. Im Gegenteil. Ich denke, nun sind wir gegen die Gefahr des Internets, sich moralisch gehen zu lassen, besser gewappnet.

        Lg

        Phileos

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      • Stimme vollkommen zu! Was ich meinte war, dass wir im realen Gespräch nicht plötzlich nichts sagen und gehen. Das verstößt gegen die soziale Norm. Wenn ich z.B. eine Frage nicht sofort beantworten will, muss ich das im Gespräch mitteilen und mich verabschieden während es im Chat in Ordnung ist die Frage stehen zu lassen und einen Tag später zu beantworten und zwar ohne das vorher zu erklären.
        Im realen Gespräch verhalten sich dir Leute trotz des Drucks sofort zu reagieren tendenziell korrekter. Anders als virtuell – wo ja aber gar nicht der Zwang zur sofortigen Reaktion besteht. Das meinte ich eigentlich.

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  8. Die Kommunikation im Netz kann mitunter duchaus missverständlich sein. Denn es fehlen Mimik, Gestik, sowie die Modulation der Stimme. Und ich denke auch, dass es nicht so ganz passt, Kommunikation und Beziehungen im WorldWideWeb mit jenen des „richtigen Lebens“ zu vergleichen. In ziemlich genau sieben Jahren als Bloggerin habe ich mich damit abgefunden, vielleicht sogar daran gewöhnt, dass manche durchaus liebgewonnene „Bewohner/innen“ von „Bloggershausen“ von einem Tag auf den anderen verschwunden sind, manchmal ohne vorherige Ankündigungen, andere gehen, weil sie des Austauschs im Internet überdrüssig geworden sind, oder keine Zeit mehr dafür haben, weil ihnen die Ideen ausgegangen sind, weil sie von anderen verletzt und gedemütigt worden sind. Dafür klopfen dann wieder neue Mitmenschen an die virtuelle Tür. Es ist eben ein ständiges Kommen und Gehen…
    Große Sorgen macht mir der zunehmend unzivilisierte, primitive, brutale und unmenschliche Umgangston, der seit einer Weile auf sogenannten sozialen Plattformen wie Facebook grassiert. Da bekomme ich immer öfters Schleudertraumen vom Kopfschütteln und flaue und üble Gefühle in der Magengegend…

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    • Vielen Dank für Deinen Kommentar – die meisten Deiner Ausführungen sind durchaus nachzuvollziehen.
      Ich persönlich – und so empfinden es einige Menschen, die ich kenne – finde den Vergleich mit dem realen Leben keinesfalls unpassend. Wir kommunizieren mit MENSCHEN und das ist der springende Punkt. Kaum einer hat den Mut, sich über seine Enttäuschungen, die aus Kontakten im Netz entstanden sind, genau dort, genau an dieser Stelle zu formulieren.
      Es entstehen aus dem Kontaktabbruch durchaus Gefühle, was nur zu menschlich ist. Aber die sehen wir nicht.

      Facebook – dazu habe ich meine Meinung, wie Du weißt. Wenn die Betreiber das dulden, sollte es Zeit dafür sein, über die Anwesenheit dort nachzudenken – was jedoch nicht zur „Entwurmung“ beiträgt ….

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      • Kommt darauf an. Es gibt einige Blogs, die mich zu anfangs sehr gefallen haben, sich aber im Laufe der Zeit verändert haben, so wie ich auch. Wenn dann die Posts inhaltslos werden, wenn jemand, der früher bewundernswert schöne Fotos online stellte, mit einem mal fast ausschließlich an den sogenannten „Projekten“ teilnimmt (die ich mittlerweile auf den Tod nicht ausstehen kann), dann kann es durchaus sein, dass ich still gehe. Ich habe mir schon so manchen Händel mit einigen Bloggern/innen eingehandelt, weil ich meine Meinung deutlich vertreten habe, dass diese „Projekte“ – Montag bloggt man Herzchen, Dienstag Blümchen, Mittwoch irgendwas mit Rost, Donnerstag etwas Güldenes usw. usw. – die kreative Vielfalt im WWW ad absurdum führen, außerdem stellen sich mir als freie Denkerin und Querkopf bei der Vorstellung, quasi auf Befehl etwas zu posten, sämtliche Haare auf. 😉 Und ich bin schon einmal Zielscheibe und eine der unrühmlichen „Hauptpersonen“ einer Art „Bloggerkrieg“ geworden, der sich in epischer Breite über eine erkleckliche Anzahl Blogs erstreckte und fast ein Jahr lang dauerte… Wenn ich eine Bloggerfreundschaft beende, dann schreibe ich aber schon klärenderweise Klartext.

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      • Das ist für mich alles nachvollziehbar. Im Übrigen mag ich Projekte auch überhaupt nicht (wieder habe ich kürzlich festgestellt: Ich bin eine „Einzelkämpferin“).
        Jemandem hier zu folgen, bedeutet für mich auch keine Verpflichtung – dies gilt auch für das Anklicken des „Gefällt mir“-Sternchens.
        Doch oft entwickeln sich immer wieder tiefgreifende Dialoge, vielleicht auch persönliche Kommentare. Es entsteht eine Persönlichkeit hinter dem Wort, ein Mensch mit Gefühlen und einer Geschichte.

        Auch ich mag die Vielfalt, die auch in einer gewissen Beständigkeit ihren Platz hat. Wichtig ist doch letztendlich, dass man diese „Bloggerfreundschaften“ mit Klartext beendet. Kommt es nicht auch mal vor, dass der Andere darüber nachdenkt? Man erfährt es nicht immer, doch jeder Mensch, der zur Reflexion fähig ist, wird die Worte des Anderen nicht einfach so „in die Tonne werfen“.

        Liebe Grüße
        Sylvia

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      • Toleranz. Ich liebe die Montagsherzen und ich habe nichts gegen diese Blogprojekte würde aber keine mitmachen. Mein Blog ist nur für das Jugendamt.
        Ansonsten deine Meinung = meine Meinung. Und deine Klarheit und Direktheit schätze ich sehr.

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      • Das ist wahr. Für mich sind Menschen Horror, wenn sie nichts klären wollen und dazu nur in Vorwürfen und innerer Verbitterung glauben, etwas erreichen zu können, andere Menschen diskreditieren und verleumden. Das bezeichne ich als soziale UnWesen … (es könnte sich jetzt jemand angesprochen fühlen – das wäre mir sehr angenehm 😂😂😂😂).

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  9. stell dir mal vor wir würden so rumrennen und Kontakte suchen wie auf Facebook…wildfremde Leute fragen:“ Willst du mein Freund sein?“—-oder jedem auf die Nase binden…ich geh kurz aufs Klo oder ich koch mir heute Hähnchen….ich stelle mir bildlich vor wir würden so rumrennen und reden wie auf Facebook…wir würden noch am selben Tag eingeliefert werden aber im www. ist das voll normal….Ist doch HAMMER!

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  10. Liebe Sylvia, das ist ein sehr schöner Artikel. Höflichkeit, Anstand, Mitgefühl… davon spricht uns das Netz nicht frei. Jeder, auch der, der anonym im virtuellen Raum unterwegs ist hat soziale Verantwortung denen gegenüber, mit welchen er Kontakt hat. Natürlich ist es auch eine Zeitfrage zu kommunizieren. Ich denke auch nicht, dass die Häufigkeit entscheidend ist, sondern die Herzlichkeit. Der gute Ton, die Authentizität mit der wir uns austauschen. Auch wenn wir alle untereinander Kilometer entfernt sind und uns nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen, entwickeln sich Sympathien und das Gefühl der Verbundenheit untereinander. Ein kostbares Geschenk, dem wir mit Dankbarkeit und gegenseitiger Achtung begegnen sollten.
    Liebe Abendgrüße, Polly

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  11. Ich folge vielen Blogs und irgendwann verliere ich das Interesse. Dann drücke ich den unfollow Button. Meist ist es so, dass die Leute die ich abonniere mich auch abonnieren. Also Ping Pong. Wie kann ich denen dann verdenken, dass sie Meinen Blog auch nicht mehr abonnieren wollen. Es gibt ja auch Informationsüberflutung oder sozial müde (von Leuten um einen rum).

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    • Ich glaube, das ist ein relativ normaler Verlauf. Wenn man miteinander jedoch schon regelmäßige Kontakte pflegte – auch innerhalb des Blogs, womöglich auch im persönlichen Bereich ein Austausch erfolgte, dann nenne ich es sozial inkompetent, wenn ein aprupter Abbruch erfolgt. Ich gehe einfach davon aus, wie man sich hier im realen Leben verhalten würde. Es sind immerhin Menschen.

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    • Leider gibt es das auch im realen Leben. Ich habe diese Erfahrung jetzt gerade gesammelt und noch schmerzt es, wenn ich die einst so gute Freundin, der ich glaubte, mit Innigkeit verbunden zu sein, sehe.
      Letztendlich halte ich mir jedoch vor Augen: Es ist DEREN Problem, wenn sie sich nicht klar und deutlich artikulieren können, nicht meines. Wozu haben wir einen Mund? Nur um zu essen und den ganzen Tag zu jammern? Nein, uns wurde der Mund auch zum Sprechen gegeben. Und das Gehirn sollte zum Denken benutzt werden.
      Richtige Freunde gehen nicht einfach so ….

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  12. na ja… selbst gehöre ich zu den Unverbindlichen, gerne Löschenden…
    meine Netzmitspieler nehme ich eher als Ideen, denn als Menschen wahr… Vertrauen jedenfalls habe ich zu Menschen, deren Gesichtsausdruck und Mimik ich nicht sehe, nicht…
    Ping pong mit Ideen zu spielen aber macht mir Spaß…

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    • Mit Vertrauen sollte man – wie im realen Leben sehr achtsam umgehen.
      Selbst bei einer vertrauenerweckenden Gestik und Mimik kann ich nicht davon ausgehen, dass ich diesem Menschen vertrauen kann. Das Leben besteht aus Risiken.

      Was denkst Du, woher Deine „Netzmitspieler“ kommen – aus einer Maschine? Hinter den Ideen stecken Menschen.
      Ich kann Deine Einstellung nur zur Kenntnis nehmen. Jeder muss das mit sich selbst ausmachen.

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      • 🙂 ein virtuelles Theaterspiel mit unterschiedlichsten Rollen… was ist jemand oder möchte es sein? Wenn Mails ausgetauscht wurden oder Telefonate stattfanden ist das natürlich eine Nummer persönlicher… mir persönlich ist aber gerade das unpersönliche sehr lieb… wie du sagst, jeder muss das mit sich selbst ausmachen…

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  13. Pingback: Austauschbarkeit, Unverbindlichkeit und Verantwortung im Netz | Sylvia Kling - Literatur

  14. Liebe Sylvia, da hast Du wieder unglaublich treffende Worte gefunden. Ja diese Gleichgültigkeit den Mitmenschen gegenüber fällt mir auch immer mehr auf. Anfangs dachte ich, es läge an mir, bis ich begriffen habe, dass es ein weiteres neues Merkmal unserer digitalen Zeit ist. Die Mädels schminken sich gleich, sehen austauschbar aus, haben keine Charakterzüge mehr. Die Jungs sind keine echten Kerle mehr, Kämpfen um ein Mädel: gibts gar nicht mehr. Dann wird eben das nächste „genommen“. Ich hab meinen Mädels mit auf den Weg gegeben, sich nur mit Menschen zu umgeben, die ihnen guttun. Klar ist das nicht immer möglich. Aber es gibt genügend Menschen um einen herum, die einen wertschätzen und auch lieben. Nimm Dir Zeit für sie. Die anderen sind es schlicht nicht wert. Qualität ist wichtiger als Quantität. In diesem Punkt hast Du ja schon mit Dein Weggehen von FB einen konsequenten Schritt gemacht. Ich bin auch kurz davor. Der Tag ist auch so voll, es gibt so viel zu entdecken und ich hab mich gestern richtig geärgert, dass ich nicht genug Zeit für das Lesen Deiner Geschichte gefunden habe. Sport hier, bügeln da, Telefonate, plötzlicher Besuch der Tochter….alles wichtig und man wird in der realen Welt gebraucht. Und da bedaure ich, dass mir da manchmal eben auch Kraft fehlt, aber wem erzähl ich das. Aber genau deshalb muss man die wenige Kraft für das Wichtige im Leben einbringen. Du kannst Liebe geben und wirst geliebt. Das ist das, worauf es ankommt. Und Menschen kannst Du nicht ändern. Auch das habe ich mittlerweile begriffen und mich darauf eingestellt. Und sogar Menschen „gesperrt“, die mir eigentlich, rein genetisch bedingt, nahe stehen müssten. Aber nö, sie tun mir nicht gut, Versuche, mit ihnen in Harmonie zu leben schlugen fehl, also „Sperre“. Und so gehts mir besser. Hab einen schönen Tag und fühl Dich umarmt (diese wundervolle Formulierung habe ich von meiner älteren Tochter übernommen:))
    Katrin

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    • PS: Zu meinem hochemotionalen „Ausbruch“ möchte ich ergänzen:

      Mir geht es hier nicht nur um mich persönlich, denn ich beobachte das Verhalten der Menschen im Netz schon länger und habe dabei auch meine eigenen Fehltritte registriert und damit „gearbeitet“.
      Mir geht es in erster Linie um eine gewisse Sensibilisierung der Menschen.

      HINTER dem PC stecken MENSCHEN mit GEFÜHLEN, mit einer eigenen Geschichte, einem LEBEN. Es gibt ein SEIN! Hört auf, Euch zu benehmen wie die Volltrottel oder „Arschlöcher“, wie Egozentriker oder Ignoranten!

      BotschaftENDE

      (Lächel …)

      Fühl Dich von mir auch umarmt und grüße Deine ältere Tochter herzlich von mir :-).

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  15. Schöner Beitrag.

    Was mich immer stört ist, wenn Follower Ihren Blog einfach so löschen. Denn auch wenn ich eher die aufmerksame Leserin, als die große Rednerin bin, frage ich mich schon, warum der oder diejenige alles gelöscht hat.

    Was ich noch schlimmer finde ist, dass wenn man mit jemandem schreibt, und dieser Mensch dann plötzlich verschwindet. Da war ich schon so manches Mal traurig oder auch in Sorge. Deswegen bin ich nirgends mehr angemeldet.

    Denn im Netz scheint es einfach nicht wichtig zu sein. Es wird vergessen, dass da immer Menschen mit Gefühlen sitzen.

    Leider, das mag ich gar nicht an mir, bin ich selbst jemand, der sich mit einer Antwort manchmal Zeit lässt. Aber das kann man vorher immer anmerken.

    Alles ist besser als einfach zu verschwinden. Auch im Internet.

    Liebe Grüße,
    Amy

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    • Liebe Amy,

      Deine Beschreibungen sind genau das, was ich meine. Sehr viele Menschen nehmen ihre soziale Verantwortung nicht wahr und verbergen sich hinter der Anonymität des Netzes. Dabei interessiert es sie tatsächlich wenig, ob der Mensch sich zuvor darüber freute, mit ihnen einen Kontakt jedweder Art zu pflegen, von ihnen zu hören, zu lesen, diese Menschen einfach ein wenig kennenzulernen.

      Wir hängen nicht ununterbrochen vor dem Rechner, so dass es ziemlich normal ist, wenn man später antwortet – ich sehe das als recht unproblematisch an. Diese verzögerte Reaktion ist im Netz durchaus legitim. Sogar im realen Leben kannst man zu seinem Gegenüber sagen: „Entschuldige bitte, ich brauche etwas Zeit für meine Antwort.“ Wir sind immerhin Menschen, keine Maschinen.

      Ganz liebe Grüße

      Sylvia

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